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Dating-Apps – Struktur, Motive und Risiken
Struktur und Motive der Dating-Apps
Dating-Apps erleben weltweit einen enormen Zuspruch. Sie erlauben es ihren Nutzern, sich blitzschnell durch eine schier unbegrenzte Anzahl von Profilvorschlägen zu klicken.
Alles orientiert sich an der geografischen Nähe und am Aussehen:
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Die meisten Nutzer:innen suchen an ihrem aktuellen Aufenthaltsort. Das Foto ist das entscheidende Auswahlkriterium.
Zu den weltweit bekannten Dating-Apps gehören Tinder, Bumble, Badoo, Lovoo und Hinge. Für die LSBTIQ-Community ist Grindr der führende Anbieter.
Tinder ist berühmt dafür, dass Profile als interessant markiert oder als uninteressant weggewischt werden können. Diese Entscheidung wird in der Regel in Sekundengeschwindigkeit gefällt. Nur wenn beide Seiten das Interesse bestätigen, können die Betreffenden miteinander in Kontakt treten.
Bumble ist nach eigenem Anspruch eine besonders frauenfreundliche Dating-App. Diese Frauenfreundlichkeit soll dadurch umgesetzt werden, dass ausschließlich Frauen die erste Nachricht schreiben können und der Kontakt blockiert wird, wenn Männer nicht innerhalb von 24 Stunden geantwortet haben.
Hinge erhebt für sich den Anspruch, anders als andere Dating-Apps den Schwerpunkt auf die Suche nach ernsthaften Beziehungen zu legen. Dies soll auch durch eine Filterfunktion unterstützt werden, bei der die Nutzer:innen Profile nach Ethnizität, Religion, Familienplanung, Körpergröße, Politik, Rauchen und Drogenkonsum durchsuchen können. Ob diese und einige weitere Aspekte Hinge tatsächlich von anderen Dating-Apps grundlegend unterscheidbar machen, sei dahingestellt.
Allen Dating-Apps ist gemeinsam, dass das Foto für die Erstauswahl die entscheidende Rolle spielt. Zudem ist bei den Dating-Apps die Schwelle für den Einstieg niedrig. Die Apps können kostenlos heruntergeladen werden und das eigene Profil kann in kürzester Zeit erstellt werden. In wenigen Minuten kann so das Online-Dating beginnen.
Die Dating-Apps haben den Durchbruch geschafft. Weltweit ziehen sie Abermillionen Menschen in ihren Bann. Ihr fulminanter Aufstieg zeigt, dass sie offensichtlich etwas bei den Menschen ansprechen, aber was?
Hierzu haben Sobieraj und Humphreys (2021) eine qualitative Interviewstudie durchgeführt, in der sie männliche und weibliche Nutzer:innen von Tinder interviewten und in Fokusgruppen diskutieren ließen:
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Die thematische Analyse des erhobenen Materials gelangte zu der Schlussfolgerung, dass der Schwerpunkt der Tinder-Nutzung auf dem Unterhaltungsbereich liegt. Es kommt dabei zu einer Ausdehnung auf das soziale Netzwerk der Betreffenden außerhalb von Tinder, indem Profile und Begegnungen im Freundeskreis besprochen werden. Die Autorinnen arbeiten zudem geschlechtstypische Verhaltensmuster heraus, nach denen Männer als Eroberer auftreten und untereinander in den Wettstreit um Verabredungen treten, während Frauen sich mit ihren Freundinnen beraten, sich aber auch über die jeweiligen Profile, Nachrichten und Begegnungen gemeinsam amüsieren. Klar erkennbar wird aus den Analysen der Autorinnen ebenfalls die enorme Bedeutung von Fotos und Äußerlichkeiten, wobei offenbar, abgesehen von Aufenthaltsort und Aussehen, darüber hinausgehende Werte und Lebenseinstellungen eine nur begrenzte Rolle spielen.
Jänkälä et al. (2019) untersuchten in einer weiteren qualitativen Interviewstudie die Bedeutsamkeit von Fotos für die Nutzung von Tinder:
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Die Autor:innen gelangten zu dem Ergebnis, dass sich quasi alles um die Fotoauswahl und die Fotobetrachtung drehte, wobei Teilnehmende allerdings meinten, anhand ihrer Fotos wesentliche Informationen zu ihrer Persönlichkeit und ihrem Lebensstil vermitteln zu können. Der Einsatz von Fotos endete nicht mit dem ersten Kennenlernen, sondern setzte sich nachfolgend über Messenger-Dienste fort. Die Funktion des weiteren Fotoaustausches nach der ersten Begegnung außerhalb des Internets lag dabei auch in dem Wiedererkennungswert der Fotos. Mithilfe der Fotos konnte demnach gewährleistet werden, dass eine Person nach einer Begegnung überhaupt wiedererkannt wurde und es zu keinen Verwechslungen mit anderen Personen kam.
