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Effektive Online-Kommunikation bei der Partnersuche

Dieses Kapitel benennt die entscheidenden Faktoren für eine effektive Online-Kommunikation bei der Partnersuche.

Die Partnersuche aktiv schalten

Sie haben eine klare und realistische Vorstellung von Ihrer Suche, haben eine oder mehrere geeignete Plattformen gefunden und dort bereits Ihre Suchprofile erstellt. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Sie Ihre Partnersuche starten können. Dieses Kapitel zeigt Ihnen die Schritte, wie Sie Ihre Partnersuche aktiv gestalten und zum Erfolg führen können.

Aber bevor Sie loslegen, rufen Sie sich vier wichtige Handlungsempfehlungen aus dem ersten Abschnitt dieses Ratgebers noch einmal ins Gedächtnis.

Wer nämlich diese Empfehlungen vergisst, verpasst oft Chancen und gibt nicht selten die eigene Partnersuche frustriert auf:

Die vier zentralen inneren Herangehensweisen

Stellen Sie sich auf eine längere Suchdauer ein

Partnersuche kann sehr schnell gehen, aber ebenso gibt es viele Online-Paare, die sich erst nach jahrelanger Suche kennenlernten.

Für viele Dinge im Leben sind wir bereit, hohe Anstrengungen und einen hohen Zeitaufwand zu investieren. Denken Sie nur an Ausbildung und Beruf. Für ein eigenes Haus sparen manche Menschen Jahrzehnte.

Warum sollten wir also nicht auch für die Partnersuche bereit sein, Zeit und Geduld aufzubringen?

Planen Sie daher von Anfang an zwei bis drei Jahre für Ihre Partnersuche ein und lassen Sie sich positiv überraschen, wenn es schneller geht. Es kann sogar länger dauern.

Setzen Sie sich zeitlich bei der Partnersuche nicht unter Druck, sondern kultivieren Sie die entscheidende Tugend der Geduld.

Machen Sie sich auch bewusst, dass das Ziel nicht in vielen Kontakten, Unterhaltung oder Spaß besteht, sondern allein darin, dass Sie eines Tages die passende Person kennenlernen, mit der Sie eine hoffentlich dauerhaft glückliche Liebesbeziehung begründen werden.

Haben Sie diese Person erst kennengelernt, wird es keine Rolle mehr spielen, wie lange Sie auf der Suche gewesen sind.

Immunisieren Sie sich daher von vornherein gegen die Gefahr, früh aufzugeben, und stellen sich auf eine lange Suchdauer ein.

Sie können es auch positiv betrachten, wenn eine Online-Partnersuche Zeit braucht und nicht sofort zum Erfolg führt. Wenn Sie es nämlich innerlich akzeptieren und annehmen können, dass die Partnersuche durchaus auch mehrere Jahre dauern kann, fällt der Druck weg und es wird Ihnen gelingen, Ihre Partnersuche mit positiver Einstellung und Gelassenheit anzugehen und am Ball zu bleiben.

Wer ungeduldig ist, läuft ständig Gefahr, vorzeitig aufzugeben oder falsche Entscheidungen zu treffen. Sehen Sie die Online-Partnersuche aber als einen zeitlich offenen Prozess, können Sie leichter durchhalten, bis der Erfolg eingetreten ist.

Vermeiden Sie vorschnelles Aussortieren

Erinnern Sie sich ebenfalls daran, dass viele Paare, die online zusammenkamen, anfangs das Profil ihrer späteren Beziehungspartner:innen nicht besonders interessant fanden. Erwarten Sie daher von einem Profil nicht zu viel und greifen Sie nicht vorschnell zum Löschbutton.

Sie haben sich mithilfe dieses Buches ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt und deshalb ein aussagekräftiges eigenes Profil erstellt.

Die meisten Partnersuchen machen sich über das Online-Dating vorab keine vertieften Gedanken und beginnen einfach nach eigenem Gusto. So mag ein Profil als oberflächlich erscheinen, obwohl sich dahinter ein interessanter und womöglich zu Ihnen passender Mensch verbirgt.

Aber selbst für ein mit hoher Sorgfalt und Authentizität zusammengestelltes Profil gilt, dass letztlich alle Profile nur einen Teil des Menschen zeigen können. Profile beim Online-Dating sollen insofern nur ein erster Anreiz sein, um den Kontakt aufzunehmen. Erst der weitere Austausch wird zeigen, ob eine Übereinstimmung besteht und eine Liebesbeziehung entstehen kann.

Löschen Sie daher Vorschläge nur aus sehr gutem Grund. Das Löschen eines Profils bedeutet, dass ein künftiger Kontakt nicht mehr entstehen kann. Bedenken Sie, wenn Sie den Lösch-Button drücken wollen, dass Profilinformationen notwendigerweise nur oberflächlich sind. Selbst bei einem Nachrichtenaustausch können noch unvollständige Eindrücke und Missverständnisse auftreten, die sich bei Nachfrage auflösen lassen. Für die reine Betrachtung eines Profils gilt dies umso mehr.

