Partnersuche und soziale Vernetzung bei Autismus und Asperger-Syndrom

Psychologische Studien belegen, dass viele Autisten sich eine Partnerschaft wünschen und auch dazu in der Lage sind, eine langfristige Beziehung zu führen. Allerdings erschweren manche Dating-Strukturen, wie Speed-Dating, Autisten die Partnersuche. Auch bei den Dating-Apps oder bei Singlebörsen fällt es Autisten schwer, das Spektrum der in Frage kommenden Personen einzugrenzen und genau diese herauszufinden, die als Beziehungspartner:innen infrage kommen. Demgegenüber ist die computervermittelte Kommunikation einer Online-Partnervermittlung für Autisten besonders geeignet, um ihre Partnersuche zum Erfolg zu bringen.

Unser Angebot für Autisten bei Gleichklang

Bei Gleichklang unterstützen für Menschen mit Autismus und Asperger-Syndrom durch eine spezielle Form der Partnervermittlung:

  • Wir erfragen den Autismus-Status von allen unseren Mitgliedern (Autismus-Spektrum, wozu auch Menschen gehören, die sich selbst als Asperger bezeichnen).
  • Zusätzlich erfragen wir von jedem Mitglied, ob die Bereitschaft und das Interesse an einer Beziehung mit Autisten besteht.
  • Dadurch sinkt die Schwelle für die effektive Kontaktaufnahme, Frustrationen, Ablehnung, Irritation und Enttäuschungen werden reduziert.
  • Durch die verbesserte Vorauswahl finden Menschen mit und ohne Autismus zusammen, die gemeinsam eine kommunikative und partnerschaftliche Basis aufbauen können.

Wir haben diese Option für Autisten auf expliziten Wunsch und Anregung durch unsere autistischen Mitglieder eingeführt. Die Option wird bisher gut angenommen und positiv durch unsere autistischen Mitglieder bewertet.

Da die Option erst vor einigen Monaten eingeführt wurde, werden wir die Erfolgsraten der Partnervermittlung für Autisten erst in ein bis zwei Jahren fundiert auswerten können. Wir werden hierüber in unserem Psychologie-Blog berichten.

Außerdem bleiben wir mit unseren autistischen Mitglieder im Gespräch, um weitere Verbesserung der Partnersuche für sie zu ermöglichen, soweit es im Rahmen unserer Möglichkeiten liegt.

Hintergrund “Autisten, Partnerschaft und Partnersuche

  • Autisten (Autismus-Spektrum, wozu auch Asperger und “hochfunktionaler” Autismus gehören) entwickeln oftmals ebenso wie die meisten anderen Menschen den Wunsch nach einer Partnerschaft, Romantik, Liebe und Sexualität.
  • Allerdings ist für Personen mit Autismus die Suche nach partnerschaftlichen Beziehungen, die Beziehungsfindung, der Beziehungsaufbau und die Beziehungsführung erschwert aufgrund ihrer Besonderheiten in der sozialen und emotionalen Wahrnehmung, der Spontanität, Kommunikation und der sozialen Interaktion.
  • Diese Besonderheiten treten bei einigen Menschen auf Unverständnis. Für Autisten ist es jedoch wichtig, dass die Personen ihres sozialen Umfeldes sie verstehen und sich auf sie einlassen, was natürlich umso mehr für intime, sexuelle und romantische Kontakte gilt.

Wie steht es aber mit der Beziehungsfähigkeit von Autisten und was können Online-Partnervermittlungen tun, um die Partnersuche von Autisten zu unterstützen?

Hierzu gibt es mittlerweile einige Studien und wissenschaftliche Überlegungen:

  • Cyrena Johnson (2018) fasst in ihrem Vorschlag einer Dating-App für Autisten zusammen, dass 41 % junger Erwachsener Autisten noch nie in einer Partnerschaft gewesen seien, die länger als zwei Monate angedauert habe. Dies bedeutet freilich umgekehrt, dass 59 % der Autisten bereits eine solche Beziehung hatten – ein klarer Beleg dafür, dass partnerschaftliche Beziehungen für Autisten möglich und wichtig sind.  Johnson führt ferner an, dass 44 % der autistischen Erwachsenen, die Dating-Seiten nutzten, bereits eine Langzeitbeziehung gehabt hätten, die im Durchschnitt 2,65 Jahre angedauert habe. Dies ist beeindruckend und gibt allen Grund zum Optimismus, zumal es sich um junge Erwachsene handelte und zudem Autisten insgesamt später mit der Partnersuche beginnen. Abschließend stellt Johnson dar, dass eine Reihe von Dating-Schemata und Strukturen, wie Spped-Dating Autisten benachteligten.
  •  Burke et al. (2019) kommen in ihrer Interviewstudie mit nach ihren Angaben “hochfunktionalen” Autisten zu dem Ergebnis, dass viele Autisten nach mehr sozialen Bezügen streben und hierfür gerade auch die Möglichkeiten der computerbasierten Kommunikation nutzen. Die Autoren argumentieren, dass computervermittelte Kommunikation Autisten entgegenkomme durch die Reduktion interferierender und von Autisten schwer verständlicher Kontextinformationen, die außerhalb der computerbasierten Kommunikation ständig und in hohem Ausmaß präsent sind.
  • Gavin et al. (2019) stellten fest, dass die Profile von Personen mit Autismus, einschließlich Asperger, beim Online-Dating als ebenso attraktiv, vertrauenswürdig und begehrenswert für eine Verabredung wahrgenommen werden wie die Dating-Profile nicht autistischer Personen. Als weniger interessant für eine Verabredung wurden allerdings autistische Profile bewertet, die die autistischen Eigenarten und Interessen stark mit typischen Interessen vermischten. Womöglich erzeugte dies bei den Leserinnen der Profile einen verwirrenden und widersprüchlichen Eindruck. Weiterhin konnten die Autor:innen zeigen, dass sich die positive Beschreibung von Autismus-Merkmalen, sowie die explizite Darstellung der Autismus-Diagnose günstig auswirken und die wahrgenommene Attraktivität und die wahrgenommene Vertrauenswürdigkeit steigerten. Die Autor:innen empfehlen Autisten daher, ihr Profil konsequent mit ihren Eigenschaften darzustellen, ihren Autismus explizit zu erwähnen, und bei der Darstellung ihrer Persönlichkeitsmerkmale und Interessen positive Formulierungen zu verwenden.
  • Bronan und Gavin (2021) untersuchten die Auswirkungen von stigmatisierenden Einstellungen zum Autismus auf die Bereitschaft von heterosexuellen Frauen, eine autistische Person bei der Online-Partnersuche zu treffen. Erneut fanden sie heraus, dass positive Beschreibungen der autistischen Merkmale und eine explizit berichtete Autismus-Diagnose zu einer höheren Attraktivitäts-Wahrnehmung führte. Vor allem aber zeigte sich, dass Personen, die Autist:innen stigmatisieren bei einer expliziter Autismus-Diagnose das Interesse an einem Treffen verloren, während Personen, die Autisten nicht stigmatisieren, durch die Darstellung einer Autismus-Diagnose ein höheres Interesse entwickeln, die Person zu treffen.
  • Barros (2021) argumentiert in einem allerdings stark theoretischem Artikel, dass computerbasierte Technologie und Online-Dating die Chancen für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen erhöht haben, partnerschaftliche Beziehungen zu finden und Kinder zu bekommen. Barros argumentiert, dass die Technologie der Online-Partnersuche für Autisten Möglichkeiten bereitstelle, die für sie besonders geeignet seien und zu deren effektiver Nutzung es ihnen entsprechend nicht an Fertigkeiten mangele.

Es lässt sich aus diesen und weiteren Befunden also die erfreuliche Botschaft ableiten, dass Autisten Partnerschaften finden und führen können und dass gerade die Online-Partnersuche für Autisten ein besonders geeigneter Weg ist. Dabei gilt die Empfehlung, offen bezüglich des eigenen Autismus zu sein und diesen bereits im Profil zu erwähnen, sowie die eigenen (autistischen) Eigenschaften mit positiven Formulierungen zu beschreiben.

Allerdings wird ebenfalls deutlich, dass nicht jede Dating-Webseite den Anforderungen von Autisten entspricht, ihre Stärken in den Vordergrund stellt und ihre Defizite kompensiert. So dürften insbesondere die typischen Dating-Apps oftmals zu einer Überforderung für Autisten führen, da es keinerlei Vorauswahl gibt. Dadurch wird aber das Finden der auch vor dem Hintergrund der vorliegenden Autismus für eine Partnerschaft geeigneten Person deutlich erschwert.

