Psychologie der Partnersuche und von Beziehungen
Seit 2006 stellen wir bei Gleichklang die Psychologie in den Vordergrund all unseres Wirkens, um die Partnersuche und Freundschaftssuche unserer Mitglieder mit der höchstmöglichen Effektivität zu unterstützen.
Unsere Vorgehensweisen haben sich über die Zeit weiterentwickelt, da sich der psychologische Forschungsstand zu Online-Dating und Partnersuche sowie die Psychologie romantischer Beziehungen und von Beziehungen im Allgemeinen verändert und erweitert hat.
Gleich geblieben ist aber die Philosophie unserer Dating-Plattform, mit deren Hilfe wir durch die systematische Anwendung psychologischer Methoden unseren Mitgliedern nicht nur eine Partnerfindung zu ermöglichen versuchen, sondern darüber hinaus (im Rahmen unserer Möglichkeiten) dazu beizutragen, dass bei Gleichklang entstehende Beziehungen auch langfristig tragfähig sind und mit einer hohen Beziehungszufriedenheit einhergehen.
In diesen ausführlichen Wissensressourcen erklären wir für die, die tiefer interessiert sind, was die Psychologie über Partnersuche weiß und daran anknüpfend, wie wir als psychologische Partnervermittlung und Freundschaftsvermittlung die Methoden der Psychologie verwenden, um die Beziehungsfindung unserer Mitglieder zu unterstützen.
Psychologische Forschung zum Online-Dating
Es gibt mittlerweile eine wachsende Forschung zum Online-Dating, wobei sich diese Forschung oft auf die sogenannten Apps bezieht, wie Tinder, um die berühmteste zu nennen.
Leider fehlt uns aber bemerkenswerterweise die eine entscheidende Studie, die es uns ermöglichen würde, zu verstehen, wie effektiv diese Dating-Apps tatsächlich sind: eine repräsentative Stichprobe an Partnersuchenden, die über einen Zeitraum von 20 Jahren bei ihrer Nutzung der Dating-Apps und auch dem Verlauf ihrer gefundenen partnerschaftlichen Beziehungen begleitet wurden. Das Fehlen dieser Studie weist bereits auf das Grundproblem hin, das sich aus psychologischer Sicht stellt.
Dating-Apps haben Milliardenressourcen zur Verfügung. Sie könnten ohne Weiteres eine unabhängige psychologische Institution beauftragen, eine repräsentative Studie zur Effektivität von Dating-Apps aus psychologischer Sicht durchzuführen. Wäre das Ergebnis positiv, wäre dies die beste Werbung für Dating-Apps, die möglich wäre.
Aber anstatt diese Studie zu ermöglichen, konzentrieren sich die Dating-Apps auf ganz andere Auswertungen, die viele Randfragen beantworten, aber nicht das, was uns eigentlich alle interessiert.
Über die Hintergründe dieses Phänomens berichtet auch das Video unseres Mitgründers und Psychologen Guido F. Gebauer unter dem Titel „Gewollte Einsamkeit – die Masche der Dating-Apps“.
Derweil haben sich über die Jahre aber dennoch viele Informationen aus psychologischer Forschung zu den Dating-Apps akkumuliert, die das folgende Bild ergeben:
- Dating-Apps sind in ihrer Struktur und auch in ihren Abrechnungsmechanismen darauf angelegt, die Nutzer:innen in der App zu halten. Sie sind nicht darauf optimiert, dauerhaft tragfähige partnerschaftliche Beziehungen zu vermitteln. Vielmehr werden systematisch attraktiv wirkende Profile einer großen Anzahl an Nutzer:innen als Belohnungsreize vorgeschlagen, sodass immer wieder die Hoffnung auf den Kontakt zu einem aktiven Profil vermittelt wird. Das kann bis hin zu hunderttausend- oder millionenfachen Vorschlägen derselben Person an andere Personen gehen. Die Chancen auf Erfolg sind gleich null, aber der Belohnungsreiz wirkt dennoch. Dating-Apps leben so mehr von der Hoffnung als von realer Partnervermittlung.
- Dating-Apps sind so aufgebaut, dass typischerweise Auswahlentscheidungen innerhalb von Sekunden und vorwiegend am Aussehen orientiert getätigt werden. Tatsächlich können wir als Menschen jedoch aus Bildern fast keine Informationen über die Persönlichkeit der Person entnehmen, auch wenn wir uns das manchmal einbilden. Zudem führt der Fokus auf das Bild zu Tendenzen, verfälschte und geschönte Bilder einzustellen. Das Aussehen korreliert darüber hinaus nicht mit dem Ausmaß, mit dem wir in einer Beziehung miteinander glücklich werden können. Die Nutzer:innen orientieren sich so an Kriterien, die mit einer möglichen Beziehungszufriedenheit nicht verbunden sind.
- Nutzer:innen von Dating-Apps haben selbst das Gefühl, dass die Systeme nicht in ihrem Interesse laufen. Psychologische Studien zeigen, dass sie daher eigene Theorien entwickeln, wie sie die Systeme austricksen können. Es handelt sich hierbei jedoch um individuelle Theorien, die tatsächlich kaum einen Bezug zur komplett intransparenten Realität aufweisen. Damit werden Nutzer:innen von Dating-Apps aus psychologischer Sicht Spieler:innen und Casinobesucher:innen ähnlich.
- Tatsächlich beruht das System der Dating-Apps auf kurzfristigen Belohnungsreizen, die neurophysiologisch durch Dopamin-Ausschüttungen vermittelt werden. Profile mit attraktiven Fotos wirken als Reize, die uns euphorisieren. Kommt die Leere, kompensieren wir diese mit erneuter Dating-Aktivität. Psychologische Befunde weisen insofern darauf hin, dass Dating-Apps auch auf Suchtmechanismen beruhen. Dies erklärt, warum sie zu den am besten heruntergeladenen, gelöscht und sodann erneut heruntergeladenen Apps überhaupt gehören.
- Befinden wir uns in einem Spielemodus, ist die Chance gering, dass wir uns ernsthaft auf eine Beziehungsentstehung einlassen können. Psycholog:innen legen nahe, dass Dating-Apps dazu verführen, das eigentliche Ziel der Partnersuche durch andere Ziele zu ersetzen, die sich auf Unterhaltung, Ablenkung, virtuelles Chatten, erotische Fantasien, Selbstbestätigung und nicht verbindliche Kontakte beziehen. Vielen Nutzer:innen wird dies jedoch nicht einmal bewusst. So können sie jahrelang bei Dating-Apps suchen und glauben, sie täten etwas für ihre Partnersuche, obgleich sie tatsächlich die Chancen auf eine Partnerfindung untergraben.
- Psychologische Studien zeigen zudem, dass bei den Dating-Apps Nutzer:innen mit sehr unterschiedlichen Motiven vertreten sind. Das Motiv Beziehungsfindung ist nur eines der Motive unter vielen. Auf einer Skala von 15 erreicht es nur einen Mittelwert von drei. Erlebnisorientierung, Trendorientierung, aber auch rein erotische Motive und Selbstbestätigung sind relevant. Andere wollen sich von Beziehungsschmerzen ablenken oder ihre Expartner:innen vergessen. In einem solch heterogenen Pool wird es für Nutzer:innen sehr schwer, eine kompatible Person für eine Beziehung zu finden, zumal das Matching der Dating-Apps nach allem, was aus psychologischen Studien zu rekonstruieren ist (die Anbieter bleiben intransparent), offenbar fast ausschließlich auf Fotoattraktivität ausgelegt ist.
Leider deuten mehrere psychologische Studien an, dass Dating-Apps auch in noch tieferem Sinne unsere Bindungsbereitschaft unterlaufen können:
- Werden Nutzer:innen in Experimenten zum Online-Dating mehrere Profile gezeigt, die sie direkt nacheinander durchscrollen, entstehen innere Abwertungshaltungen. Die gleichen Profile, die – wenn sie einzeln gezeigt worden wären – Interesse ausgelöst hätten, werden nun als uninteressant erlebt. Genau dies ist aber der tragende Mechanismus der gesamten Dating-Industrie: so viele Profile wie möglich jederzeit zur Verfügung zu stellen. Nicht wenige machen es sich zur regelmäßigen Freizeitbeschäftigung, oft auch noch vor dem Schlafengehen, Dating-Apps zu öffnen und durch Profile zu scrollen.
Online-Dating, Bindungsbereitschaft unf Choice Overload
Der psychologische Hintergrund ist, dass wir in einen kritischen Vergleichsprozess eintreten. Gleichzeitig wirken interessante Profile im Kontext von sehr wenigen hochattraktiven Profilen plötzlich weniger interessant. Durch das Wissen um die ständige Scrollmöglichkeit entsteht die ewige Hoffnung auf ein noch besseres Profil. Damit gelingt es uns nicht, innezuhalten und in einen echten Kontakt einzutreten.
Es geht sogar noch weiter:
- Psychologische Studien zeigen ebenfalls, dass allein die Vorstellung von Alternativen – also das Wissen, es gibt weitere Profile – dazu führt, dass bei Teilnehmenden am Online-Dating ihre Bindungsbereitschaft sinkt. Allein zu wissen, es gibt weitere, führt also dazu, dass Nutzer:innen beim Online-Dating selbst ihre Bindungsbereitschaft als reduziert wahrnehmen. Gleichzeitig zeigen andere psychologische Studien, dass Singles mit geringerer Bindungsbereitschaft häufiger Single bleiben.
Ein weiteres Puzzlestück in der psychologischen Rekonstruktion der Dating-Apps beruht auf dem Choice-Overload-Effekt:
- Studien im Bereich der Konsumentenforschung belegen eindrücklich, dass die Erhöhung der Anzahl an Alternativen zu immer schlechteren und oberflächlicheren Entscheidungen führt. Grund ist einfach, dass unsere menschliche Informationsverarbeitungskapazität für reflektierte Entscheidungen begrenzt ist. Wenn wir nun mit Profilen überflutet werden, müssen wir zu immer einfacheren und oberflächlicheren Auswahlkriterien greifen. Wir können die Profile nicht mehr ernsthaft betrachten. Das Ergebnis sind die berüchtigten Sekundenentscheidungen, mit denen Profile weggewischt oder als interessant eingeordnet werden.
Einfachheit reduziert Ernsthaftigkeit
Dating-Apps bedienen ein weiteres Prinzip der Psychologie:
- Je einfacher wir Menschen machen, irgendwo einzutreten, desto eher tun sie es. Ein Profil bei einer Dating-App ist in zwei Minuten eröffnet, alles scheint zunächst kostenlos. Es gibt keinerlei Hürde, die Menschen überspringen müssten. Also melden sich viele an, denen es nicht um ernsthafte Beziehungen geht. Erneut wird dadurch das Finden einer Beziehung zur berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen, zumal manche sich auch nicht wieder abmelden – warum auch, kostet ja nichts.
Online-Dating von Menschen in festen Beziehungen
Eine weitere psychologische Studie gelangt zu dem Ergebnis, dass bis zu zwei von drei Nutzer:innen bereits in einer Beziehung leben. Tinder behauptet, diese Zahlen seien falsch, benennt aber keine eigenen belastbaren Daten. Wenn jemand bei Tinder sucht, wird er oder sie sich offiziell eher als Single bezeichnen, um die Chancen auf virtuelle Kontakte zu verbessern. Diejenigen, die nun aber echte bei Dating-Apps nach einer Partnerschaft suchen, werden so unwissentlich mit der Situation konfrontiert, dass viele derjenigen, mit denen sie Kontakt haben, in Wirklichkeit längst in einer Beziehung leben.