Deutlich wird hier ein Schwerpunkt auf Quantität und Aussehen, zudem eine Beliebigkeit und Austauschbarkeit von Personen. Die Struktur von Dating-Apps, für die Tinder durchaus ein repräsentatives Beispiel ist, scheint mehr für oberflächliche virtuelle und nicht-virtuelle Kontakte geeignet zu sein als für die vertiefte Begegnung einzelner Menschen mit dem Ziel einer dauerhaften Partnerschaft.
Insofern ist nicht verwunderlich, dass bei Nutzern von Dating-Apps die Suche nach einer langfristigen Beziehung tatsächlich nicht im Vordergrund steht:
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Sumter et al. (2017) befragten 163 Tinder-Nutzer:innen zu ihren Motiven für die Verwendung der Dating-App. An erster Stelle wurde als Motiv Trendorientierung benannt. Die App wurde als neu und cool erlebt. An zweiter Stelle folgte Erlebnishunger im Sinne von Aufregung und Thrill. Erst an dritter Stelle zeigte sich das Liebes-Motiv und Teilnehmende sprachen davon, eine Beziehung finden zu wollen. Eng gefolgt wurden diese drei Motive von der Suche nach Selbstbestätigung (Komplimente und Zuwendung erhalten), Sex (One-Night-Stands, Erotikbilder austauschen) und unkomplizierter Kommunikation (Schüchternheit überwinden, online unkompliziert kommunizieren können).
Abgehen von der Rangfolge ist auch die durchschnittliche Stärke der Motive von Interesse:
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Die Teilnehmenden gaben ihre jeweiligen Motive auf einer Skala an, die von eins (gar nicht vorhanden) bis fünf (stark vorhanden) reichte. Keines der sechs Motive erreichte einen hohen durchschnittlichen Skalenwert, die Werte schwankten zwischen minimal 1,63 (Einfachheit der Kommunikation) bis maximal 2,97 (Erlebnishunger). Das Motiv Liebe erreichte einen durchschnittlichen Wert von 2,24.
Grundsätzlich fällt in dieser Untersuchung also auf, dass alle Motive im Durchschnitt eher gering ausgeprägt waren, was auf eine starke Heterogenität der Motive der verschiedenen Teilnehmenden oder eine mangelnde Prägnanz der Zielstruktur der einzelnen Teilnehmenden schließen lässt.
Bemerkenswert ist zudem, dass Trend und Erlebnishunger deutlich stärker ausgeprägt waren als das Liebesmotiv. Erlebnishunger ist aber gegensätzlich zu dem Motiv, eine langfristige Beziehung finden zu wollen. Wer vorwiegend den eigenen Erlebnishunger befriedigen möchte, bindet sich seltener.
Die Ergebnisse weisen insofern darauf hin, dass bei Tinder verschiedenste Motive angesprochen werden, wobei sich eine starke Dominanz eines Motivs nicht erkennen lässt. Ein einheitlicher Wunsch nach einer festen partnerschaftlichen Beziehung ist bei Tinder-Nutzer:innen sicherlich nicht vorhanden.
Diese Befunde lassen sich vermutlich auf alle Dating-Apps generalisieren, da sich die verschiedenen Dating-Apps insgesamt, trotz einiger Unterschiede im Detail, ähnlich sind.
Eine Nebenfolge der unterschiedlichen Motive der Teilnehmenden kann sein, dass die Kommunikation weniger authentisch ist:
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Personen, die nur nach Online-Sex suchen, mögen falsche Fotos einsetzen.
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Wer nach erotischen Treffen sucht, mag ein Beziehungsinteresse vorgeben, um zum Ziel zu gelangen.
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Personen, denen es um die Selbstbestätigung geht, mögen ein Interesse an Treffen vortäuschen, um sodann zu verschwinden.
Es können sich aber auch innerpsychische Nebenfolgen ergeben:
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Hat die gleiche Person mehrere Motive, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass im Verlauf diejenigen Motive an Stärke gewinnen, die am schnellsten zu erreichen sind und sofort belohnt werden. Hierzu gehören Erlebnishunger, Sex, Selbstbestätigung oder einfache Unterhaltung durch Online-Kommunikation, nicht aber die Suche nach einer festen Beziehung, die mit mehr Anstrengung verbunden ist und typischerweise wesentlich später zum Erfolg führt.
Zu dieser Interpretation passen die Befunde einer Befragung von Teilnehmenden eines Musikfestivals über ihre Nutzung von Dating-Apps in Australien, wo sich eine wesentlich stärkere Bedeutsamkeit von Ablenkung und Sex und eine geringe Bedeutsamkeit einer langfristigen Beziehung zeigte (Garga et al., 2021):
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Als Hauptmotiv für die Nutzung der Apps gaben 59,7 % der Befragten Langeweile an. 45,1 % suchten nach Sex, 42,8 % nach unverbindlichen Dating-Kontakten, 33,4 % wollten ihr Selbstbewusstsein verbessern und lediglich 22,8 % gaben an, nach einer langfristigen Beziehung zu suchen. Nur noch die Suche nach Freundschaft wurde mit 16,2 % seltener bejaht als die Suche nach einer langfristigen Beziehung.