Insgesamt lässt sich aber sagen, dass die Online-Partnersuche durch die computervermittelte Kommunikation von Kontexten befreit, die Autisten schwer verstehen können und auf die sie daher oft nicht sofort angemessen reagieren können. Diese Entfernung ablenkender oder fehlleitende Kontexte bei der Online-Partnersuche senkt die Schwelle für das Kennenlernen und vermindert Verwirrung und Unklarheit.

Über das Online-Dating kann dann ein so intensiver, reflektierter und vertiefter Kontakt entstehen, dass die Dating-Partner:innen von Autisten lernen, diese zu verstehen und sich auf sie einzulassen. Gelingt dies, ist der Übergang in die offline-Ebene möglich und eine Beziehung kann entstehen.

Gerade Autisten können zudem potenziell von Vermittlungsalgorithmen bei Online-Partnervermittlungen profitieren. Dadurch entsteht eine Vorauswahl von Personen, mit denen sie in Kontakt treten können. Ohne diese Vorauswahl wäre es für Autisten wegen ihrer Schwierigkeiten in der Verarbeitung sozialer Kontextinformation schwer, geeignete Personen zu identifizieren.

Partnervermittlung für Autisten bei Gleichklang

Bei Gleichklang gehen wir einen Schritt weiter, um Autisten noch stärker bei ihrer Partnersuche zu unterstützen als dies typischerweise bei Online-Partnervermittlungen der Fall ist.

Hierfür gibt es bei Gleichklang die spezielle Unterstützungs-Option für Mitglieder mit Autismus und Asperger-Syndrom. Mithilfe dieser Option können wir unseren autistischen Mitglieder ihre Partnersuche und Freundschaftssuche deutlich erleichtern:

  • Mithilfe der Autismus-Option unterstützen wir bei unserer Partnervermittlung unsere Mitglieder mit Autismus (alle im Autismus-Spektrum, auch die, die sich weiterhin als Asperger bezeichnen) dabei, genau solche Menschen zu finden, die ein Verständnis und eine Akzeptanz für ihre Besonderheiten aufweisen, diese in Teilen auch als Ressource betrachten und mit ihnen konstruktiv umgehen können. Dadurch steigt die Chance, dass es zu einer positiven Kommunikation kommt, ein echtes Kennenlernen eintritt und die autistischen Merkmale in eine Liebesbeziehung positiv integriert werden können.
  • Zudem können unsere autistischen Mitglieder bei ihrer Partnersuche im Rahmen ihrer Möglichkeiten unbefangener und unverkrampfter mit den offerierten Partnervorschlägen in Kontakt treten, da sie bereits von einer Grundakzeptanz ausgehen können. Dies hilft ihnen, ihre Partnersuche voranzubringen.
  • Die Partnersuche wird so für Menschen mit Autismus gleichzeitig ein sozialer Übungs- und Lernprozess, der ihnen wichtige sexuelle und romantische Beziehungserfahrungen vermitteln und ihre Persönlichkeitsentwicklung fördern kann.
  • Durch die Vermittlung nach Akzeptanz und Wertschätzung wird die Gefahr von rüder Zurückweisung vermindert und es wird ebenfalls die Gefahr vermindert, dass das Kennenlernen aufgrund von mit Autismus/Asperger zusammenhängenden Missverständnissen abgebrochen wird.
  • So haben Partnersuchende mit Autismus und Asperger bei Gleichklang die Chance, sich schrittweise auf eine Kommunikation einzulassen, ihre sozial-kommunikativen Fertigkeiten dabei weiter zu trainieren und gleichzeitig die Basis für eine tragfähige und wertschätzende Partnerschaft zu schaffen.

Auf die gleiche Art und Weise unterstützen wir die Freundschaftssuche für unsere Mitglieder mit Autismus:

  • Auch im Freundschafts-Bereich erfragen wie von allen unseren Mitgliedern die Bereitschaft und Akzeptanz für eine Freundschaft mit einer Person mit Autismus oder Asperger.
    Bei der Freundschaftsvermittlung legen wir diese Akzeptanz zugrunde und tragen so dazu bei, dass eine erfolgversprechende Vorauswahl für eine mögliche Freundschafts-Entstehung offeriert werden kann.