Dating-Apps haben also eine psychologisch optimierte Strategie entwickelt, um die Nutzer:innen um jeden Preis bei den Apps zu halten. Genau dies sagte auch der Tinder-Gründer selbst, der erklärte, er habe Tinder nach dem Modell der ewig pickenden Taube beim operanten Konditionieren des Psychologen Skinner entwickelt. Er hat also seine mittlerweile weltweit führende Dating-App nicht so entwickelt, um dauerhafte, tragfähige und glückliche Beziehungen zu optimieren, sondern das ewige Hin- und Wegwischen seiner Nutzer:innen.
Hieraus ergibt sich aus psychologischer Sichtweise eine weitere Gefährdung, die sich nicht nur auf die Partnersuche, sondern sogar auf unsere Beziehungsfähigkeit bezieht:
- Wenn Menschen selbst nach Beziehungsbeginn weiterhin Dating-Apps verwenden und dort nach dem Kick suchen, könnte dies die Tragfähigkeit und emotionale Nähe ihrer Beziehungen tangieren.
Ein Klient im Dating-Coaching konnte immer relativ leicht Kontakt über Dating-Apps herstellen und auch Beziehungen beginnen. Alle endeten jeweils nach wenigen Monaten. Der Grund: Der Klient nutzte selbst während seiner Beziehungen Dating-Apps und hatte so nicht mehr die psychischen Ressourcen und am Ende nicht mehr die Motivation, sich auf die Beziehung wirklich einzulassen.
Auch globale Trends der Single-Raten sprechen dafür, dass Dating-Apps aufgrund ihrer Struktur aus psychologischer Sichtweise nicht für die Partnerfindung geeignet sind. Während die Kontaktoptionen durch Dating-Apps explodierten, sind die Single-Raten in den entsprechenden Ländern kontinuierlich gestiegen. Viele Menschen erleben unfreiwilliges Single-Sein, und dies tun sie seit den Dating-Apps nicht weniger, sondern mehr.
Der Soziologe Zygmunt Bauman sprach von Liquid Love, sich verflüssigenden Beziehungen, die austauschbar werden. Dating-Apps bergen die Gefahr, dass eben solche Beziehungen entstehen. So ist es nicht verwunderlich, dass neuere Studien ebenfalls nahelegen, dass Beziehungen, die online entstehen, insgesamt weniger tragfähig sind als Beziehungen, bei denen sich die Betreffenden offline begegneten.
Oberflächliche Kommunikationbeim Online-Dating
Auch die Kommunikationsstruktur, die durch Dating-Apps nahegelegt wird, senkt die Chancen auf echte Begegnung und vertieftes Kennenlernen.:
- Die Dating-Apps verführen zu kurzen Hallo-Botschaften, bei denen zudem oft Mehrgleisigkeit herrscht und die mit der Zeit rasch einschlafen. Eine Coaching-Klientin von mir war seit Jahren bei den Apps aktiv und hatte immer den Eindruck, eigentlich erfolgreich zu daten. Nur eine Beziehung entstand nie. Gemeinsam erkannten wir, dass sie in ständiger Mehrgleisigkeit und unter Ablenkung letztlich alle Kontakte irgendwann vernachlässigte, aus denen tatsächlich hätte eine Beziehung entstehen können.
Tatsächliche Beziehungsfindung bei Dating-Apps
Aber ist es nicht eine Tatsache, dass viele Beziehungen über Dating-Apps entstehen, darunter auch solche, die langfristig halten und glücklich sind?
Absolut.
Aber nach allem, was wir wissen, entstehen diese Beziehungen vermutlich nicht wegen, sondern trotz der Struktur der Dating-Apps:
- Wenn alle Menschen jeden Tag im Wald spazieren gehen würden und sich nicht an anderen Orten aufhielten, würden viele Beziehungen beim Waldspaziergang entstehen. Bedeutet das aber, dass Waldspaziergänge der beste Weg zur Partnerfindung sind? Sicherlich nicht. Genau so ist es mit den Dating-Apps.
Dating-Apps haben nach psychologischen Befunden andere Wege der Partnersuche zunehmend verdrängt. Partnersuche an dritten Orten, Partnersuche über Freundeskreise und Familie, Vereine, Religionsgemeinschaften oder Arbeitsplätze hat an Bedeutung verloren. Ein Grund hierfür ist, dass es so einfach ist, eine App anzuschalten. Gleichzeitig sinkt aber auch die Bereitschaft, an anderen Orten überhaupt noch offen für eine Partnerfindung zu sein.
Gut verdeutlicht wird dies durch das psychologisch untersuchte Phänomen des Phubbing:
- Menschen sitzen in Cafés. Was tun sie? Sie blicken auf ihre Smartphones, selbst wenn sie gemeinsam am Tisch sitzen. Damit sinken aber unsere Chancen, an dritten Orten eine Beziehung zu finden. Worauf greifen wir zurück? Auf unsere Smartphones und die Dating-Apps.
Sachlage ist also, dass wir über Dating-Apps partnerschaftliche Beziehungen finden können. Aber nach allem, was die Psychologie uns sagt, sind Dating-Apps keine optimale Struktur, um unsere Partnersuche zum Erfolg zu bringen. Dating-Apps sind keine Partnervermittler, sondern Unterhaltungs- und Spielsysteme, bei denen manchmal auch – weil dort so viele Menschen sind, die anderswo nicht mehr sind – Partnerschaften entstehen.
Wie Online-Dating unsere Erwartungen an Partnersuche prägt
Dating-Apps beeinflussen jedoch nicht nur unser Verhalten innerhalb der Apps und unserer Beziehungen, wenn wir die Apps weiter nutzen, sondern sie beeinflussen auch die Art und Weise, wie wir an die Online-Partnersuche herangehen und welche Erwartungen wir haben. Genau dies haben wir in Umfragen auch bei Gleichklang-Mitgliedern immer wieder festgestellt.
Dating-Apps haben die Partnersuche als einen Scroll- und Vergleichsprozess mit viel Abwechslung, immer neuen Profilen und ständiger Auswahl konzeptualisiert. Psychologisch führen genau diese Prozesse eher zum Gegenteil: Sie unterstützen flüchtige Kontakte, sie erschweren tragfähige Beziehungen.
Da Dating-Apps aber zur neuen Norm der Partnersuche geworden sind, beginnen wir alle, unsere Einstellungen zur Online-Partnersuche und unsere Erwartungen an Dating-Plattformen diesen Mechanismen anzupassen.
Ein Beispiel aus unseren Anfängen bei Gleichklang 2006:
- Von Anfang an haben wir eine Aufnahmegebühr verlangt (fair gestaffelt und mit Ermäßigungen), weil wir verhindern wollten, dass wir durch unseriöse Profile, Mehrfachprofile und Fakeprofile überlaufen werden. In den ersten Jahren hatten wir kaum Mitglieder, aber unsere Vermittlungsrate ist mit der Zunahme unserer Mitgliedschaft nicht gesunken, sondern sogar leicht gestiegen.
Wie kann das sein?
- Als wir starteten, gab es keine Dating-Apps. Niemand erwartete permanenten Kontakt. Alle Mitglieder wussten, dass sie neu sind und es Wochen und Monate dauern kann, bis ein Vorschlag erfolgt. Der Fokus der Mitglieder war maximal auf diesen einen Vorschlag ausgerichtet, und kam er, waren sie vollauf motiviert, die Möglichkeit einer Beziehung gemeinsam auszuloten. So konnten Mitglieder aus sehr wenigen und sehr seltenen Vorschlägen häufiger zu einer Beziehung finden als heute, wo auch bei uns die Vorschlagsanzahl gestiegen ist.
Gleichzeitig würden wir heute mit dem Beginn von damals grandios scheitern. Niemand würde es mehr hinnehmen, monatelang auf einen Vorschlag zu warten. Warum? Weil die weltweite Verbreitung der Dating-Apps unsere Erwartungen an Online-Partnersuche tiefgreifend verändert hat.
Die Nutzer:innen des Online-Datings erwarten jetzt nicht mehr nur bei den Dating-Apps, sondern von allen Anbietern im Bereich Dating ständig und permanent neue Vorschläge. Sie haben – ohne es zu wissen – das Modell der Dating-Apps internalisiert und setzen es nun als Selbstverständlichkeit voraus.
Im Ergebnis müssen wir viel Aufklärungsarbeit leisten, damit unsere Mitglieder die Psychologie hinter unserem Vorgehen verstehen und die Bereitschaft entwickeln, sich auf unser entschleunigtes System einzulassen, was aber im Ergebnis mit sehr hohen Aussichten auf eine echte Partnerfindung verbunden ist.
Tatsächlich sind viele Nutzer:innen von Gleichklang bereits irritiert, wenn sie direkt nach Abschluss der Anmeldung noch keine Vorschläge haben. Sie kennen die Dating-Apps und wollen gleich losscrollen.
Matches, Monetarisierung und psychologische Effekte
Den womöglich tiefsten Einfluss auf unser Verhalten und Erleben haben aber die sogenannten Matches, die ebenfalls eine Erfindung der Apps sind, sowie die mit ihnen verbundenen Kaufangebote, die die Chancen steigern sollen, weitere Matches zu erhalten. Auf diesem Mechanismus beruht bei vielen Dating-Apps die gesamte Ökonomie. Gleichzeitig werden dadurch jedoch alle bereits aufgezeigten potenziellen negativen Effekte von Dating-Apps noch einmal potenziert.
Ein Match bedeutet, dass sich beide interessieren, sich einander kennenzulernen – würde man jedenfalls denken. Aber das ist ein Irrtum. Matches sind in Wirklichkeit die am stärksten wirkenden Belohnungsreize und der größte Anreiz, bei der App zu bleiben. Nur sehr selten treten zwei Matches tatsächlich miteinander in Kontakt, und auch diese Kontakte bestehen meist nur aus Kurznachrichten. Die meisten Matches bleiben einfach in der Matchliste. Das Gefühl, ein Match zu haben, erzeugt den Wunsch, noch ein weiteres zu erzielen.
So kommt es zu einer grundlegenden Verschiebung: Nutzer:innen setzen sich zunehmend das Ziel, die Anzahl ihrer Matches zu maximieren, während das eigentliche Ziel der Partnerfindung weiter in den Hintergrund rückt. Indem Dating-Apps die Monetarisierung an diese Matches binden, verwandeln sie die Partnersuche endgültig in ein virtuelles Spiel. Diejenigen, die tiefer spielen, reduzieren damit zugleich ihre Chancen auf eine Partnerschaft, da mehr Profile und mehr gleichzeitige Matches mit geringerer Bindungsbereitschaft einhergehen.
Persönlichkeitsmerkmale von Nutzer:innen von Dating-Apps
Auch die Persönlichkeitspsychologie hat Dating-Apps mittlerweile untersucht und gelangt zu nachvollziehbaren, aber beunruhigenden Ergebnissen: Je stärker die Ausprägungen der sogenannten dunklen Triade (Psychopathie, Narzissmus, Sadismus) sind, desto höher ist die Affinität zu Dating-Apps.
Hinzu kommen Phänomene wie Gaslighting, Breadcrumbing, Ghosting und Love Scamming. Diese Phänomene betreffen nicht ausschließlich Dating-Apps, sondern alle sozialen Netzwerke. Sie werden jedoch durch Dating-Apps aufgrund ihrer psychologischen Struktur weiter verstärkt und tiefgreifend in die menschliche Partnersuche eingegraben.