Die Studie unterschied nicht zwischen den verschiedenen Dating-Apps. Hätten sich beispielsweise für Nutzer:innen von der Dating-App Hinge, welche für sich beansprucht, auf langfristige Beziehungen ausgerichtet zu sein, andere Ergebnisse ergeben?
Dies lässt sich nicht sicher sagen, aber die Dating-App selbst hat hierzu eine Umfrage veröffentlicht, der zufolge 87 % der aktuell Teilnehmenden für eine Beziehung offen seien und 45 % sogar ausschließlich nach einer festen Beziehung suchten. Einerseits mag dies tatsächlich für ein höheres Interesse an langfristigen Beziehungen bei Hinge sprechen, andererseits wird aber auch hier eine Heterogenität deutlich, wobei eine Mehrheit eben nicht exklusiv nach einer langfristigen Beziehung sucht.
Psychologisch problematisch ist, dass die Struktur der Dating-Apps mit ihren unterschiedlichen Motiven und der Möglichkeit, die nicht-beziehungsbezogenen Motive schnell erfüllen zu können, zu einer Schwächung durchaus vorhandener Beziehungs-Motive führen kann. Dating-Apps können ein auf schnelle Motivbefriedigung ausgelegtes Dating-Verhalten fördern, welches aber die Wahrscheinlichkeit, eine Beziehung zu finden, reduzieren kann.
In Einzelfällen mag dies bis zu einem süchtigen Benutzungsverhalten der App gehen – mit Einengung der Alltagsaktivitäten auf die App und einem Verlust der Bereitschaft und Fähigkeit zu Kommunikation und Beziehung außerhalb der App.
Natürlich sind von solchen potenziellen Gefahren nicht alle Nutzer:innen betroffen; den meisten wird es gelingen, die App phasenweise und selektiv zu benutzen, ohne dadurch ihre Aktivitäten außerhalb der App zu beeinträchtigen. Es gibt aber besonders gefährdete Gruppen:
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Coduto et al. (2019) zeigten in einer Untersuchung, dass speziell Menschen, die unter sozialen Ängsten leiden, eine gefährdete Gruppe sind, die eine Online-Sucht entwickeln können, insbesondere wenn Einsamkeit zur sozialen Angst hinzutritt. Gerade bei sozial eher gehemmten, schüchternen Menschen, die einsam sind, mag die Nutzung von Dating-Apps naheliegend sein, kann sich hier jedoch offenbar besonders schnell ungünstig auswirken.
Insgesamt sind Dating-Apps vorwiegend geeignet, um Unterhaltungsbedürfnisse zu befriedigen oder durch sofortige Kommunikation auf der virtuellen Ebene beziehungsweise schnelle Offline-Begegnungen abzulenken, die durch die räumliche Nähe zueinander begünstigt werden. Sie können insofern beispielsweise Flirts und erotische Begegnungen sicherlich effektiv unterstützen. Eine Nebenwirkung ist jedoch, dass sie aufgrund ihrer Struktur ebenfalls zu Grenzüberschreitungen, entmenschlichter Erotik und virtuellem Suchtverhalten führen können.
Dies lässt sich auch anhand von Tinder-Nachrichten erkennen, die Tinder-Nutzer:innen der Instagram-Seite Tindernightmares zusendeten, wo sie regelmäßig gepostet werden. Nur zum Eindruck eine Auswahl von wenigen ins Deutsche übersetzten Zitaten: »Bist du ein blutiges Steak? Denn ich würde dich gerne essen, wenn du noch bluten würdest.« , »Du siehst aus, als würdest du mein Leben ruinieren…« oder »Rosen sind rot. Veilchen sind irgendwie ätzend. Du bist gut in Form. Lass uns ficken gehen.«
Deutlich werden hier Frauenfeindlichkeit, Sexismus und massive Belästigung:
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Laura Thompson (2018) führte eine qualitative Analyse von 526 auf Tindernightmares und der mit dieser vergleichbaren Instagram-Seite Bye Felipe geposteten Nachrichten durch. Sie identifizierte als Grundthemen die Reduktion des Wertes von Frauen auf ihr Aussehen sowie die Beanspruchung ihrer sexuellen Verfügbarkeit durch Männer, die mit frauenfeindlichen und belästigenden Sprüchen auf reale oder vermutete Zurückweisung reagierten.