Neben der Vermittlungsoption für Autisten profitieren Autisten natürlich ebenso von dem Gesamtkonzept unseres psychologischen Matching, welches bei der Partnervermittlung und Freundschaftsvermittlung solche Personen zusammenbringt, die miteinander eine tragfähige Partnerschaft oder Freundschaft aufbauen können:

  • Dies betrifft die umfassende Berücksichtigung verschiedener Geschlechter und geschlechtlicher Identitäten sowie sexueller Orientierungen, die für Autisten ebenso wichtig sind wie für alle anderen Personen. Gleichklang untertützt die Partnervermittlung und Freundschaftssuche für Personen, die sich in einem der binären Geswchlechter “Mann” und “Frau” zuordnen, ebenso wie  für Menschen, die non-binär (nicht-binär) sind, Transgender (Transidentität), intersexuell (Intergeschlechtlichkeit) sind oder eine Geschlechtsfluidität im Sinne von genderqueer aufweisen. Bei unserer Partnervermittlung für Autisten wie für alle Mitglieder unterstützen wir die Partnersuche für heterosexuelle, homosexuelle, schwule, lesbische, bisexuelle, pansexuelle, omnisexuelle, skoliosexuelle, asexuelle, demisexuelle und sapiosexuelle Mitglieder, sowie für Mitglieder, die beispielsweise im Sinne von homoflexibel oder heteroflexibel, eine Fuuidität ihrer sexuellen Orientierung aufweisen.
  • Ebenso liegen uns Inklusivität und Unterstützung der Partnersuche und Freundschaftssuche für Partnersuchende und Freundschaftssuchende mit Behinderungen (Körperbehinderungen, Sinnesbehinderungen), Handicaps, Angewiesensein auf den Rollstuhl, chronischen körperlichen Erkrankungen (Krebs, Diabetes, Multiple Sklerose, Herzerkrankungen etc. ), anderen seelischen Erkrankungen (Panikstörung und anderen Angststörungen, Depressionen, Essstörungen, Zwangsstörungen, soziale Phobie, Psychosen), sexuellen Funktionsstörungen (Erektionsstörung, Vaginismus, Orgasmusstörung etc. ) oder HIV am Herzen. Wir vermitteln hier ebenso nach dem Akzeptanz-Prinzip, wie wir es für unsere autistischen MItglieder anwenden.

Informationen über Autismus

Autismus wird in der Psychologie und Psychiatrie als eine Entwicklungsstörung bezeichnet, die mit Besonderheiten der Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung und besonders auch der sozialen Information uns Wahrnehmungsverarbeitung einhergeht.

So fällt es Autisten schwer, soziale und emotionale Informationen zu verarbeiten und korrekt zuzuordnen. Blickkontakt, Körpersprache, allgemein die nonverbale Kommunikation, bei schwerem Autismus auch die sprachliche Kommunikation sind beeinträchtigt. Auch der eigene Emotions-Ausdruck verändert. Entsprechend ergeben sich Auffälligkeiten in der sozialen Interaktion, einschließlich freundschaftlicher und partnerschaftlicher Beziehungen.

Ursprünglich wurde unter Autismus eine schwere Entwicklungsstörung verstanden, die mit entsprechend tiefgreifenden Auffälligkeiten und oftmals, aber nicht immer zusätzlich mit einer Intelligenzminderung verbunden war. Dieser schwere Autismus wird weiterhin als frühkindlicher Autismus diagnostiziert.

Die Sichtweise des Autismus als schwerwiegende Entwicklungsstörung hat sich jedoch in den zurückliegenden Jahren verändert, indem zunehmend leichtere und leichte Formen des Autismus beschrieben und klassifiziert worden sind, die früher teilweise gar nicht als psychische Störung diagnostiziert worden wären.

So wurden von der WHO die Begriffe des Asperger-Syndrom und des “atypischen Autismus” eingeführt. Ebenfalls wurde der Begriff des “hochfunktionalen Autismus” begründet, der autistische Besonderheiten beschreibt, die mit normaler oder guter Intelligenz und hoher psychosozialer Anpassungsfähigkeit einhergehen.

Mittlerweile werden alle diese Phänomene und Besonderheiten unter des Spektrum Autismus oder der Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zusammengefasst.

Der traditionell als solches verstandene schwere Autismus tritt im frühesten Kindesalter auf – definitionsgemäß vor dem dritten Lebensjahr. Er zeigt sich anhand schwerer Auffälligkeiten im sozialen Umgang und der Kommunikation, sowie in sich repetitiv wiederholenden stereotypen Verhaltensweisen, wobei es aber auch viele Kompensationsmöglichkeiten gibt.