Wo wir innerhalb von zwei Minuten loslegen können, tun dies nicht nur Menschen, die Beziehungen suchen, und auch nicht nur solche, die chatten oder sich ablenken wollen, sondern ebenso Menschen, die erpressen, manipulieren und ausbeuten wollen. Genau dies sind Love-Scammer und Gaslighter. Einzelne sowie international organisierte kriminelle Banden nutzen Dating-Apps systematisch, um Nutzer:innen Liebe vorzutäuschen und sie in dem Moment auszunutzen, in dem sie verletzlich sind. Es handelt sich um ein Milliardengeschäft. Dabei geht es nicht nur um abgepresste Geldzahlungen, sondern auch um Einbindung in Drogenhandel, Geldwäsche und weitere kriminelle Strukturen. Jede Plattform ist davon betroffen, aber die Niedrigschwelligkeit des Zugangs zu Dating-Apps und die Tatsache, dass dort Menschen sind, die nach Liebe suchen und verletzlich sind, maximieren die Anfälligkeit für Love-Scamming und Gaslighting im Sinne organisierter Erpressungsnetzwerke.
Ghosting und Breadcrumbing sind weitere Phänomene, die ebenfalls durch Dating-Apps aufgrund ihrer psychologischen Struktur gefördert werden und zudem sehr schmerzhaft sein können. Wegen der permanenten Verfügbarkeit und der sich verflüssigenden Beziehungen werfen manche beim Online-Dating ihre verschiedensten Kontakte wie Brotkrumen hin, ohne jemals ernsthaft in eine Beziehung zu treten. Das kann Menschen irritieren und erschwert die Partnerfindung. Aufgrund der permanenten Ablenkung und der Einfachheit, Kontakte jederzeit abbrechen zu können, löschen manche jede Annäherung, selbst Profile, bei denen es bereits intensiven Austausch gab, einfach deshalb, weil ein vermeintlich besseres Profil erscheint oder weil es ihnen „zu viel“ wird.
Dating-Burnout und psychische Folgen
Das „Zu-viel-Werden“ ist mittlerweile ein Thema der Psychologie. Zunehmend erscheinen Studien zu Dating-Burnout. All diese oben geschilderten Effekte hinterlassen bei Nutzer:innen im Laufe der Zeit deutliche Spuren. Eingebunden in eine suchtförmige Struktur, anderer Wege der Partnersuche beraubt und gleichzeitig immer wieder enttäuscht und verletzt, nehmen Nutzer:innen ihre Tätigkeit in Dating-Apps zunehmend als Zeitverschwendung wahr, vergleichbar mit chronischer Arbeitsüberlastung. Besonders stark brennen wir aus, wenn das, was uns überlastet, gleichzeitig als sinnlos erlebt wird.
Dieser Dating-Burnout ist psychologisch jedoch zugleich eine Chance, sich aus dem Spiel zu befreien und wieder zu echter Beziehung und Bindung zu gelangen. Wie dies möglich ist und wie wir bei Gleichklang versuchen, diesen Prozess mit psychologischen Methoden zu unterstützen, wird im Folgenden dargelegt.
Partnerfindung als seltenes Ereignis, das dennoch eintritt
Viele Nutzer:innen von Dating-Apps haben den Eindruck, etwas Sinnvolles für ihre Partnersuche zu tun: Als ob ihre täglichen Bemühungen, der abendliche Blick auf die Matchliste vor dem Zubettgehen, die vielen Nachrichten, das ständige Scrollen durch ein gewissermaßen inkrementell etwaiges Aufbauen und damit letztlich zur Partnerfindung führen würden. Wir haben gesagt, dass aus psychologischer Sicht das glatte Gegenteil der Fall ist. Je mehr die Nutzer:innen in den Dating-Apps aktiv sind, desto stärker steigt die Gefahr, dass sie in Bindungslosigkeit involviert werden und sich ihre Ziele vom Ziel einer Partnerfindung hin zum kurzfristigen Belohnungsziel „Match“ verschieben. Sie geraten so in permanente Ablenkung, Auswahlüberlastung, und die Chance sinkt von Profil zu Profil, dass sie sich noch auf einen Beziehungsentstehungsprozess einlassen können.
In Wirklichkeit ist die Partnerfindung nicht vergleichbar mit der Herstellung eines Produktes:
- Stellen wir ein Produkt her, können wir abends aufhören und am nächsten Morgen weitermachen. Irgendwann am Ende unserer Bemühungen wird, wenn wir nichts falsch machen, das Produkt fertig sein. Dies ist klassisch inkrementell, und typischerweise ist es so, dass je mehr wir tun, desto schneller wir fertig werden.
Partnerfindung, und das ist der entscheidende Unterschied und Denkfehler vieler, entsteht aber nicht aus unseren vorherigen Kontaktbemühungen um andere. Diese bauen sich nicht inkrementell auf und bringen uns nicht dem Ziel näher.
Partnerfindung ist vielmehr psychologisch etwas komplett anderes, nämlich:
- Ein seltenes Ereignis (für Findende nicht typischerweise täglich Partner, auch nicht wöchentlich, monatlich etc.), was aber dennoch bei den meisten Menschen irgendwann eintritt. Da Beziehungen aber lange halten sollten, braucht das Ereignis auch nicht oft einzutreten, sondern es genügt, wenn es einmal und nach Trennungen auch noch ein zweites Mal etc. der Fall ist.
Damit ergibt sich aber eine entscheidende psychologische Anforderung an die, die eine Partnerschaft suchen. Wir müssen den einen Moment erkennen, bereit sein und richtig reagieren, damit eine Beziehung tatsächlich entsteht.
Sind wir demgegenüber abgelenkt, gehen wir schnell um den nächsten Moment über und verpassen oft Chancen, die sich uns bieten.
Dies bedeutet gleichzeitig, dass der ganze Unterhaltungs- und Spielcharakter der Dating-Apps und auch unsere Erwartungen, schnelle Ergebnisse sehen zu wollen, kontraproduktiv sind. Denn all dies erhöht nicht, sondern senkt die Chance, dass wir den Moment erkennen und ergreifen, wenn er sich bietet. Je mehr wir nämlich in der Tätigkeit eingebettet sind, je mehr Ablenkung, andere Kontakte oder auch nur imaginierte Alternativen es gibt, desto stärker sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass wir die Chance erkennen und ergreifen.
Eine Psychologie der Partnerfindung muss von daher an beiden Punkten ansetzen: Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, dass wir eine Chance erkennen. Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, dass wir eine Chance ergreifen.
Beides ist alles andere als trivial, insbesondere in der aktuellen Situation, dass die modernen Dating-Systeme weltweit geradezu darauf ausgerichtet sind, dass wir die Chancen weder erkennen noch ergreifen. Nicht weil dort Böswillige am Werk sind, die nicht wollen, dass wir Beziehungen finden, sondern einfach weitestgehend naturgemäß aus der ökonomischen Optimierung folgend, die die Systeme umsetzen. Sie sind so konstruiert, dass Nutzer:innen dabei bleiben und daraus auch ökonomisch Gewinne für die beteiligten Firmen und Konzerne entstehen. Würde dies zufällig gleichzeitig die Partnerfindung optimieren, wäre es eine Win-Win-Situation. Genau dies ist jedoch aus psychologischer Sicht nicht der Fall, sodass letztlich die ökonomische Optimierung der Datingplattformen zulasten der Partnerfindung der Nutzer:innen geht.
Psychologische Unterstützung für die Partnerfindung
Was kann psychologisch getan werden, um diese Situation zu verändern?
Aus unserer fast Tätigkeit als Partnervermittler seit 2006 haben wir gelernt, dass es nicht genügt, Nutzer:innen ein automatisiertes System zur Verfügung zu stellen und sie damit allein zu lassen. Und wird dies, spiegelt sich im Nutzerverhalten implizit und explizit Erwartungen an Partnersuche und Beziehungsentstehung wider, die jedoch keineswegs dem entsprechen müssen, was psychologisch optimal oder notwendig wäre. So können Beziehungsprozesse gar nicht erst zustande kommen oder vorzeitig abbrechen.
Diese Erkenntnis, die wir im Prozess unserer Tätigkeit gewannen, hat dazu geführt, dass wir heute bei Gleichklang einen erheblichen Teil unserer Bemühungen darauf auslegen, unsere Mitglieder und alle Interessierten über die Psychologie der Partnersuche und vor allem die Psychologie der Partnerfindung zu informieren. Dadurch möchten wir Einstellungs- und Verhaltensänderungen bewirken, die die Chancen unserer Mitglieder erhöhen, eine Partnerschaft zu finden.
Aus der Auswertung des vorliegenden psychologischen Forschungsstandes zum Online-Dating und zu partnerschaftlichen Beziehungen im Allgemeinen, eigenen Erhebungen, Umfragen und der Auswertung der Aktivitäten unserer Nutzer:innen, sowie einzelnen Gesprächen mit Coaching-Klient:innen habe ich ein Schema entwickelt, von dem ich aus meiner psychologischen Sichtweise überzeugt bin, dass es die Partnerfindung optimal fördern kann.
Das Schema ist anspruchsvoll, weil es tatsächlich bedeutet, dass wir erst einmal alle unsere Gewohnheiten beim modernen Online-Dating aufgeben müssen, um sodann jedoch über das Online-Dating zu einer Beziehung gelangen zu können.
Die Vermittlung dieses Schemas und die Unterstützung unserer Mitglieder im Prozess ihrer Partnersuche, dieses Schema einer psychologisch wirkungsvollen Partnersuche umzusetzen, ist ein signifikanter Teil unserer Leistungen, die wir für unsere Mitglieder erbringen. Ob der Erfolg dann bei uns oder auf einer anderen Plattform auftritt, ist jedenfalls aus Sicht der partnersuchenden Mitglieder letztlich zweitrangig.
Das ist das psychologisch optimierte Schema für eine wirkungsvolle Partnersuche:
Kurz zusammengefasst das Basisproblem, das gelöst werden soll:
Wenn viele Profile hintereinander betrachtet werden, entsteht ein Vergleichsmodus, bei dem vermeintliche Schwächen in den Fokus gelangen und passende Profile plötzlich nur noch mittelmäßig wirken. Auch wächst die Erwartung, dass gleich noch etwas „Besseres“ kommt. Dadurch werden Kontakte früh abgebrochen oder gar nicht begonnen. Aus Sicht der Psychologie sinkt so die Chance, dass ein Kennenlernprozess überhaupt entsteht.
Das 7-Schritte-Schema für fokussiertes Online-Dating
- Pro Tag nur wenige Profile ansehen, etwa ein bis drei, oder auch weniger oder seltener, was noch besser ist. Dadurch bleibt die Wahrnehmung klar und weniger vergleichend.
- Wenn bei einem Profil eine Resonanz nicht ausgeschlossen ist, Kontakt aufnehmen. Der erste Eindruck verändert sich häufig im Kennenlernen, und viele Passungen zeigen sich erst im Austausch.
- Sobald eine Person antwortet, keine neuen Profile ansehen und niemanden zusätzlich anschreiben. Damit endet der Vergleichsmodus, und die Aufmerksamkeit bleibt bei einem echten Kontakt.
- Den Kontakt aktiv vertiefen und zügig aus dem reinen Schreiben herauskommen: erst ein Video-Telefonat, dann ein Treffen. Für die Partnerfindung ist entscheidend, dass das Kennenlernen in die reale Begegnung übergeht.
- Mehrere reale Begegnungen ermöglichen, auch wenn es nicht sofort „funkt“. Anziehung kann wachsen, wenn Vertrauen, Sicherheit und Wohlgefühl entstehen. Das ist ein zentraler psychologischer Effekt, der beim schnellen Swipen oft verhindert wird.
- Solange dieser Kontakt läuft, keine Rückkehr zum Online-Dating. Offenbleiben für neue Kontakte lenkt ab und schwächt die Bindungsentwicklung, die gerade erst beginnt.
- Sobald sich abzeichnet, dass eine Beziehung entsteht, Online-Dating beenden. Wer parallel weitersucht, bleibt innerlich unentschieden, und genau das kann den Beziehungsaufbau sabotieren.