Grundsätzlich ist gegen eine hohe Bedeutung von Erotik und sexuellen Themen nichts zu sagen. Allerdings lässt sich an den zitierten Sprüchen schwerlich erkennen, dass diese geeignet wären, den Betreffenden tatsächlich erfüllende Sexualität und Erotik oder gar langfristige Beziehungen zu ermöglichen. Es werden im Gegenteil grobe, beleidigende, vulgär-erotische, sexistische und frauenfeindliche Muster erkennbar, die einem Ausloten wechselseitiger Passung und dem Einstieg in einen Prozess des Beziehungsaufbaus entgegenstehen.
Selbst wenn sich sicherlich zahlreiche Nutzer:innen von Dating-Apps von solchen Mustern distanzieren und ein Teil der Nutzer:innen tatsächlich nach einer dauerhaften Beziehung sucht, können solche Nachrichten dennoch ihre Spuren hinterlassen:
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Auf der Seite der übergriffigen Männer können misogyne, sexistische Muster durch die tägliche Praxis weiter verfestigt werden, sodass ihre Beziehungsfähigkeit weiter absinken dürfte. Auf der Seite der betroffenen Frauen als Rezipientinnen solcher Nachrichten mögen negativere Männer-Bilder und grundlegende Zweifel an der Ernsthaftigkeit auch anderer Teilnehmer entstehen.
Sexuelle Belästigungen und Beleidigungen sind anders zu bewerten als harmlosere Unterhaltungsmotive. Aber auch letztere können den Prozess der Beziehungssuche erschweren. Ihre starke Repräsentanz bei den Dating-Apps kann den Kennenlernprozess bereits dadurch behindern, dass es schwierig wird, zu erkennen, bei welchen Teilnehmenden ernsthafte Beziehungsabsichten bestehen. Dies gilt umso mehr, als sich durch den Prozess der Nutzung Motive verändern mögen und – gegebenenfalls sogar durch die Betreffenden unbemerkt – Unterhaltungsmotive zunehmend an die Stelle von Beziehungsmotiven treten können.
Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, dass Dating-Apps sexuelles Risikoverhalten bei ihren Nutzern fördern:
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In einer Untersuchung von Choi et al. (2016) mit Studierenden aus Hongkong zeigte sich bei Nutzern von Dating-Apps eine signifikante Steigerung der Häufigkeit, beim Geschlechtsverkehr auf Kondome zu verzichten. Ähnlich kritisch wirkte sich lediglich der Alkoholkonsum aus.
Allerdings liegen keineswegs nur negative Befunde zu Dating-Apps vor. So weisen andere Daten durchaus auf die Möglichkeit hin, dass eine Partnerschaft auch über Dating-Apps entstehen kann:
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Timmermans und Courtois (2018) beobachteten in einer Stichprobe von belgischen Tinder-Nutzern, dass weniger als die Hälfte der Nutzer jemals jemanden über die App tatsächlich getroffen hatte, was die Befunde von Rosenfeld bestätigt. Von denjenigen, die Treffen hatten, berichteten 31 % von unverbindlichem Sex, aber immerhin gaben 27 % auch an, über Tinder eine partnerschaftliche Beziehung gefunden zu haben. Für sexuelle Begegnungen zeigte sich in dieser Studie der zu erwartende Zusammenhang zu den Motiven der Nutzung: Je stärker sexuelle Motive für die Nutzung benannt wurden, desto häufiger kam es tatsächlich zu erotischen Kontakten. Demgegenüber gab es aber keinen Zusammenhang für das Motiv »feste Beziehung« damit, eine solche Beziehung bei Tinder auch tatsächlich zu finden. Feste Beziehungen scheinen insofern bei den Nutzern eher durch Zufall und unabhängig von ihren eigentlichen Motiven entstanden zu sein.
Und ja, es mag durchaus als hoffnungsvolles Ergebnis bewertet werden, dass 27 % der Befragten über Tinder eine Beziehung fanden. Allerdings wurden in dieser Untersuchung keine Informationen über die Qualität und die Dauerhaftigkeit dieser Beziehungen erfasst. Zudem bezieht sich dieser Prozentsatz nur auf die Minderheit der Teilnehmenden, die überhaupt Verabredungen hatte. Da der Wunsch nach einer Beziehung zudem die Erfolgsaussichten nicht verbesserte und ein unbekannter Anteil der Beziehungen sich sicherlich als nicht tragfähig gezeigt hätte, wenn dies erfragt worden wäre, ergibt sich aus diesen Daten eine insgesamt sehr bescheidene Aussicht, über eine Dating-App tatsächlich eine langfristige Beziehung zu finden.
Besonders im Kontext der Dating-Apps und sozialen Netzwerke lassen sich weltweit drei weitere kritische Phänomene verstärkt beobachten, die als Ghosting, Catfishing und Breadcrumbing bezeichnet werden:
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Ghosting besteht darin, dass eine Person, zu der ein ernsthafter Offline-Kontakt oder Online-Kontakt oder sogar bereits eine Beziehung besteht, plötzlich völlig überraschend und ohne jede Erklärung verschwindet und alle Kontaktmöglichkeiten löscht.