Im Unterschied zu diesem sogenannten frühkindlichen Autismus werden andere Formen des Autismus, wie das früher und von einigen weiterhin benannte Asperger-Syndrom, und auch andere Formen im Autismus-Spektrum oft viel später, nicht selten im Erwachsenenalter und häufig sogar gar nicht diagnostiziert. Grund hierfür ist, dass schwerwiegende Auffälligkeiten fehlen und die zu beobachtenden Besonderheiten nicht immer sofort zugeordnet werden oder auch nicht als von Krankheitswert wahrgenommen werden.

Die geringsten Auffälligkeiten werden dabei in der traditionellen Sichtweise bei Menschen mit Asperger-Syndrom beschrieben, während der hochfunktionale Autismus frühe Verhaltensauffälligkeiten wie beim frühkindlichen Autismus zeigt, einschließlich einer verzögerten Sprachentwicklung. Jedoch ist diese verzögerte Sprachentwicklung beim hochfunktionalem Autismus oftmals später kompensierbar und die Unterschiede zum Asperger-Syndrom können verschwimmen. Heute wird im Rahmen des Autismus-Spektrum allerdings der Begriff Asperger nicht mehr offiziell nach ICD-11 verwandt, spielt aber auch in aktueller Forschung weiterhin eine Rolle. Ebenfalls gibt es weiterhin eine Reihe Autisten, die für sich selbst nach wie vor den Begriff Asperger verwenden.

Im Autismus-Spektrum werden nicht nur Schwierigkeiten der emotional-sozialen Kommunikation beschrieben, sondern es können ebenfalls Ressourcen beobachtet werden. Dies betrifft sowohl eine mögliche mit Hochintelligenz als auch besondere Teilbegabungen, die als Insel-Begabungen bezeichnet werden. Diese werden in der Literatur zum traditionellen Asperger-Begriff oft beschrieben.

Eine bekannte Person mit AutismusAsperger-Syndrom ist Greta Thunberg, woraus noch einmal die möglichen mit dem Asperger-Syndrom einhergehenden Ressourcen deutlich werden, einschließlich einer Sensitivität für unsere Umwelt und die Tierwelt und die Bereitschaft, sich sozial zu engagieren. Greta Thunberg bezeichnet sich selbst als Asperger und sieht dies als eine Ressource.

Weitere bekannte Personen mit Autismus sind Susan Boyle, Courtney Love, Dan Harmon, Dan Aykroyd, Daryl Hannah, Sir Anthony Hopkins und Andy Warhol.

Trotz dieser klaren Ressourcen und Möglichkeiten zu einem erfolgreichen Leben fällt es auch Menschen mit Asperger-Syndrom oft schwer, eine ausreichende Spontanität in ihrem sozialen Interaktionsverhalten zu zeigen und es werden – wie auch bei anderen Formen des Autismus – (leichtere) Beeinträchtigungen der non-verbalen Kommunikation beschrieben.

Autismus und Partnerschaften

Personen mit Autismus, einschließlich Asperger-Syndrom, sind in der Entwicklung ihres partnerschaftlichen Beziehungsinteresses typischerweise verzögert. Bei leichteren Formen des Autismus und bei Asperger-Syndrom tritt aber oftmals mit Verzögerung der Wunsch nach Partnerschaft auf.

Jedoch erleben sich Menschen mit Autismus und Asperger-Syndrom oft als blockiert oder schwer fähig, mit Menschen in einen entsprechend intimen Kontakt zu treten, eine partnerschaftliche Beziehung zu finden, aufzubauen und zu erhalten.

Dies hängt auch damit zusammen, dass non-verbale und emotionale Signale durch die Betreffenden missverstanden werden können, was ein angemessenes und vom Gegenüber wiederum verstandenes Reagieren erschwert.

Auch die bei Menschen mit Autismuszu beobachtende Schwierigkeiten, in Blickkontakt zu treten und körperliche Nähe zu anderen Menschen herzustellen, erschwert die Partnersuche.

Obwohl bespielsweise Menschen mit Asperger-Syndrom und auch andere aus dem Autismus-Spektrum keine sichtbaren Behinderungen aufweisen, ist ihnen doch die soziale Vernetzung, die Partnersuche und die Führung sexuell-romantischer Beziehungen erschwert.