Wie dieses Vorgehen die Partnersuche wirksam macht
Das Schema arbeitet mit einem einfachen psychologischen Grundprinzip:
Nähe entsteht durch Konzentration und Offenheit für eine Begegnung, nicht durch ständige Alternativen. Wer die Partnersuche aus dem Spiel- und Vergleichsmodus herausführt, schafft die Voraussetzungen dafür, dass das seltene Ereignis der Partnerfindung tatsächlich stattfindet, indem der Moment wahrgenommen und ergriffen wird. Dadurch steigen die Chancen, dass aus einem Kontakt eine echte Partnerfindung wird.
Dieses Schema kann übrigens auch bei den Dating-Apps zum Erfolg der Partnersuche beitragen. Mit dem Schema widersetzen wir uns dem Sog in die Gamifizierung unserer Partnersuche und schaffen so die Voraussetzungen, dass eine echte Beziehung entstehen kann. So können wir den klickenden Strukturen der Dating-Apps widerstehen und selbst dort zu unserem Beziehungsglück gelangen.
Psychologisch passende Umgebung für ernsthafte Beziehungssuche
Eine auf Ernsthaftigkeit der Beziehungssuche maximierte Mitgliedschaft
Macht es Sinn, auf einem Schützenfest nach Veganer:innen zu suchen?
Vermutlich wird das Ergebnis wenig erfreulich sein. Wo wir suchen, entscheidet also darüber, ob wir unsere Ziele erreichen. Beim Online-Dating ist das vorwiegend eine Frage des Wer: Wer hält sich auf den Plattformen auf. Suchen wir auf einer Erotikplattform, werden wir vermutlich keine partnerschaftliche Beziehung finden. Auf einer Sugar-Daddy-Plattform wird keine im romantischen Sinne echte Liebe entstehen. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die Wahrscheinlichkeitsverteilung insgesamt wird in diese Richtung weisen.
Was kann also unsere Aussichten erhöhen, Partnerschaft zu finden, wenn wir explizit nach ihr suchen?
Die Theorie des „vor allem viele Vorschläge“ wird bei den Dating-Apps exemplarisch umgesetzt. Sie ist hoch erfolgreich und hat die Partnersuche weltweit revolutioniert. Nur leider ist sie wenig effektiv. Denn das Streben der Dating-Apps und auch anderer moderner Dating-Systeme, sich durch viele Nutzer:innen zu monetarisieren, hat Einfluss auf die Zusammensetzung der Nutzerschaft, die sich wiederum auf die Chancen aller auswirkt.
Würden Dating-Apps sich zum Beispiel vorwiegend auf Partnerfindung ausrichten, würde Tinder die Mehrheit seiner Mitglieder verlieren, die nach allem, was wir aus psychologischen Untersuchungen wissen, gar nicht echt nach einer Partnerschaft suchen.
Wir haben überall im Leben die Chance, Partnerschaft zu finden. Auch dies ist ein psychologischer Rat. Gehen wir mit offenen Augen durch die Welt. Partnersuchende sollten sich nicht auf den Onlinebereich begrenzen, sondern grundsätzlich eine innere Bereitschaft haben, den Moment der Partnerfindung zu erkennen und zu ergreifen. Dies kann online der Fall sein, aber auch ein Cafébesuch kann zur großen Liebe führen. Nur tut er das nicht, wenn wir stattdessen auf unser Handy blicken.
Hilfreich ist es auch, offen zu sagen, dass wir auf Partnersuche sind. Nach wie vor entstehen Partnerschaften durch Vermittlungen aus dem Freundeskreis, Bekannte am Arbeitsplatz oder durch Arbeitskolleg:innen. Wenn wir offen mitteilen, dass wir nicht nur Single sind, sondern auch eine Beziehung suchen, erhöhen wir die Aussichten, dass jemand uns auf eine Möglichkeit aufmerksam macht.
Online-Dating sollten wir von daher nur als eine Option sehen, die im Hintergrund wirkt, die aber nicht unsere Zeit für sinnloses Scrollen vergeuden und uns auch nicht von den singulären Möglichkeiten der realen Welt ablenken sollte.
Psychologischer Rat zur Wahl der passenden Online-Dating-Orte
Aber auch zum Online-Dating gibt es einen wichtigen psychologischen Rat: Konzentrieren wir die Ressourcen unserer Online-Partnersuche auf diejenigen Orte, wo wir mit gutem Grund davon ausgehen können, dass hier tatsächlich Partnersuchende unterwegs sind und die vielen anderen möglichen Motive keine oder nur eine kleine Rolle spielen.
Der psychologische Hintergrund dieser Empfehlung ist einfach: Der Moment der Partnerfindung hängt nicht nur von uns selbst ab. Es genügt nicht, wenn wir erkennen oder meinen zu erkennen, dass wir unsere Liebe finden. So wird die sogenannte Liebe auf den ersten Blick oftmals nicht erwidert, was nach psychologischen Studien äußerst schmerzhaft ist. Partnerfindung wird nur möglich, wenn beide Seiten, oder bei polyamoren Konstellationen alle Seiten, den Moment der Partnerfindung für sich erkennen und die Chance ergreifen.
Suche ich also mit aller Ernsthaftigkeit in einem Pool von Menschen, die etwas anderes suchen, wird das beste Datingverhalten und die höchste innere Bereitschaft meine Chancen auf eine feste partnerschaftliche Beziehung kaum verbessern können.
Psychologisch plausible Daumenregeln zur Ernsthaftigkeit von Plattformen
Wie können wir erkennen, wo Singles sind, die ernsthaft nach einer Beziehung suchen?
Es gibt keine Sicherheit, aber es gibt psychologisch plausible Daumenregeln, die es uns möglich machen, eine fundierte Entscheidung zu treffen, die über dem reinen Raten liegt: Menschen neigen dazu, einfache und kostenlose Angebote gerne einmal in Anspruch zu nehmen. Zudem lieben Menschen Spiele, und die Gamingplattformen (ebenso wie die Casinos) sind daher voll. Unser Verhalten wird tiefgreifend von kurzfristigen Belohnungen geprägt. Selbststeuerung ist aus psychologischer Sicht von daher die Fähigkeit, auf kurzfristige Belohnungen für ein langfristiges Ziel zu verzichten. Oder auch Anstrengung in Kauf zu nehmen, um eines Tages ein Ziel zu erreichen.
Als psychologische Regel zur Orientierung folgt hieraus für die Online-Partnersuche:
- Dort, wo Menschen auf einfachste und schnellste Art und Weise mit einem System des Online-Datings beginnen können, dort werden sich die meisten Menschen sammeln, deren Ernsthaftigkeit für eine echte Beziehungssuche eher gering ist. Denn wenn es kostenlos ist, wenn es in 12 Minuten geht, wenn es keine Anstrengung erfordert, dann kann ich es ja mal probieren. Chatten ist auch interessant, virtuelle Erotik ist ebenfalls erregend. Habe ich Resonanz, stärkt es meinen Selbstwert. Langeweile kann erst einmal überwunden werden.
Wir müssen daher bei jeder Datingplattform, die ihren Mitgliedern einen einfachen, quasi sofortigen, kommunikations- und anstrengungslosen kostenlosen Zugang gewährt, davon ausgehen, dass sich eine hochgradig heterogene Motivlage der Nutzer:innen einstellen wird und in hohem Ausmaß auch solche Nutzer:innen dabei sein werden, denen es mit der Beziehungssuche nicht ernst ist oder die andere Formen von Beziehungen suchen (z. B. als bereits verheiratete oder verpartnerte Menschen), als uns lieb ist.
Genauso intensiv können wir uns die Belohnungsstruktur bei Datingseiten anschauen:
- Je mehr kurzfristige Belohnung (attraktive Profile, jederzeit Profile, gelikte Profile, Matches, gekaufte Matches, visuelle oder auditive Belohnungsreize) Datingplattformen eingebaut haben, desto wahrscheinlicher ist es, dass nicht wenige ihrer Nutzer:innen in einen Spielemodus hineingeraten werden, indem sie durch permanente Ablenkung und Mehrgleisigkeit nicht zur Partnerfindung gelangen werden. Verhalte ich mich hier nun anders, hat dies sicherlich bereits seinen Einfluss. Aber selbst wenn ich das Sieben-Schritte-Schema komplett befolge, muss ich mich auf viele Frustrationen einstellen, da die anderen Nutzer:innen auf der Jagd nach dem schnellen Kick dies nicht tun.
Psychologische Kriterien: Fokus der Plattform und Wirkung auf Authentizität
Ein weiteres psychologisches Risiko, das wir erkennen können, ist, worauf die Datingplattformen fokussieren. Wir wissen, dass äußere Merkmale wenig über übergeordnete Beziehungszufriedenheit aussagen. Psychologische Studien zeigen sogar, dass unsere äußere Attraktivitätswahrnehmung sich über die Zeit gravierend verändern kann. Zudem kann ein zweiter Blick zu einer komplett anderen Einschätzung der Attraktivität führen, als der erste Blick es nahelegt. Die Psychologie hat außerdem gezeigt, dass wir nicht nur von uns als attraktiv erlebte Personen sympathisch finden, sondern dass wir zudem beginnen, diejenigen als attraktiv wahrzunehmen, die wir mögen.
Genau dies zeigt sich auch in Liebesbeziehungen in dem sogenannten Love-is-blind-Effekt, der durch eine Reihe psychologischer Studien untersucht und belegt wurde. Wir erachten unsere Partner:innen systematisch als attraktiver, als andere dies tun, und zwar eben deshalb, weil wir sie lieben. Sinkt unsere Liebe, sinkt auch die Attraktivität, die wir unseren Partner:innen zuschreiben.
Wenn wir aber nun ausschließlich nach Fotos in Sekunden potenzielle Partner:innen selektieren, berauben wir uns all dieser Möglichkeiten einer Beziehungs- und Liebesentstehung, die über diesen einfachen Drittabgleichprozess hinausgeht.
Stellen Plattformen im Bereich des Online-Datings von daher die Fotos stark in den Vordergrund, sind mit Fotos sofortige Aktionen (z. B. Annehmen, Ablehnen) verbunden, spielt der Text nur eine untergeordnete Rolle, poppen sofort neue Fotos auf, wenn wir andere bereits gesehen haben, dann können und sollten wir davon ausgehen, dass bei dieser Plattform oberflächliche Bewertungsprozesse dominieren, was der Beziehungsstiftung nicht hilft.
Psychologisch zentrale Leitfrage statt Selbstpräsentation
Wie kann ich mich optimal beim Online-Dating präsentieren?
Solche Fragen wurden auch bereits an mich als Psychologen und Dating-Coach durch Journalist:innen gestellt. Genau diese Frage ist jedoch falsch, und wir sollten lernen, sie weder zu stellen noch nach einer Antwort für sie zu suchen.
Partnerfindung bedeutet nicht, dass ich jemanden gegen den Willen erobere oder eine andere Person verleite, in eine Liebesbeziehung mit mir einzutreten. Im Zentrum der Partnersuche sollte vielmehr aus psychologischer Sicht der Wunsch stehen, einen Menschen kennenzulernen, der uns so liebt, wie wir sind. Selbstverständlich haben wir auch Veränderungspotenzial, das wir gemeinsam und solidarisch in unseren Beziehungen angehen können. Aber die Liebe sollte sich im Kern auf uns selbst beziehen und nicht auf eine verzerrte Selbstdarstellung.