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Breadcrumbing definiert sich so, dass Personen Interesse an anderen Personen vorgeben, diesen Komplimente machen und mit ihnen flirten, ohne dass jemals eine echte Bereitschaft bestanden hätte, den Kontakt zu vertiefen. Es finden sporadische Interessebekundungen (wie hingeworfene Brotkrumen) statt, obwohl es in Wirklichkeit keinerlei Intention für eine Beziehung gibt. Den Adressaten ist diese Tatsache jedoch unbekannt.
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Catfishing meint, komplett fiktive Online-Profile zu erstellen, um andere Personen zu kontrollieren, zu überwachen, zu täuschen oder zu betrügen. Manchmal soll Erpressungsmaterial (beispielsweise zugesandte Nacktfotos) gesammelt werden. Es kann sich um rein finanzielle Absichten handeln und oft ist Catfishing mit dem sogenannten Love-Scamming verbunden. Es können aber auch innerpsychische Kontrollmotive bis hin zu Sadismus eine Rolle spielen. Freunde, Familienangehörige, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Nachbarn oder kriminelle Organisationen sowie komplett unbekannte Personen können sich hinter diesen Profilen verbergen.
Timmermans et al. (2020) befragten Nutzer:innen von Dating-Apps, die selbst Ghosting betrieben hatten oder von Ghosting betroffen waren. Dabei zeigte sich, dass die Erfahrung von Ghosting oft als stressreich und belastend erlebt wird. 59 % der Betroffenen machten die Ghoster für das Geschehen verantwortlich, 37 % sahen die Gründe in der eigenen Person, 17 % wiesen den Dating-Apps eine Mitverantwortung zu. (Die Prozente addieren sich nicht zu 100 %, weil mehrere Verantwortliche benannt werden konnten.)
Bezüglich der Ghoster nahmen die Betroffenen beispielsweise an, dass diese bereits andere Beziehungen, persönliche Probleme oder eine geringe Bindungsbereitschaft hätten. Bezüglich der eigenen Person wurde unter anderem vermutet, den Ansprüchen nicht genügt zu haben, nicht attraktiv genug zu sein oder ein falsches Verhalten gezeigt zu haben. Bezüglich der Verantwortung von Dating-Apps wurde vorgebracht, dass diese Kontakt-Strukturen bereitstellten, in denen Ghosting eine einfache und naheliegende Handlungsmöglichkeit sei.
Bei den Personen, die Ghosting betrieben hatten, sahen 67 % die Verantwortung bei den betroffenen Personen, 44 % bei der eigenen Person und 29 % bei den Apps. Die Verantwortung der Apps wurde ebenfalls in der Bereitstellung einer Ghosting erleichternden Struktur gesehen. Als Gründe innerhalb der eigenen Person wurde beispielsweise die Vermeidung einer direkten Absage an die andere Person genannt. Als Gründe auf Seiten der von Ghosting betroffenen Personen wurden unter anderem deren angebliche negative Eigenschaften und Verhaltensweisen oder die Erwartung von Schwierigkeiten genannt, eine Absage zu akzeptieren. 22 % der Ghoster waren der Ansicht, sie hätten keinerlei Verpflichtung gegenüber der anderen Person, während 16 % der anderen Person durch ihr Verschwinden die Verletzungen durch eine direkte Zurückweisung ersparen wollten.
Daran wird deutlich, dass es verschiedene Ursachen und Motive für Ghosting gibt, dass in der Wahrnehmung der Ghoster und der Betroffenen aber auch die Dating-Apps eine erleichternde Rolle für das Ghosting spielen. Die Ghoster entziehen sich jeder Auseinandersetzung und wählen durch das Löschen der Verbindung den einfachsten Weg. Während manche den Betroffenen – in einer fehlgeleiteten Sichtweise – damit seelischen Schmerz ersparen wollen, sehen sich andere gegenüber den Betroffenen in keiner menschlichen Verpflichtung, wenn sie den Löschbutton drücken.
Grundsätzlich sind weder Ghosting noch Breadcrumbing an Online-Dating gebunden, sondern können auch in anderen Kontexten auftreten. Eine Studie von Navarro et al. (2020) zeigte allerdings, dass die Wahrscheinlichkeit erlittenen oder selbst verübten Ghostings signifikant mit der Benutzung von Dating-Apps zusammenhing.
Geschlechter- und Altersverteilungen
Was bei den Dating-Apps ebenfalls auffällt, ist die unausgeglichene Verteilung der Geschlechter und Altersgruppen:
Werden bei nicht zum LSBTIQ-Bereich gehörenden Dating-Apps die Geschlechter-Verhältnisse betrachtet, wird ein starkes Übergewicht von Männern sichtbar:
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So wird für die Nutzung von Tinder in den USA für 2021 ein Verhältnis von 75,8 % Männern zu 24,2 % Frauen angegeben.