Entscheidend ist, dass Menschen mit Autismus und Asperger dazu in der Lage sind, freundschaftliche, sexuelle und romantische Beziehungen aufzunehmen. Neben ihren eigenen Bemühungen für eine effektive soziale Interaktion sind aber ebenso die Bemühungen der anderen Person wichtig, ihr Verhalten und Erleben zu verstehen und dies beispielsweise nicht als Ausdruck von Desinteresse oder Schüchternheit zu bewerten.

Während es Menschen mit leichtem Autismus und Asperger schwerfällt, soziale Regeln zu verstehen und sich in das Verhalten der entsprechenden nicht austitischen Personen hineinzuversetzen (was freilich auch umgekehrt gilt), gibt es keine überzeugenden Belege dafür, dass es ihnen auch emotional an Empathie und Mitgefühl fehlen würde. Das Beispiel Greta Thunberg zeigt, wie stark auch eine Person mit Asperger Empathie für eine durch Umweltzerstörung gefährdete Menschheit und Tierwelt erleben kann.

Wenn andere Personen bereit und in der Lage sind, sich in eine Person mit Autismus, einschließlich Asperger hineinzuversetzen, sie verstehen und anzunehmen und auch mit Verhaltensbesonderheiten (z.B. ausgeprägte Routinen) umgehen zu können, sind stabile und glückliche partnerschaftliche Beziehungen zwischen Autisten und Nicht-Autisten möglich.

Entscheidend dafür ist das Interesse und Bemühen beider Seiten, sowie die beidseitige Akzeptanz für Unterschiedlichkeit mit dem fortwährenden Fokus darauf, einander zu verstehen und voneinander zu lernen. Dieser Fokus sollte bereits in den ersten Schritten der Online-Partnersuche hergestellt werden und von dort an die entstehende Beziehung weiterhin prägen.

Anekdotisch wird übrigens über eine Beziehung zwischen Hochsensibilität und Asperger-Syndrom bzw. Autismus berichtet:

  • So beobachten einige Hochsensible bei sich offenbar Autismus-Züge.
  • Umgekehrt erkennen sich Personen mit diagnostiziertem Autismus in den Definitionskriterien von Hochsensibilität wieder
  • Beiden ist in der Tat die starke Tendenz zur schneller Reizüberlastung gemeinsam

Wissenschaftliche Studien, die eine Nähe zwischen Autismus und Hochsensibilität belegen würden, liegen aber derzeit nicht vor.

In unseren beiden Hochsensibilitäts-Tests “Hochsensibilitäts-Test (HSP-Test)” und “Hochsensibilität-Struktur-Test” erfragen wir seit einiger Zeit auch das Vorliegen einer durch Experten (Pscholog:innen, Psychiater:innen) gestellten Autismus-Diagnose. Wir werden die Ergebnisse auswerten und im Gleichklang-Blog publizieren, wenn ausreichende Daten zur Verfügung stehen.

Bilanz “Autismus und Online-Partnersuche”

Autisten entwickeln häufig den Wunsch nach sexuellen und romantischen Beziehungen. Autisten sind zudem nach vorliegenden Studien dazu in der Lage, auch dauerhafte Partnerschaften zu führen.

Die Struktur der Online-Partnersuche ist für Autisten ein besonders geeignetes Medium, um Defizite zu kompensieren und Ressourcen zum Tragen zu bringen. Profile von Autisten werden dabei durchaus positiv bewertet, wenn sie ihre Eigenschaften offen, aber in positiver Sprache schildern und auch ihren Autismus offen benennen.

Partnervermittlungen sind für Autisten besser geeignet als Dating-Apps, Singlebörsen oder andere Dating-Webseiten, weil ihnen so eine Vorauswahl zur Verfügung gestellt wird, auf die sie ihre Kommunikation konzentrieren können.

Gleichklang unterstützt Autisten durch die autistische Vermittlungs-Option gezielt bei ihrer Partnersuche und Freundschaftssuche:

  • Wir erfragen von allen unseren Mitgliedern, ob bei Ihnen Autismus vorliegt. Wir fragen ebenfalls alle Mitglieder, ob sie bereit und interessiert sind, sich auf den Aufbau einer Partnerschaft oder Freundschaft mit einem autistischen Mitglied einzulassen.
  • So können autistische Mitglieder bei Gleichklang auf eine besonders passende Vorauswahl von Personen zurückgreifen, mit denen sie die Möglichkeit einer Partnerschaft oder Freundschaft ausloten können.