Psychologische Schädlichkeit der Bewerbungsmetapher beim Online-Dating
Plattformen, die auf Spiel, Auswahl, Unterhaltung, das Einsammeln von Matches setzen oder dies mindestens implizit (oft sogar explizit in ihrer Monetarisierung) anleiten, motivieren ein Dating des Wettbewerbs, wo Partnersuche zur Bewerbung wird. Bei Bewerbungen stellen wir uns jedoch so gut wie möglich dar, um den Job zu erlangen, gerade wenn wir ihn wirklich brauchen. Für die Partnerfindung ist jedoch psychologisch die Bewerbungsmetapher schädlich. Sie führt zu unauthentischen Profilen und reduziert die Aufrichtigkeit, die notwendig ist, wenn wir einander wirklich kennenlernen, verstehen und gemeinsam eine Beziehung aufbauen möchten.
Haben Plattformen also Prozesse eingebaut, die zu einer positiven Selbstdarstellung verleiten, können wir davon ausgehen, dass die Authentizität der Profile als Ganzes sinken wird. Begeben wir uns auf eine solche Plattform, bewegen wir uns in einem Kreis von Personen, an deren Profilen wir ernsthaft zweifeln müssen. Wir neigen übrigens sicherlich auch außerhalb von Plattformen und deren Strukturen zur positiven Selbstdarstellung. Umso wichtiger ist es, dass in einem intimen Bereich wie der Partnersuche, wo Ehrlichkeit und Authentizität eine so große Rolle spielen, mangelnde Authentizität nicht durch Datingstrukturen zusätzlich motiviert wird. Wenn Tinder etwa Ranglisten der beliebtesten Profile ausgibt, tut es genau dies.
Der Punkt ist psychologisch signifikant: Denn Studien zeigen, dass selbst geringe Abweichungen von der Wirklichkeit in Profilen (veraltete Fotos, bearbeitete Fotos, veränderte Altersangaben) bei Partnersuchenden schlecht ankommen und die Motivation, sich auf ein echtes Kennenlernen mit solch einer Person einzulassen, senken.
Strategien zur Wahl von Datingplattformen
Damit ergibt sich aus diesen einfachen, aber hochgradig plausiblen psychologischen Überlegungen die folgende Empfehlung für die Wahl der Datingplattformen: Partnersuchende können gezielt Plattformen wählen, bei denen die Teilnehmenden ausnahmslos eine Gebühr bezahlen, bei denen die Anmeldung einen zeitlich aufwendigeren Prozess der Informationserfassung beinhaltet, bei denen keine spielerischen Unterhaltungselemente eingebaut sind und die zudem Fotos, Selbstdarstellung und Wettbewerb nicht in den Fokus der Beziehungsfindung rücken.
Diese Empfehlung wird nicht alle Probleme lösen, und sie ist manchmal schwerer einzulösen, als es scheint. Schließlich hilft alles nicht, wenn Plattformen, wie Hunderte es tun, in Wirklichkeit bezahlte Chatmoderator:innen für sich arbeiten haben, sodass keinerlei Kontakt entstehen kann. In einer Welt, in der gerade im Internet betrügerische Angebote und der Wunsch nach schnellem Geld eine große Rolle spielen, ist es zentral, die Seriosität der einzelnen Plattformen gründlich zu prüfen. Es gibt hierfür keinen Königsweg, da die meisten Informationen im Internet wiederum von den Plattformen selbst stammen, Bewertungsseiten systematisch durch Falschberichte gefüllt werden können und auch die Algorithmen von Google sowie die KI-Systeme vorwiegend Mainstreaminformationen verbreiten, eben nach den Texten, die ihnen vorgelegt werden.
Trotzdem ist es wichtig, auf Seriosität zu achten. Denn geraten wir als Partnersuchende in die Fänge einer betrügerischen Plattform, kann uns dies nicht nur Geld und Zeit, sondern sogar unser seelisches Wohlbefinden kosten. Ohne zu erkennen, was abläuft, werden wir in liebevolle Stricke verwickelt. Andere interessieren sich für uns. Unsere Hoffnung wächst, Gefühl entsteht bereits. Es fällt Menschen nicht leicht, auch hier auszusteigen, auch wenn sie beginnen zu ahnen, was sich abspielt. Eine Coaching-Klientin von mir hatte tausend Euro ausgegeben, um anderen Rosen und andere Onlinegeschenke zu senden, und obgleich sie merkte, dass alles nichts wird, fiel es ihr schwer, innezuhalten. Sie beendete diese Form des Datings mit einem Trauerprozess, blieb aber zu lange dabei, um die Trauer zu vermeiden.
Alarmzeichen: käufliche Geschenke, Moderation und Kommunikationshürden
Damit sind wir bereits bei einem anderen Strukturelement angekommen, das bei uns alle Alarmglocken läuten lassen sollte. Wir können über Datingplattformen käuflich Geschenke für andere Mitglieder erwerben. Datingplattformen, wenn sie auf Beziehungsfindung ausgerichtet sind, sollten sich freuen, wenn Mitglieder kommunizieren. Sie sollten wertschätzende, nicht oberflächliche Kommunikation mit allen Kräften fördern und gewiss die Kommunikation nicht durch die Hürde erschweren, darüber hinaus noch ziemlich triviale Symbole einkaufen zu müssen. Viele dieser Datingplattformen werden eher Bewertungsplattformen sein. Diejenigen, die wir beschreiben, existieren nicht, es sind Automaten oder noch vor der KI echte Menschen, die sich ihren Lebensunterhalt als Chatmoderator:innen verdienen.
Ein Blick in die AGB lohnt, ja, aber nicht immer schützt er. Viele versuchen, den Betrug zu kaschieren, indem sie etwa von Unterhaltung oder Chatmoderator:in in den AGB schreiben. Da sollte rote Flagge sein. Aber auch dann, wenn wir mit Strukturen wie einem zu kaufenden Symbol konfrontiert werden, ist es Grund genug, die Plattform zu verlassen.
Es ist wirklich furchtbar, wenn wir hilflos in unserer psychischen Verletztheit mit unseren sehnsüchtigsten Hoffnungen einer betrügerischen Datingplattform ausgeliefert sind. Davon scheint es wirklich viele zu geben: Ich hatte ein Gespräch mit dem Betreiber einer vergleichsweise, der ernsthaft erstaunt war, dass im Gespräch das Thema Partnerfindung im Vordergrund stand. Das kannte er offenbar von vielen anderen Datingseiten nicht.
Ich habe mich aber auch selbst bei einer angeblich veganen Datingplattform eingeloggt, und was ich dort erlebte, ist schockierend, wenn wir uns bewusst machen, dass darauf Mitglieder hereinfallen: Noch während des Anmeldeprozesses waren Mitglieder an mir interessiert, und das nahm eskalierend zu, als ich die Anmeldung ruhen ließ. Ich solle ein Premiumangebot abschließen, damit ich die Nachrichten lesen könne, und wenn ich das nicht bald tue, hieß es irgendwann, würden sie gelöscht.
Partnersuche ist oft ein langfristiges Unterfangen. Bei unseren erfolgreichen Mitgliedern dauert Partnersuche im Durchschnitt etwa zwei Jahre, bei vielen weniger und bei vielen mehr. In einer Radiodiskussion beim Deutschlandfunk rief ein Mitglied von uns an, die nach neun Jahren eine Partnerschaft fand und mit diesem nun übrigens glücklich in Italien lebt.
Die Vorstellung, dass während des Anmeldeprozesses scharenweise Menschen sich bei uns melden, um ihr Interesse zu bekunden, ist absurd und hat keinerlei psychologische Realität. Aber gleichzeitig erwecken diese Nachrichten unsere Hoffnung, aktivieren unsere Sehnsucht, und nicht wenige fallen auf sie herein. Der Rat lautet hier, sich die feste Regel zurechtzulegen und sich strikt an diese zu halten: Kommen während des Anmeldeprozesses solche Interessensbekundungen angeblicher anderer Mitglieder, und werden diese gar an Gebühren gebunden, z. B. um deren Nachrichten zu lesen, ist das eine rote Flagge, und der einzig richtige Schritt ist: Raus aus der Plattform.
Auch eine weitere, aber leider auch bei typischerweise seriösen Plattformen vorhandene Kommunikationshürde und Marketingstrategie ist aus psychologischer Sicht der Beziehungsfindung abträglich: Manche Plattformen nehmen kostenlos Mitglieder auf, die sodann auch vermittelt werden. Passende Vorschläge können sie jedoch nur schreiben, wenn sie bezahlen, oder sie können nach der ersten Kommunikation nicht mehr weiter kommunizieren, wenn sie bezahlen.
Machen wir uns klar, dass Partnerfindung immer wechselseitig ist. Betroffen sind hiervon nicht nur die, die keinen Beitrag leisten wollen, sondern auch die, die bereit sind, einen Beitrag geleistet zu haben. Sie verschwenden ihre Zeit mit Nachrichten an Personen und ihre psychische Energie, ihre Hoffnung, ihre Wünsche und Sehnsüchte, die ihnen gar nicht zurückschreiben können.
Mindestens muss gesagt werden, dass solche Gebührenmodelle das Ziel der Partnerfindung der Mitglieder nicht maximieren.
Recherche und psychologische Absicherung vor Plattformwahl
Bei aller unzuverlässigen Information ist es natürlich dennoch hilfreich und notwendig, über Plattformen zu recherchieren, bevor wir uns ihnen anvertrauen. Trotz allem können wir viel herausfinden, wenn wir ganzheitlich suchen, vergleichen, die Quellen bewerten. Wir können herausfinden, ob Plattformen etabliert sind, ob sie womöglich dezidiert betrügerisch sind, ob reihenweise rote Flaggen im Internet berichtet werden.
Außerdem gilt natürlich, dass es einen Unterschied macht, ob ich Behauptungen im Internet oder in sozialen Netzwerken lese oder etwa einen Artikel in der Zeit. Nach wie vor lohnt es sich, auf die Quellen zu achten.
Ansprechpartner:innen vorhanden?
Bleibt die Plattform erreichbar, oder können wir uns mit unseren individuellen Problemen an sie wenden? Können wir vielleicht sogar zum Telefon greifen? Partnersuche ist ein intimer Prozess, und dieser sollte auch durch eine persönliche Erreichbarkeit unterstützt werden. Natürlich gibt es heute Callcenter, die alle Aufträge übernehmen. Aber im Gespräch können wir feststellen, ob hier tatsächlich hilfreicher und sensitiver Support vorliegt oder nicht. Plattformen, die wirklich an der Partnerfindung ihrer Mitglieder interessiert sind, werden erkennen, dass dieser Support wichtig ist, und ihn daher anbieten.
Das Problem des Love-Scammings beim Online-Dating
Wenn wir über die Psychologie der Partnersuche schreiben, muss auch dem Bereich des Schutzes gegen Betrug und Love Scammer ein eigenes Kapitel gewidmet werden. Es gibt hier zwei Sichtweisen, die beide aus psychologischer Perspektive falsch sind:
- Opfer von Love-Scammern sind selbst schuld, niemandem könne so etwas passieren, der bei Verstand sei. Love-Scammer seien kein allgemeines Problem des Online-Datings, und das Einzige, was getan werden könne, bestehe darin, auf die Betroffenen einzuwirken, ihre Einstellungen und Handlungsweisen zu verändern.
- Geschädigt von Love-Scammern zu werden, habe nichts mit der eigenen Person zu tun. Jede:r könne betroffen sein, und das Einzige, was getan werden könne, sei, Plattformen so sicher wie möglich vor dem Zustrom von Love Scammern zu schützen.
Tatsächlich gehen Love-Scammer, wie wir auch bei Gleichklang sehen, zunehmend raffiniert vor. Die inzwischen eingesetzte KI erschwert es zusätzlich, Unauthentizität von Texten so einfach zu erkennen, wie es lange Zeit möglich war. Bei der Partnersuche bringen wir Hoffnungen, Sehnsüchte und Befürchtungen mit. In einem Bereich wie der Partnersuche sind wir immer verletzlich. Liebe und Verbundenheit entstehen keineswegs nur offline; viele berichten, sich bereits online verliebt zu haben. Ein Freund von mir verliebte sich vor mehr als 15 Jahren in ein anderes Gleichklang-Mitglied und ist nun mit ihr verheiratet. Es ist also nicht irrational, bereits online Gefühle zu investieren. Es ist menschlich und psychologisch im Erwartungsspektrum.