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Eine Studie des internationalen Cloud-Providers Ogury von Oktober bis Dezember 2018 berichtete, gemittelt über 10 Dating-Apps, von einer Männer-Quote von 73 % für die USA, 85 % für UK, 81 % für Frankreich, 91 % für Italien und 87 % für Spanien.
Ein Übergewicht von Männern ist von Erotik-Portalen bekannt und beruht auf der Tatsache, dass Männer im Durchschnitt tatsächlich häufiger an unverbindlichen Sexkontakten interessiert sind als Frauen. Die starke Überrepräsentation von Männern bei den Dating-Apps ist ein weiteres kritisches Zeichen gegen eine gute Verwendbarkeit von Dating-Apps für eine ernsthafte Partnersuche.
Erheblich überrepräsentiert sind bei Dating-Apps zudem die jüngeren Altersgruppen:
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Eine aktuelle Auswertung für die USA im April 2020 zeigt, dass 53 % der Befragten niemals Tinder benutzten. Bei der Altersgruppe der 18-29-Jährigen betrug dieser Prozentsatz jedoch nur 24 % und stieg erst mit wachsendem Alter kontinuierlich an auf bis zu 97 % bei Personen im Altersbereich von 65 Jahren und älter. Interessanterweise zeigt sich bei Grindr, der bekanntesten App für die LSBTIQ-Community, eine etwas ausgeglichenere Altersverteilung, wobei aber auch hier die jungen Altersgruppen klar dominieren.
Der Fokus der Dating-Apps auf Unterhaltung und Spaß, Unverbindlichkeit und Erotik lässt sich sicherlich zu einem guten Teil mit der jungen Zielgruppe erklären, deren Lebenswege noch weniger gefestigt sind und für die Bindung und Verbindlichkeit weniger im Vordergrund stehen.
In einem Interview von Markus Böhm mit Tabea Glindemann bei Spiegel-Online berichtet diese über ihre Erfahrungen bei Dating-Apps:
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Zwar gebe es Menschen, die reflektierte Dinge schrieben oder nette Einstiegssätze. Vieles sei aber Copy and Paste. Sehr oft habe sie eindeutige Angebote bekommen, wie oder ob sie abgeschleppt werden wolle. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass es vielen bei Tinder nicht darum gehe, Beziehungspartner:innen zu finden, sondern nur um Matches. Manchmal gebe es gar kein Interesse an Chats oder Treffen. Sie vermutet zudem, dass es denjenigen, die nach einer monogamen Beziehung suchten, schwerfalle, zu dem Punkt zu kommen, an dem sie sagten: «Jetzt habe ich die Person gefunden, mit der ich zusammen sein möchte.” Schließlich könne man jederzeit in die App schauen, wo zumindest gefühlt Hunderttausend weitere potenzielle Partner:innen auf einen warteten.
Die Schilderungen von Tabea Glindemann passen gut zu den psychologischen Befunden.
Die diversen Dating-Apps haben übrigens niemals aussagekräftige Daten zu der Frage vorgelegt, wie viele der Millionen Nutzer:innen eine dauerhafte Partnerschaft über ihre Apps gefunden haben und wie sich diese Beziehungen im Verlauf entwickelten.
Aufgrund der für eine Partnersuche eher problematischen Struktur der Dating-Apps, der nahezu ausschließlichen Fokussierung auf das Äußere, der Orientierung auf sofortige Belohnung, des starken Unterhaltungscharakters, der Verbreitung von Frauenfeindlichkeit, Sexismus und Belästigung sowie der Motivheterogenität ihrer Nutzer:innen ist anzunehmen, dass dieser Prozentsatz klein sein dürfte.
Psychologische Bewertung der Dating-Apps
Aus psychologischer Sichtweise sind Dating-Apps daher kritisch zu bewerten, insbesondere aufgrund folgender noch einmal zusammenfassend benannter sechs Aspekte:
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Dating als Konsumprozess: Bei Dating-Apps wird der Kennenlernprozess zu einem Konsumprozess, wobei scheinbar eine riesige Auswahl herrscht, die Profile aber tatsächlich miteinander im Wettbewerb stehen. Die Erwartung des nächsten und womöglich noch besseren Profils erschwert es, sich festzulegen, sodass Unverbindlichkeit regiert und Bindungsprozesse beeinträchtigt werden können.
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Anziehung für unlautere Absichten: Die Basisfunktionen sind komplett kostenlos und können sofort genutzt werden. Der Aufwand für das Herunterladen der App und die Erstellung eines eigenen Profils ist minimal. So mischen sich unter die Teilnehmenden auch zahlreiche Personen mit weniger lauteren Motiven oder zumindest keinem echten Beziehungsmotiv, wie Bildersammler, Verheiratete, die sich als Singles ausgeben, reine Online-Flirter, die dies jedoch nicht kenntlich machen, bis hin zu Stalkern und Personen, die die Dating-Apps für Belästigungen, Beleidigungen, Betrug und sexuelle Übergriffe verwenden.
