Verlieben, Verliebtsein, Liebe und Partnerschaft

Was verbirgt sich eigentlich hinter den Begriffen Liebe, Verlieben, Verliebtsein, Verliebtheit und Partnerschaft? Führt Partnersuche immer über das Verlieben und Verliebtsein bzw. die Verliebtheit zu Liebe und Partnerschaft?

Psychologische Studien zeigen, dass dies ein möglicher und sicherlich häufiger Verlauf ist, es aber durchaus aber auch andere Entwicklungswege zu Liebe und Partnerschaft gibt.

Verlieben und Verliebtsein / Verliebtheit sind durch Leidenschaft geprägte Prozesse. Sie gehen mit Idealisierung, unbedingter Zuwendung, Aufregung und Positivität einher. Verlieben und Verliebtsein / Verliebtheit sind durch eine Heraufregulation positiver Emotionalität geprägt, die auch das Denken zu den für Verliebtheit typischen Idealisierungstendenzen führt. Die Aufmerksamkeit beim Verliebten ist selektiv auf Positives gerichtet, die Gemeinsamkeit mit dem Objekt der Verliebtheit wird als unbedingt wertvoll erlebt. Prozesse des Verliebens und der Verliebtheit kennen keine Langeweile und keine Ernüchterung. Verankert sind Verlieben und Verliebtsein stark emotional. Mit differenziert gedanklicher Betrachtung oder  verhaltensbezogener Bindung hat Verliebtheit wenig zu tun. Verlieben heißt, sich zu begeistern, nicht kritisch zu analysieren. Verliebte können im Extremfall gar irrational handeln, dabei sogar ihre Liebe, die womöglich nicht einander, sondern anderen gilt, aufs Spiel setzen.

Verlieben und Verliebtheit lassen das Leben in rosigen Farben erscheinen. Dies aber im Regelfall nur für kurze Zeit. Denn die heiße Kognition der Verliebtheit kühlt bald ab und dann kommen erneut analytisch-gedankliche Prozesse des Nachdenkens, der Reflektion und des Schlussfolgerns stärker zur Geltung. Sich zu verlieben heißt noch nicht, Liebe zu finden. Wer verliebt ist, hat Liebe noch nicht gefunden. Im Gegenteil, nicht selten bedeutet das Ende der Verliebtheit auch das Ende der Liebe, bevor diese überhaupt begonnen hat.

Was aber ist Liebe? Eine einfache Definition von Liebe gibt es nicht. Aus psychologischer Sichtweise ist Liebe mehr als ein Gefühl. Liebe ist dort, wo Gefühle, Gedanken und Handeln in Kongruenz stehen. Liebe heißt, füreinander positiv in hoher Intensität zu empfinden, dabei den anderen auch gedanklich als Mensch positiv zu bewerten und sich für ihn im Rahmen einer Bindung zu entscheiden. Nur wenn alle drei Komponenten gegeben sind, kann von reifer Liebe gesprochen werden. Verlieben und Verliebtheit kennen dagegen nur die Gefühlskomponente, bei der reifen Liebe treten die gedankliche Komponente und die Bindungskomponente hinzu.

Im Einzelfall allerdings unterscheidet sich die Art, wie Menschen lieben. Das Ausmaß von Art und Intensität ihrer Beteiligung der drei Komponenten schwankt. Stile der Liebe sind vielfältig. Sie lassen aber danach unterscheiden, wie stark und konsistent Gefühls-, Gedanken- und Bindungskomponenten ausgeprägt sind.

Die spielerische Liebe geht mit positiven Gefühlen und positiven Bewertungen einher. Deren Intensität ist aber eher mäßig und die Bindungskomponenten fehlt. Eine Trennung kann daher schnell erfolgen. Spielerische Liebe ist kokketierend, Verliebtsein und Verliebtheit mögen da sein, sie werden aber eher als leicht und unbeschwert empfunden. Ihre Intensität ist vergleichsweise gering.

Die pragmatische Liebe beruht auf einer Bindungsentscheidung und einer pragmatischen Bewertung einer Beziehung als sinnvoll. Die Gefühlskomponenten ist aber eher niedrig ausgeprägt. Leidenschaft besteht nicht.

Die freundschaftliche Liebe kennt alle drei Komponenten, jedoch ist die Intensität des Liebes-Gefühls nicht ganz so hoch, die kognitive Bewertung eher realistisch und wenig idealisierend und Bindungskomponenten nicht ganz so stark. Eine pramatisch basierte Partnerschaft beginnt nicht unbedingt mit Verlieben und Verliebtheit, sondern kann auch durchaus auch aus Erwägungen von Zweckmäßigkeit geschlossen werden.

Bei der besitzergreifenden Liebe sind Gefühls- und kognitive Bewertungskomponente schwankend, eine Hass-Liebe kann die Folge sein. Starke Schwankungen treten in den Gefühlen, den Gedanken und im Hinblick auf die Sicherheit der Bindungsentscheidung auf. Leidenschaft kann mit Verzweiflung wechseln. Eifersucht ist das Hauptmermal der Mania der besitzergreifenden Liebe.

Bei der aufopferungsbereiten Liebe sind alle drei Komponenten stark ausgeprägt, insbesondere aber die Bindungskomponenten, die dominiert. Hier kann Bindung bis hin zur Selbstaufgabe führen.

Die romantische Liebe ähnelt mit ihrer starken Gefühlsbeteiligung dem Verlieben und der Verliebtheit. Im Idealfall nähert sie sich an eine integrierte Liebe an, die neben dem Gefühlsleben auch Kognition und Bindungs-Handeln gleichwertig einschließt.

Letztlich gibt es keine guten und schlechten Liebes-Stile. Die Beziehungsqualität hängt aber stark mit den individuellen Stilen der Liebe der Beteiligten zusammen (siehe auch: Faktoren der Partnerschaftszufriedenheit). Inkompatibilitäten in der Art und Weise, wie Liebe gewollt und gelebt wird, kann schnell zu Partnerstreit und Trennungen führen. Die Übereinstimmung der Liebesstile ermöglicht dagegen oftmals eine auf gleichberechtigter Akzeptanz und Wertschätzung beruhende Partnerschaft.

Vor diesem Hintergrund unterstützt Gleichklang mit seiner Psychologisch fundierten Partnervermittlung die Partnersuche durch ein Matching der Liebes-Stile. So können Sie eine Partnerin oder einen Partner finden, der/die im Hinblick auf seine Art des Liebens mit ihnen harmoniert, wodurch Partnerglück möglich wird.

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