Love-Scammer haben ihrerseits über die Jahre gelernt. Sie versuchen, Menschen bei ihren Sehnsüchten zu packen, und vermitteln ihnen Fürsorge, Verstehen und eine Zukunftsperspektive. Sehnen wir uns stark nach einer Beziehung, sind wir hierfür anfällig. Geschädigt von Love Scammern sind daher nicht nur wenige Betroffene, und das Phänomen, sich online zu verlieben, ist weit verbreitet. Es kann sehr viele treffen.
Trotzdem ist es aber auch nicht so, dass sich Geschädigte von Love Scammern nach psychologischen Studien im Durchschnitt in allen Merkmalen von anderen unterscheiden würden.
Psychologische Befunde zu Opfern von Love Scams
So beschreiben Whitty und Buchanan, dass die Verleugnung des Betrugs, also das aktive Nicht-wahrhaben-wollen, Opfer eines Love Scams geworden zu sein, das Risiko erhöht, ein weiteres Mal Opfer zu werden. Betroffene werden in solchen Fällen nach der ersten Enttarnung erneut kontaktiert und erneut ausgenutzt.
Whitty fand zudem in einer zweiten Studie, dass Opfer von Love-Scammern im Durchschnitt stärker zu Impulsivität, Vertrauensbereitschaft sowie zur Suche nach intensiven Erlebnissen neigen. In der Folge lassen sie sich schneller auf Liebesversprechen ein. Zusätzlich zeigte sich eine erhöhte Anfälligkeit für suchtartige Handlungsmuster.
Diese Befunde wurden in einem Übersichtsartikel von Coluccia und Kolleg:innen bestätigt. Ergänzend berichteten die Autor:innen über erhöhte Werte für Neurotizismus sowie über idealisierte Vorstellungen von Beziehungen. Opfer von Love-Scammern würden dabei während der Anbahnungsphase Warnsignale ignorieren oder Zweifel rationalisieren und relativieren, um die Beziehung aufrechtzuerhalten.
In einer qualitativen Untersuchung beobachteten Drew und Webster, dass Geschädigte von Love Scammern angaben, zum Zeitpunkt des Betrugs durch Einsamkeit, Sehnsucht nach Nähe und Zuwendung sowie andere Belastungslagen besonders beeinflussbar gewesen zu sein. Diese Aussagen beruhen ausdrücklich auf qualitativen Interviewdaten.
Prävention von Love-Scamming
Insgesamt weisen die Befunde darauf hin, dass es spezifische Merkmale und Reaktionsweisen von Opfern von Love Scams gibt. Zugleich handelt es sich um durchschnittliche Unterschiede, und unabhängig davon können Menschen auch jenseits solcher personenbezogener Merkmale in bestimmten Lebenssituationen und durch besonders geschicktes Vorgehen von Love Scammern geschädigt werden.
Dennoch ist es wichtig, diese Konstellationen zu kennen, damit wir unsere Verletzlichkeit erkennen und ihr reflektiert entgegensteuern können. Ein Coaching-Klient gehörte zu denen, die nicht sehen wollten, was offensichtlich war. Er weigerte sich, die scheinbar schöne Beziehung zu beenden, die noch bestand, als ich mit ihm sprach. Ein anderes Gleichklang-Mitglied reagierte jedoch gänzlich anders. Sie war an uns herangetreten mit der Bitte, ihrer Partnerin zu helfen, die sich angeblich in einer schwersten Situation in einem Gefängnis in den USA befinde, da ihre eigenen Ressourcen nunmehr erschöpft seien. Sie erkannte den unglaublichen Betrug, dem sie zum Opfer gefallen war, sofort und nahm von jedem weiteren Kontakt konsequent Abstand.
Damit wird zugleich klar, dass Online-Scams überall passieren können und auch bei Gleichklang vorkommen. Glücklicherweise kennen wir seit unserer Gründung 2006 nur eine Handvoll Fälle. Als Betreiber einer Datingplattform sehen wir jedoch täglich, dass Love Scammer versuchen, in unsere Plattform einzudringen und unsere Mitglieder auszubeuten. Wir steuern dem durch manuelle Kontrolle jedes Profils, Bezahlpflicht, einen automatischen Entdeckungsalgorithmus, der anschließend manuell geprüft werden muss, durch Aufklärung der Mitglieder sowie durch Missbrauchsmeldefunktionen entgegen. Trotzdem gelingt es auch uns nicht, eine absolute Sicherheit für unsere Mitglieder zu gewährleisten.
Deshalb ist Prävention notwendig, die die potenziell Geschädigten einbezieht, um sie vor diesem Schicksal zu bewahren. Es gibt dabei eine Grundhaltung und ein sehr einfaches Handlungsmuster, mit dem ein nahezu vollständiger Schutz möglich ist:
- Als Grundhaltung gilt, neben dem Gefühl und dem Herzen auch den Verstand einzuschalten. Nur wenn beide in die gleiche Richtung sprechen, ist dies ein starkes Signal für Tragfähigkeit.
- Zudem sollten wir die Grundregel internalisieren und automatisieren, bei den geringsten finanziellen Wünschen oder Bitten sofort den Kontakt zu beenden und den betreffenden Account der Datingplattform zu melden.
Reflexion eigener Beziehungsmuster und Beziehungsmodelle
Vergangene Beziehungen reflektieren und für die Zukunft lernen
Allzu oft starten wir blind in das Online-Dating. Dabei übersehen wir, dass wir erstens typischerweise auf eine Beziehungsgeschichte zurückblicken, die uns womöglich weiterhin beeinflusst. Außerdem verkennen wir, dass es keineswegs selbstverständlich ist, welches Beziehungsmodell wir leben wollen, obwohl dies sich massiv auf unsere künftige Beziehungszufriedenheit und die Stabilität einer Beziehung auswirkt.
Psychologische Untersuchungen weisen darauf hin, dass Menschen bei der Partnersuche dazu neigen, sich Partner:innen zu suchen, die ihren Expartner:innen ähneln. Das wäre kein Problem, wenn nicht ein Großteil der Beziehungen zuvor exakt deshalb gescheitert wäre, weil die Partner:innen letztlich nicht miteinander kompatibel waren. Suchen wir uns nun wiederum ähnliche Partner:innen, kann es schnell passieren, dass wir vom Regen in die Traufe landen.
Vor diesem Hintergrund macht es Sinn, einen Moment innezuhalten, die vergangenen Beziehungen zu reflektieren und die Muster zu identifizieren, die zum Scheitern der Beziehungen führten. War es eine grundlegende Inkompatibilität der Personen, und wenn ja, was waren die entscheidenden Merkmale? War es unser eigenes Handeln, indem wir die Beziehung vernachlässigt oder Möglichkeiten nicht genutzt haben, um an der Beziehung zu arbeiten? Wenn ja, was können wir künftig tun, um dies zu verhindern? Bei diesen Fragen geht es darum, herauszufinden, wo wir bei der Partnersuche ansetzen können und wo neue Strategien für die Beziehungsgestaltung erforderlich sind.
So kann es sein, dass wir klare rote Flaggen identifizieren können, anhand derer nicht nur unsere vorherigen Beziehungen scheiterten, sondern aufgrund derer auch künftige Beziehungen scheitern werden, was wir, wenn wir uns dessen bewusst sind, möglicherweise sogar bereits während der Phase der Beziehungssuche erkennen können. Ebenso kann es sein, dass wir feststellen, dass wir Beziehungen vernachlässigt, nicht ausreichend kommuniziert, uns in eigene Routinen zurückgezogen und keine gemeinsamen Lebensziele entwickelt haben. Ist uns dies klar, können wir auch hier in zukünftigen Beziehungen eine Änderung herbeiführen.
Unser Beziehungsmodell klären (monogam, offen oder polyamor?)
Beziehung ist nicht gleich Beziehung:
- Beziehungen können auf sehr unterschiedliche Arten gelebt werden. Oft setzen wir das normative Modell einer exklusiven Zweierbeziehung, also die Monogamie, voraus. Studien zeigen jedoch, dass ungefähr ein Fünftel aller Befragten in westlichen Ländern bereits Erfahrungen mit anderen Beziehungsmodellen aus dem Bereich der konsensuellen Nichtmonogamie gemacht hat. Zudem zeigen Studien, dass konsensuell nichtmonogame Beziehungen zu vergleichbarer Beziehungszufriedenheit und Stabilität führen können wie monogame Beziehungsmodelle.
Dabei ist es wichtig, zwischen unterschiedlichen Formen konsensueller Nichtmonogamie zu unterscheiden. Verkürzt lassen sich folgende Modelle differenzieren:
- Offene Beziehungen: Liebe ist exklusiv, Sexualität mit dritten Personen ist erlaubt.
- Swinger-Beziehungen: Liebe ist exklusiv, Sexualität wird gemeinsam als Paar mit Dritten gelebt.
- Polyamore Beziehungen: Weder Liebe noch Sexualität sind exklusiv; es ist möglich, mehrere romantische und sexuelle Partner:innen zu haben.
Innerhalb der Polyamorie lassen sich wiederum unterschiedliche Untertypen beschreiben:
- Es wird u. a. differenziert zwischen Primärpartner:innen, Sekundärpartner:innen oder auch Tertiärpartner:innen. Mit Primärpartner:innen bestehen häufig stärkere emotionale und räumliche Bindungen als mit Sekundärpartner:innen, mit denen die sexuelle Beziehung intensiver sein kann. Von Tertiärpartner:innen wird gesprochen, wenn zwar weitere romantische und sexuelle Komponenten involviert sind, die Intensität der Bindung jedoch sehr gering ist. Polyamore Beziehungen können auch ohne Sekundär- oder Tertiärpartner:innen bestehen, wenn die emotionale, räumliche und sexuelle Nähe hoch und gleichverteilt zwischen Primärpartner:innen ist. Ebenso kann es ausschließlich Sekundärpartner:innen geben, wobei ein hohes Ausmaß an Eigenständigkeit betont wird, was noch stärker der Fall ist, wenn Personen nur Tertiärpartner:innen haben. Alle Formen können zudem gemischt auftreten, wobei häufig eine Person eine Primärpartner:in und eine weitere Sekundärpartner:in hat. Bei manchen polyamoren Beziehungen pflegen alle Beteiligten polyamore Beziehungen, bei anderen nur eine oder ein Teil der Personen.
- Außerdem gibt es Gruppenbeziehungen, in denen mehr als zwei Personen miteinander gemeinsam eine partnerschaftliche Beziehung pflegen. Im Übrigen können offene Beziehungen, Swinger-Beziehungen und polyamore Beziehungen auch miteinander kombiniert werden.
Aus gesellschaftlich-kulturellen Gründen setzen viele nicht hinterfragend die Monogamie voraus.
Hier liegt jedoch ein Problem:
- In vielen monogamen Beziehungen fühlen sich eine oder beide Partner:innen nicht sexuell oder auch nicht romantisch erfüllt. Nicht selten ist die Folge, dass außerhalb der Vereinbarung und vor den Partner:innen verborgen sexuelle und/oder romantische Kontakte außerhalb der Beziehung gepflegt werden. Da dies verschwiegen wird, sinken Offenheit und Vertrautheit. Kommt es heraus, ist dies oft sehr verletzend, und Trennungen können die Folge sein.