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Risikoverhalten: Die Einfachheit und Geschwindigkeit, mit der über Dating-Apps weitgehend anonyme Sexualkontakte gefunden werden können, können Sicherheitsbedenken reduzieren und zu sexuellem Risikoverhalten führen, wie dem Nicht-Gebrauch von Kondomen.
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Dauerhafter Gebrauch: Der Spaß- und Suchtcharakter der Apps ist hoch und muss nicht enden, wenn eine Beziehung bereits gefunden wurde. Wer bei den Apps einmal dabei ist, kann dabeibleiben oder jederzeit wieder zurückkommen, selbst wenn eine Beziehung besteht. Wer sich über eine App getroffen hat, muss zumindest damit rechnen, dass Beziehungspartner:innen früher oder später zur App zurückkehren. Aber auch für sich selbst können manche Nutzer:innen ihre Hand vielleicht nicht ins Feuer legen. Dating-Apps weisen den Charakter von Glücksspielen auf.
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Illusorische Bewertungen: Die nahezu komplette Ausrichtung der Partnersuche auf das Aussehen übersieht zahlreiche Faktoren, die wichtig für ein Beziehungsglück sind. Aufgrund des Fokus auf das Aussehen bei ansonsten kaum vorhandenen weiteren Informationen wird der Wirksamkeit des schon weiter oben beschriebenen Halo-Effektes Vorschub geleistet, wo Menschen lediglich aufgrund des Äußeren und damit auf der Basis unzureichender Informationen illusorisch von der Existenz zahlreicher weiterer positiver Merkmale beim Gegenüber ausgehen. Umgekehrt kann es ebenso schnell zu unrichtigen Annahmen über negative Eigenschaften von Personen kommen, die lediglich aufgrund des ersten Blickes abgelehnt werden. Möglichkeiten, über einen zweiten Blick und ein genaueres Kennenlernen zu einem korrigierten Eindruck bei abgelehnten Profilen zu gelangen, gibt es bei vielen Dating-Apps nicht oder sie gehen im Meer der Alternativen unter. Bei all denjenigen, deren Interesse mehr auf Online-Kontakt oder Online-Sex liegt, steigt zudem die Bereitschaft, ein falsches Bild einzustellen und unrichtige Erwartungen zu erzeugen. Das heißt, die Struktur der Dating-Apps fördert die Motivation zu nicht authentischem Verhalten und falscher Selbstdarstellung, wodurch authentische Bewertungen erschwert werden.
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Beeinträchtigung der Beziehungsfähigkeit: Der Aufbau einer partnerschaftlichen Beziehung und die andauernde Beziehungsarbeit sind komplexe zwischenmenschliche Prozesse, die Aufmerksamkeit und Einsatz verlangen. In Partnerschaften geht es darum, sich einander wirklich zu verstehen, sich einzulassen, offen zu kommunizieren, Gemeinsamkeiten zu entwickeln, füreinander einzustehen, Ziele zu entwickeln und auch die Fehler und Schwächen von Beziehungspartner:innen akzeptieren zu können. Mit ihrer Einfachheit und ihrem Fokus auf sofortiger Belohnung, Geschwindigkeit und Oberflächlichkeit vermitteln Dating-Apps ein unrealistisches Bild menschlicher Beziehungen und senken die Bereitschaft, sich um eine Beziehung auch wirklich zu bemühen. Menschen in den Dating-Apps erscheinen austauschbar, sie sind anklickbar und wegklickbar und die Auswahl ist scheinbar unendlich. Ebenso leicht ist es, andere zu belästigen oder bei Abweisung mit Beleidigungen zu reagieren. Dies alles kann die eigene Beziehungsfähigkeit beschädigen. Im Einzelfall mögen negative Auswirkungen der Dating-Apps auf die Beziehungsfähigkeit nicht nur temporär bleiben, sondern zu einem dauerhaften Muster aus kurzfristigem Thrill und mangelnder Bindungsbereitschaft führen.
Andererseits sollten diese möglichen negativen Folgen von Dating-Apps, die im Einzelfall fraglos eintreten können, nicht überschätzt werden. So sprechen vorliegende Befunde dagegen, dass es, zumindest bis jetzt, zu einer grundlegenden gesellschaftlichen Veränderung partnerschaftlicher Beziehungen durch die Ausbreitung von Dating-Apps gekommen wäre:
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Rosenfeld (2018) gelangt in einer Studie auf der Basis von Interviews und Umfragedaten zu dem Ergebnis, dass die Beziehungen verheirateter Paare in den USA durch Dating-Apps nicht beschädigt worden seien. Die große Mehrheit verheirateter Paare lebe in einer stabilen Beziehung.
