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Nachwort „Online-Partnersuche aus psychologischer Sicht“
War es notwendig, diesen Ratgeber zum Online-Dating zu schreiben? Wäre es nicht besser gewesen, die Partnersuche der Spontaneität der Menschen zu überlassen?
Ein Blick auf die vielen unfreiwilligen Singles, desaströsen Partnerwahlen und zerrütteten Beziehungen spricht dagegen. Beim Online-Dating kommen überdies noch verschwendete Zeit, herausgeworfenes Geld und psychische Verletzungen aufgrund falscher Suchstrategien oder eines nicht effektiven Kommunikationsverhaltens hinzu. Ganz zu schweigen von denjenigen, die Opfer von Lug und Betrug, Catfishing, Love-Scammern oder sexuellen Übergriffen werden. Andere wiederum verlieren sich in virtuellem Chatten oder unverbindlichen Begegnungen und entfernen sich unterdessen unbemerkt, aber immer mehr von ihrem ursprünglichen Ziel einer langfristigen Beziehung.
All dies ist unnötig. Denn Online-Dating – richtig ausgeführt – kann ein sehr effektiver Weg sein, um den passenden Menschen für eine glückliche und stabile Beziehung zu finden. Genau dies wollte ich mit diesem Ratgeber deutlich machen.
Romantische Liebe ist möglich und sie bleibt nach wie vor – trotz aller gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen – für die große Mehrheit der Menschen einer der wichtigsten Faktoren ihres Lebensglücks. Für viele andere ist es die Sehnsucht nach diesem Glück, welche sie online weiterhin nach der Liebe suchen lässt.
Die Strukturen und Algorithmen des Online-Datings sind für die meisten Menschen jedoch schwer durchschaubar. Hier wollte ich mit diesem Ratgeber ein wenig Licht in das Dunkel bringen und dadurch die Wahl einer geeigneten Plattform erleichtern.
Ich hoffe ebenfalls, dass dieser Ratgeber seinen Leser:innen Anlass gibt, Liebe und Partnerschaft offener und vielgestaltiger zu betrachten. Allzu oft wiederholen wir immer wieder die gleichen Muster oder ahmen nach, was andere uns vorgeben. Mit diesem Ratgeber wollte ich die Vielfältigkeit der Liebe aufzeigen und belegen. Beziehungen können monogam oder nicht-monogam sein. Beziehungspartner:innen können zusammen wohnen, sich für getrennte Wohnungen am gleichen Ort oder eine Fernbeziehung entscheiden. In allen diesen Beziehungsmodellen lassen sich Stabilität und Zufriedenheit erreichen.
Die wichtigste Empfehlung dieses Ratgebers ist aber die Aufforderung zu radikaler Ehrlichkeit. Diese ist Voraussetzung und Methode zugleich, um partnerschaftliche Beziehungen zu finden, zu begründen, aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln. Radikale Ehrlichkeit mit sich selbst und anderen sollte die gesamte Partnersuche begleiten und auch nach der Partnerfindung nicht enden.
Damit schließt sich der Kreis und wir kehren zurück zur Spontaneität: Radikale Ehrlichkeit ist Voraussetzung für eine Spontaneität, wo Menschen sich nicht mehr präsentieren, sondern sich ganz spontan so verhalten und zeigen, wie sie tatsächlich sind.
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