In einer eigenen Erhebung mit Gleichklang-Paaren stellten wir fest, dass Fremdgehen in monogamen Beziehungen einer der häufigsten Faktoren für Trennungen ist. Demgegenüber haben wir keine Unterschiede in der Beziehungsstabilität und Zufriedenheit zwischen monogamen Paaren, bei denen die Monogamie eingehalten wurde, und konsensuell nichtmonogamen Beziehungen festgestellt.
Studien belegen zudem, dass es neben einer Monopartnersexualität auch eine Polypartnersexualität gibt. Dies bedeutet, dass es einen erheblichen Anteil an Menschen gibt, bei Männern und Frauen ebenso wie bei anderen Geschlechtern, die sich sexuell nicht ausschließlich auf eine Person ausrichten möchten. Gehen polypartnersexuell orientierte Personen eine monogame Beziehung ein, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie sexuell unerfüllt werden und gegebenenfalls beginnen, fremdzugehen. Partnerschaftlichen Beziehungen tun jedoch weder sexueller Unerfülltheit noch Fremdgehen gut.
Wir sehen ebenfalls Muster, in denen Menschen immer wieder monogame Beziehungen eingehen, fremdgehen, sich trennen und erneut monogame Partner:innen wählen. Dies ist hoch dysfunktional für alle Beteiligten, da Beziehungen so unglücklich werden. Unglückliche Beziehungen reduzieren jedoch unser Lebensglück. Nach psychologischen Studien sind Singles zwar etwas unglücklicher als Verpartnerte insgesamt, aber immer noch glücklicher als Menschen, die sich in unglücklichen oder gar toxischen Beziehungen befinden.
Psychologisches Resümee zu den Beziehungsformen
Psychologisches Resümee ist, dass wir unsere Beziehungsmodelle unbedingt vor der Partnersuche reflektieren sollten. Wir sollten Beziehungen mit offenem Visier eingehen, um zu echter Vertrautheit und gemeinsamem Beziehungsglück zu gelangen. Voraussetzung hierfür ist wiederum, dass wir selbst wissen, was wir suchen. Was wir suchen sollten, darf dabei nicht auf einer Illusion beruhen, sondern muss auch unseren Möglichkeiten entsprechen.
Erneut kann ein einfaches psychologisches Schema hilfreich sein. Stellen wir uns die Frage, ob wir sexuelle und romantische Erfüllung in einer monogamen Beziehung finden können. Dies bedeutet gleichzeitig, dass wir über die Fähigkeit verfügen sollten, die Monogamie einzuhalten. Bejahen wir diese Frage, ist die Suche nach einer monogamen Beziehung möglich. Verneinen wir sie, sollten wir unsere Suche auf konsensuell nichtmonogame Beziehungen einschränken.
Möglich ist auch, dass wir zu der Antwort gelangen, dass wir sowohl eine monogame als auch eine nichtmonogame Beziehung leben könnten. In diesem Fall können wir es von der anderen Person und den Konstellationen abhängig machen, denen wir begegnen. Dabei können sich Beziehungsmodelle natürlich auch im Laufe einer Beziehung ändern. Offenheit hilft, Beziehungen Entwicklungsmöglichkeiten zu geben.
Aber auch eine dritte Frage sollten wir uns stellen: Möchte ich überhaupt eine Beziehung? Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir nicht mehr in Partnerschaften leben müssen, auch wenn es weiterhin ein starkes Normierungsmodell in diese Richtung gibt. Während die meisten sich tatsächlich eine Beziehung wünschen, gibt es auch Menschen, die nur aus sozialem Stress und Druck heraus meinen, eine Beziehung führen zu müssen. Eigentlich wären sie glücklicher allein oder mit einer Konstellation Freundschaft plus.
Psychologisch macht es wenig Sinn, sich in Beziehungen zu begeben, wenn Zweifel am eigenen Beziehungswunsch bestehen. In diesem Fall gilt eher die Empfehlung, sich als Single ein glückliches und sinnerfülltes Leben aufzubauen. Sollte ein Beziehungswunsch später entstehen, ist es nie zu spät.
Beziehungsmodelle in Datingplattformen
Unsere Beziehungsmodelle haben einen Einfluss auf die Wahl der Datingplattform. Zu prüfen ist, ob das eigene Modell auf einer Plattform vertreten ist und ob im Suchprozess eine Erkennbarkeit besteht. Suche ich monogam und wird auf einer Plattform dieses Thema nicht adressiert, ist das allerdings nicht unbedingt ein gutes Zeichen. Denn in diesem Fall werden sich dort viele Menschen in die Partnersuche begeben, die womöglich latent andere Modelle leben, sich aber mehr oder weniger pro forma auf ein monogames Modell einlassen.
Wir sehen an der Häufigkeit von Fremdgehen, sexueller und emotionaler Untreue, dass eine solche Wahl meist nicht die beste ist.
Je offener Datingportale mit der psychologischen Realität unterschiedlicher Beziehungsmodelle umgehen, desto höher ist die Chance auf Authentizität und Kompatibilität im Suchprozess.
Unser Ansatz bei Gleichklang zu Beziehungsmodellen
Wir versuchen bei Gleichklang, die gesamte relevante Bandbreite menschlicher Beziehungswünsche und Beziehungsformen abzubilden und transparent als Möglichkeiten darzustellen, für die sich Mitglieder reflektiert entscheiden können. Durch diesen offenen Umgang wollen wir wechselseitige Transparenz fördern und unseren Mitgliedern die Suche nach einem für sie passenden Beziehungsmodell ermöglichen. Zugleich möchten wir dazu beitragen, schmerzhafte Prozesse der Inkompatibilität zu verhindern, die nicht selten erst erkannt werden, wenn bereits Bindungen entstanden sind.
Wir sehen diesen Ansatz als Ausdruck der Erkenntnisse der Psychologie, die ohne Zweifel belegen, dass es in der menschlichen Beziehungsrealität unterschiedliche Beziehungsmodelle gibt und auch unterschiedliche Beziehungsmodelle erfolgreich gelebt werden können. Wir erkennen an, dass es monopartnersexuell und polypartnersexuell orientierte Menschen gibt, wobei andere zwischen diesen Polen stehen. Wir glauben, dass nur durch eine explizite Berücksichtigung dieser verschiedenen Beziehungsarten ein Beitrag zu Kompatibilität und Beziehungsglück geleistet werden kann.
Daneben ergeben sich aus dem psychologischen Forschungsstand keine Belege für eine generelle Überlegenheit oder eine generelle Unterlegenheit eines bestimmten Beziehungsmodells:
Vielmehr legen die psychologischen Befunde nahe, dass unterschiedliche Menschen in unterschiedlichen Konstellationen und Lebenssituationen mit unterschiedlichen Beziehungsmodellen glücklich werden können.
Anbieter:innen im Bereich des Online-Datings sollten sich dieser psychologischen Realität stellen. Tun sie dies nicht, werden sie der Komplexität menschlicher Bedürfnisse und Lebensweisen in den Bereichen Sexualität und Beziehung nicht gerecht. Nur ein solcher inklusiver Ansatz kann die Authentizität der partnersuchenden Mitglieder und damit auch die Möglichkeit der Partnervermittlung maximieren, kompatible Menschen zusammenzubringen. Inklusion ist damit immer ein Gewinn für alle, ganz egal, um welche Merkmale oder Beziehungsmodelle es geht.
Sexuelle Erlebensbedürfnisse und sexuelle Kompatibilität
Die sexuelle Zufriedenheit nimmt typischerweise in partnerschaftlichen Beziehungen ab. Zudem gibt es viele Paare, die niemals echte sexuelle Zufriedenheit miteinander aufbauen konnten. Sexuelle Zufriedenheit bedeutet dabei, dass die beiden Betreffenden oder in polyamoren Konstellationen auch mehr als zwei Personen sich wechselseitig als sexuell erfüllt erleben.
Sexuelle Präferenzen, Praktiken und Ausrichtungen auf bestimmte Konstellationen können so wichtig und stark sein, dass sie wie eine sexuelle Orientierung wirken. Die Sexualwissenschaftlerin Sari van Anders hat mit ihrer sexuellen Konfigurationstheorie ein modernes psychologisches Konzept der Sexualität vorgelegt, das ein tiefgreifendes individuelles Verständnis ermöglicht.
Sexualität wie auch Beziehungen sind nicht nur Ergebnis von Passung, sondern von gemeinsamen Begegnungen und offener Kommunikation. Durch Offenheit und gemeinsames Experimentieren, den Wechsel von Orten und Praktiken kann Sexualität auch in lang anstehenden Beziehungen ihren leidenschaftlichen Charakter erhalten oder wiederbeleben.
Aber auch wenn vieles von dem abhängt, was Menschen miteinander entwickeln, gibt es ebenfalls Kompatibilitätsaspekte, die von vornherein eine Rolle spielen. Liegt eine gute Passung vor, wachsen so die Aussichten, dass gemeinsame sexuelle Zufriedenheit möglich wird. Dabei ist sexuelle Zufriedenheit wiederum mit der Beziehungszufriedenheit verbunden.
Wenn wir vor dem Hintergrund von Offenheit und Wertschätzung unsere sexuellen Erlebnisbedürfnisse reflektieren und in Beziehungen miteinander teilen, wachsen daher die Aussichten auf sexuelle Kompatibilität, sexuelle Zufriedenheit und Beziehungszufriedenheit.
Bei Gleichklang haben wir zahlreiche Aspekte der sexuellen Orientierung und auch komplexere, in Sexualität und Gender eingebettete Konzepte (Guydyke, Girlfag) in unsere Vermittlung integriert. Sexuelle Experimentierbereitschaft, Geschwindigkeit des Beginns von Sexualität beim Kennenlernen, Neigungen zu BDSM und den damit assoziierten verschiedenen Rollen, polyamore sexuelle Konstellationen, ob in Swinger-Beziehungen, offenen Ehen oder polyamoren Beziehungen, sowie auch der Wunsch nach asexuellen oder platonischen Beziehungen werden durch den Matching-Algorithmus kompatibel zugeordnet.
Die psychologische Befundlage zeigt deutlich, dass wir sexuelle Kompatibilität und sexuelle Zufriedenheit nicht einfach als ein Nebenprodukt von Partnerschaften betrachten sollten. Bereits bei der Partnersuche und im Prozess des Beziehungsaufbaus spielen Sexualität und die Kompatibilitätsmöglichkeiten, die zwischen Menschen bestehen oder entwickelt werden können, eine zentrale Rolle. Zu oft wird dies beim Online-Dating vernachlässigt, was mit dazu beiträgt, dass Beziehungen sich durch geringe sexuelle Zufriedenheit oder gar dezidierte Inkompatibilität der sexuellen Erlebnisbedürfnisse charakterisieren.
Eine Ursache für die mangelnde Offenheit in unserer sexuellen Kommunikation sind gesellschaftlich konditionierte Hemmungen und normative Modelle, aufgrund derer vielen Menschen ein Zugang zu ihren tatsächlichen sexuellen Erlebnisbedürfnissen versperrt ist.
Der erste Schritt zur Verbesserung ist die Erkenntnis der eigenen Wünsche, wozu wir bei Gleichklang den sexuellen Erlebnistest entwickelt haben, der Sexualität in elf Dimensionen darstellt.
Sexuelle Zufriedenheit: Beschreibt, wie zufrieden Menschen mit ihrem aktuellen Sexualleben sind, ob sie ihre Wünsche realisieren können und sich insgesamt sexuell erfüllt fühlen.
Sexuelle Experimentierfreude: Erfasst die Offenheit für neue sexuelle Erfahrungen, wechselnde Orte und unterschiedliche Praktiken sowie den Grad an Variationsbereitschaft.
Sexueller Liebesbezug: Bezeichnet, in welchem Ausmaß Sexualität an emotionale Nähe und Liebesbeziehungen gebunden ist oder unabhängig davon gelebt wird.