Freilich verwandten diese Paare in der Umfrage auch kaum Dating-Apps und es bleibt im langfristigen Verlauf abzuwarten, ob Personen, die vorher Dating-Apps verwandten, die Verwendung der Apps verstärkt fortsetzen werden, sodass der Prozentsatz der Paare in festen Beziehungen ansteigen würde, die weiterhin Dating-Apps verwenden. Hieraus könnten sich Beeinträchtigungen in den Beziehungen ergeben, die in der Erhebung von Rosenfeld lediglich noch nicht sichtbar waren.
Aber auch bei Singles hält Rosenfeld (2018) die Bedeutung von Dating-Apps für tatsächliche Begegnungen für überschätzt:
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Gemäß seinen Daten trafen mehr als 80 % der befragten heterosexuellen Singles in den zurückliegenden 12 Monaten keine einzige andere Person über eine Dating-App. Rosenfeld vermutet daher, dass die Hauptfunktion der Dating-Apps oftmals darin liege, online zu flirten oder sich Fotos anzuschauen.
Der Befund, dass es bei vielen Teilnehmenden zu keinen Treffen kam und diese die Dating-App offenbar vorwiegend für Unterhaltungseffekte benutzten, spricht dagegen, dass die Apps dazu führen, dass die Suche nach einer Beziehung durch eine endlose Reihe unverbindlicher Verabredungen ersetzt wird. Allerdings spricht dieser Befund auch gegen eine hohe Effektivität von Dating-Apps für die Partnersuche.
Die Gefahr einer möglichen Minderung der Beziehungsfähigkeit und eines Übergangs zu unverbindlichen Treffen statt eines Eingehens von Beziehungen ist also sicherlich nicht so stark, dass sie sich großflächig aufzeigen lassen würde. Sie kann aber dennoch einzelne Personen betreffen, die in Online-Sucht, Übergriffigkeit oder ein Muster aus dauerhafter Unverbindlichkeit abgleiten und dadurch ihre Beziehungsfähigkeit beeinträchtigen.
Während einzelne Personen oder Gruppen besonders gefährdet sein mögen, ist für die Mehrheit der Nutzer:innen zu erwarten, dass sie gegenüber möglichen Beeinträchtigungen ihrer Beziehungsfähigkeit Resilienz zeigen werden. Bei den meisten werden mögliche Auswirkungen auf Beziehungsfähigkeit und Bindungsbereitschaft wohl höchstens vorübergehend sein und sie werden enden, wenn sich die Betreffenden ihrer überdauernden Bindungsbedürfnisse bewusst werden und in eine vermutlich außerhalb der Dating-Apps gefundene partnerschaftliche Beziehung eintreten.
Genau hierauf weisen auch die Ergebnisse einer Studie von Head (2019) hin, die die Auswirkungen der Benutzung von Dating-Apps auf Frauen mithilfe qualitativ ausgewerteter Interviews und quantitativ ausgewerteter Fragebögen untersuchte:
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In der quantitativen Auswertung wurden keine Mittelwertunterschiede zwischen Nutzerinnen und Nicht-Nutzerinnen im Selbstwert oder in Risiken, sexuelle Übergriffigkeit zu erleiden, erkennbar. Allgemein negative Effekte der Verwendung von Dating-Apps ließen sich nicht feststellen. In der differenzierten qualitativen Analyse der Interviews berichteten Teilnehmerinnen einerseits über negative Erfahrungen von sexueller Übergriffigkeit und Druck zu Sexualität sowie über eine erlebte Degradierung und Reduktion auf den Körper, andererseits aber auch von positiven Erfahrungen, weil Kontakt-Barrieren außer Kraft gesetzt wurden, über ein positives Experimentieren mit der eigenen Sexualität und über einen Gewinn an Selbstwertgefühl.
Dating-Apps scheinen insofern für Personen, die dezidiert nach einer langfristigen Beziehung suchen, weniger geeignet zu sein. Sie bieten aber neben den Risiken durchaus auch Vorteile und Chancen im Sinne eines sich spielerischen Ausprobierens und des Experimentierens mit Sexualität und Beziehungsbedürfnissen.
Die starke Überrepräsentation junger Menschen bei den Apps spricht dafür, dass es sich hier um Erlebnisbedürfnisse handelt, deren Ausleben durchaus auch einen Entwicklungswert haben kann.
Analog betrachtet scheinen Dating-Apps virtuell ähnliche Funktionen auszuüben wie Diskotheken in der Offline-Welt, wo ebenfalls die junge Generation stark überrepräsentiert ist und wo weitaus mehr unverbindliche Kontakte als dauerhafte Partnerschaften entstehen. Andererseits entstehen zwischen einigen Menschen, die sich in Diskotheken kennenlernen, durchaus ernsthafte Beziehungen. So ähnlich ist es sicherlich auch bei den Dating-Apps.
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