Sexuelle Selbsterfahrung: Meint Sexualität als Mittel der Selbstexploration, persönlichen Entwicklung oder auch spirituellen Erfahrung.
Sexuelle Hemmungen: Umfasst Ängste, Scham oder Unsicherheit im Umgang mit Sexualität, die sexuelles Erleben und Verhalten einschränken können.
Sexuelle Probleme: Beschreibt funktionelle oder körperliche Beeinträchtigungen der Sexualität wie Orgasmus-, Erregungs- oder Schmerzprobleme.
Instrumentelle Sexualität: Bezieht sich darauf, ob Sexualität zur Erreichung nicht-sexueller Ziele eingesetzt wird, etwa zur Konfliktvermeidung, sozialen Bindung oder Einflussnahme.
Sexuelle Fluidität: Erfasst die Veränderlichkeit sexueller Orientierung und die Relevanz von Geschlechtsmerkmalen für sexuelle Anziehung.
Suchthaftes sexuelles Erleben: Beschreibt ein stark gesteigertes sexuelles Verlangen, das bei hoher Ausprägung den Alltag dominieren kann.
Asexuelles Erleben: Liegt vor, wenn Sexualität als wenig bedeutsam oder uninteressant erlebt wird, ohne dass dies zwangsläufig mit Leidensdruck verbunden ist.
BDSM-Interessen: Bezeichnen Neigungen zu einvernehmlichen Praktiken von Dominanz, Unterwerfung, Kontrolle oder ritualisiertem Schmerz.
Beim Kennenlernen und Beziehungsaufbau kann es sehr hilfreich sein, sich über das wechselseitige Erleben auszutauschen. Sprechen wir über Sexualität, gelingt es uns leichter, Hemmungen zu überwinden und so die sexuelle Begegnung gemeinsam zu gestalten und weiterzuentwickeln.
Beziehungszufriedenheit und sexuelle Zufriedenheit sind korreliert, lassen sich aber keineswegs vollständig aufeinander zurückführen. Beziehungen können glücklich sein bei geringer sexueller Zufriedenheit und umgekehrt. Trotzdem ist das erreichbare Optimum, dass wir beide Formen von Zufriedenheit entwickeln und fortwährend im Beziehungsverlauf auf sie achten. Eine gute initiale Passung der wechselseitigen sexuellen Bedürfnisse stellt hierfür eine erste förderliche Voraussetzung dar, die in den weiteren Prozessen von Kennenlernen, Beziehungsaufbau und Beziehungsgestaltung zu vertiefen ist.
Wann beginnt eine Beziehung – was sind die Voraussetzungen?
Diese Frage ist eine sehr wichtige Frage:
- Schließlich lassen wir uns nur auf eine Beziehung ein, wenn wir den Eindruck haben, die Voraussetzungen seien gegeben. Dieser Eindruck ist aber keine sichere Angelegenheit und er hängt maßgeblich auch damit zusammen, was wir glauben, dass Indikatoren für eine tragfähige Liebesbeziehung seien.
Leider glauben wir aber oft vieles, was nicht unbedingt der Realität entspricht:
- Unser Glaube kann auf einem falschen Fundament, z. B. einer wenig zielführenden Theorie der Beziehungsentstehung, basieren. Ebenso kann unser Glaube auf verzerrten Wahrnehmungen, kurzfristigen situativen Einflüssen, Einflüssen von Stimmungen, die außerhalb der eigentlichen Beziehungsfrage liegen, entstehen.
Für die Partnerfindung ist die kritische Herausforderung, den Moment zu erkennen, wann eine Beziehung entstehen kann.
Aus unseren Umfragen bei Gleichklang und auch aus der psychologischen Forschungsliteratur wissen wir, dass die Sache sehr viel komplexer ist als eine einfache Anforderung. So zeigen empirische Studien uns die folgenden Fakten über das, was Menschen in ihren Beziehungen und bei der Beziehungsentstehung erleben:
- Nach einer umfassenden internationalen Studie entstehen ca. zwei Drittel der Beziehungen aus Freundschaften, die sich erst später zu einer Liebe vertiefen. Haben wir diesen möglichen Beginn nicht auf dem Schirm, kann es sein, dass wir eine andere Person vorzeitig und dauerhaft in die sogenannte „Friendzone“ stellen, obgleich zwischen uns womöglich eine sehr glückliche und auch dauerhafte Beziehung entstanden wäre. Die Bereitschaft für einen freundschaftlichen Beginn ist also ein entscheidender Faktor, der uns helfen kann, den Moment nicht zu übersehen.
- Verliebtheit ist kein sicherer Indikator: Nicht wenige erwarten statt Freundschaft sofortige Verliebtheit, überschäumende Gefühle. Verliebtheit aktiviert hypomanische Emotionsstrukturen und deaktiviert den kritischen Verstand. Es kann ein wunderbares Gefühl sein, jedoch kann es ebenso für jemanden entstehen, mit dem die Beziehung toxisch wird – einschließlich Liebesbetrug –, wie auch für jemanden, mit dem Liebe einschläft oder der Alltag unbefriedigend verläuft, ebenso für jemanden, mit dem wir tatsächlich glücklich werden. Verliebtheit an sich gibt uns leider keine Informationen darüber, ob eine Beziehung glücklich verlaufen wird oder nicht.
- Es können so zwei ungünstige Entwicklungen eintreten: Wir erwarten Verliebtheit und weisen daher eine partnerschaftliche Option zurück, die uns in Wirklichkeit zu einem großen Glück und zu einer großen Liebe gebracht hätte. Oder wir lassen uns auf eine Beziehung ein, die im Unglück endet. Liebesfreude und Verliebtheit sind wunderbare Gefühle, sie bringen uns an die Spitze unseres Erlebens, aber Liebesschmerz ist gleichzeitig einer der schlimmsten seelischen Schmerzen, die wir haben können.
- Studien zeigen zudem, dass mehrheitlich die Verliebtheit, wenn sie entsteht, nicht vor einem Beziehungsbeginn, sondern erst danach entsteht. In Wirklichkeit kommen als Partner:innen Menschen in einer Beziehung zusammen, und im Verlauf tritt auch bei einigen Verliebtheit ein. Für manche ist es anders und die Verliebtheit ist der Beginn. Dies ist jedoch nicht der typische Verlauf. Wenn wir uns allein auf die Möglichkeit eines Beginns mit Verliebtheit fokussieren, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass wir tatsächlich Single bleiben.
- Manche glauben, wir sollten nur auf unsere Gefühle hören. Andere sehen Beziehungen als ein pragmatisches, rationales Ereignis, quasi wie eine arrangierte Ehe. Interessanterweise zeigen arrangierte Ehen im Verlauf keine wesentlichen Unterschiede bezüglich Beziehungszufriedenheit und Liebe im Vergleich zu anderen Beziehungen. Aber dennoch wäre es verkehrt, Gefühle einfach auszublenden. Denn tatsächlich sind Verstand und Gefühle zwei zentrale Aspekte unserer Verhaltenssteuerung, die beide ihren Sinn haben. Nur ist der Sinn oft nicht immer sicher zu entziffern. Für eine Beziehung spricht alles, wenn unsere Gefühle und unser Verstand in die gleiche Richtung weisen. Sind demgegenüber nur die Gefühle da, aber alles sagt uns, dass wir so nicht glücklich werden können, steigt das Risiko eines Scheiterns. Sagt der Verstand „es passt“, die Gefühle sagen aber „nein“, müssen wir ebenfalls damit rechnen, dass womöglich keine Liebesgefühle entstehen werden und wir uns so in einer Beziehung ohne Liebe wiederfinden. Es muss nicht der Fall sein, aber das Risiko ist gegeben.
- Nicht leicht ist zudem für viele, zwischen roten Flaggen für eine nicht tragfähige oder gar toxische Beziehung und Turbulenzen im Beginn einer Beziehung zu unterscheiden. Wenn wir in eine Beziehung eintreten, kennen wir uns noch keineswegs vollständig als Personen. Im Prozess der zunehmenden Vertrautwerdung entdecken wir notwendigerweise Aspekte bei Partner:innen, die uns nicht immer freuen. Daraus resultieren Turbulenzen. Diese sind jedoch zu erwarten, und nehmen wir sie als Anlass, eine Beziehung abzubrechen, wird es womöglich etwa mit keiner Beziehung werden. Turbulenzen können sogar letztlich positiv sein. Gelingt es nämlich, Turbulenzen vor dem Hintergrund von Authentizität, Offenheit und wechselseitigem Verständnis zu klären, steigt die Verbundenheit. Eine rote Flagge ist demgegenüber keine Turbulenz, sondern sie ist ein Faktor, der fundamental dem Beziehungsglück entgegensteht. Rote Flaggen können da sein, wenn wir verliebt sind oder wenn wir nicht verliebt sind. Wollen wir nicht hinschauen, tritt das ein, was so oft beobachtet wird: Wir landen vom Regen (einer vorherigen verletzenden Beziehung) in der Traufe.
Letztlich besteht die Kunst, „nein“ oder „ja“ zu sagen, darin, die Signale zu erkennen und richtig zu deuten und auf ihrer Basis eine unser Glück dienliche Entscheidung zu treffen. Was sollte also vorhanden sein, um eine Beziehung zu beginnen, wenn Verliebtheit wenig sagt, aber auch der Verstand allein nicht genügt?
Es gibt drei Voraussetzungen, die wir prüfen können:
- Ich möchte wirklich eine Beziehung mit all dem, was an Veränderungen meines Lebens damit notwendigerweise einhergeht. Wird diese Frage nicht beantwortet, ist es besser, sich erst einmal nach Freundschaften und nicht nach einer romantischen Beziehung umzusehen. Genauso sollte und kann es auch kommuniziert werden.
- Wir verspüren wechselseitig ein positives Gefühl füreinander, wie Sympathie, Zuwendung, Interesse.
- Wir stellen beide fest, dass wir uns aufgrund der Kenntnis unserer Lebensphilosophie und Beziehungsmodelle vorstellen könnten, miteinander dauerhaft durchs Leben zu gehen.
Werden alle drei Fragen mit „ja“ beantwortet, ist dies ein gutes Argument, in den Prozess der Beziehungsentwicklung einzutreten.
Für manche mag dieses Modell rational klingen oder sehr pragmatisch wirken´:
- Tatsächlich ist es eine Integration von Gefühl und Verstand. Es ist auch keine Liebe ohne Liebe. Vielmehr gibt es Gefühle, die Liebe signalisieren, die nicht alle sofort aufgrund ihres Modells von Liebe als Liebe wahrnehmen. Wenn zwei Menschen eine Beziehung ernsthaft möchten, wenn sie sich emotional positiv miteinander fühlen und wenn sie beide nach authentischer Kommunikation erkennen, dass sie dauerhaft durch das Leben miteinander gehen könnten, dann ist dies eine starke emotionale und rationale Basis. Das damit verbundene Gefühl ist bereits ein Liebesgefühl, auch wenn diejenigen, für die Liebe nur Verliebtheit ist, es womöglich nicht als solches einordnen.
Beginnen wir jedoch unter diesen drei Voraussetzungen eine Beziehung, ist es hochwahrscheinlich, dass wir eines Tages, wenn wir zusammenbleiben, feststellen werden, dass unsere Beziehung auf Liebe beruht. Der Rat ist daher, bei der Partnersuche und der Beziehungsentscheidung auf eine Kongruenz von Gefühlen und Verstand zu achten, aber nicht unbedingt große, exaltierte, euphorisierende Gefühle zu erwarten. Die Emotionalität kann sehr viel ruhiger sein und gemeinsam mit einer Kompatibilität der Lebensmodelle zu einer glücklichen Beziehung führen.
Wissensressourcen Psychologie der Partnersuche
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