Nutzen Sie den Löschbutton also nur, wenn Sie sich zweifelsfrei sicher sind, dass eine Partnerschaft mit dieser Person unmöglich ist.

Gehen Sie mit realistischem Optimismus an Ihre Suche heran

Optimismus ist hilfreich, wenn er an konkrete Ziele und Handlungsmöglichkeiten gebunden ist. Ihre Grundeinstellung wirkt wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Wenn Sie beim Online-Dating optimistisch sind, zeigen Sie ein aktives Suchverhalten, kommunizieren authentisch und positiv und erzeugen damit Interesse an einem Kennenlernen bei anderen Personen.

Optimismus bedeutet nicht, sich Dinge schönzureden oder mit der rosa Brille durch die Welt zu laufen. Eine solche verzerrte Form des Optimismus führt dazu, dass Sie Probleme nicht lösen, sondern die Dinge so laufen lassen, bis diese sich hoffentlich von selbst lösen. Meistens ist dies jedoch nicht der Fall, sondern unrealistisches Denken, Problemleugnung und Problemvermeidung führen lediglich zum Fortbestand der Probleme.

Sie haben gute Aussichten, über die Online-Partnersuche erfolgreich zu sein, müssen aber selbst aktiv werden und auch in Zeiten der Flaute bei der Stange bleiben. Dies ist die realistische und korrekte Grundhaltung, auf derer Basis Sie mit Optimismus an die Partnersuche herangehen sollten.

Sind Sie demgegenüber pessimistisch, werden Sie sich schwer zu einem aktiven Kommunikationsverhalten motivieren können. Sie werden zur Inaktivität neigen und sich vorschnell entmutigen lassen. Diese negativ-resignative und verbitterte Haltung werden Sie auch in die Kommunikation mit anderen Personen einbringen. Dadurch werden Sie wiederum weniger Resonanz erhalten.

Vielleicht hatten Sie negative Erfahrungen in der Vergangenheit, die Sie heute noch prägen. Machen Sie sich bewusst, dass die Vergangenheit nicht die Zukunft zu sein braucht, sondern dass Sie Ihre Zukunft zu einem guten Stück selbst in der Hand haben.

Legen Sie sich eine dickere Haut zu

Online-Dating ganz ohne negative Erfahrungen ist wie ein Sechser im Lotto. Typischerweise werden Sie einiges Negatives erleben:

  • Ignoriert werden, unfreundliche Absagen, Zurückweisungen, womöglich gar primitive Anmache oder Beleidigungen. Sie werden es auch immer wieder erleben, dass eine andere Person sich Ihr Profil nicht anschaut, nicht antwortet oder Ihr Profil löscht. Ghosting ist ebenfalls ein häufiges Phänomen: Eine Person, mit der Sie kommunizieren und die Ihnen gefällt oder mit der sich gar bereits eine Beziehung zu entwickeln scheint oder sogar besteht, bricht die Kommunikation plötzlich ab und verschwindet. Sie müssen aber auch mit Breadcrumbing rechnen, bei dem immer mal wieder ein Kontaktinteresse vorgegeben wird oder Grüße gesandt werden, tatsächlich jedoch keine Intention besteht, den Kontakt jemals zu vertiefen. Selbst vor bereits geschlossenen Verabredungen mögen sich manche plötzlich umentscheiden oder im schlimmsten Fall ohne Absage nicht erscheinen. Hat der Beziehungsaufbau bereits begonnen, bekommen manche Menschen Bindungsängste oder entscheiden sich doch für jemand anderen.

Lassen Sie sich von allen diesen möglichen negativen Ereignissen nicht abschrecken, sondern kalkulieren Sie ihr Auftreten gleich mit ein. Malen Sie sich solche Situationen vorab aus und legen Sie sich wirksame Selbstinstruktionen zurecht nach dem Motto: »Ich wusste, dass dies geschehen kann, und lasse mich dadurch nicht von meiner Partnersuche abbringen«.

Spielen Sie solche Situationen in Ihrer Vorstellung durch und planen Sie fest ein, bei solchen Enttäuschungen Ihre Aufmerksamkeit auf den Fortgang der Partnersuche und auf andere Personen zu legen.

Wenn Sie sich innerlich vorbereiten, werden Sie von den Ereignissen nicht überrannt werden, sondern sie gut bewältigen und so das Beste aus Ihrer Partnersuche machen können.

Wirkungsvolle Handlungsstrategien für die Online-Kommunikation

Die folgenden Empfehlungen werden Ihnen helfen, die weiteren Schritte Ihrer Partnersuche effektiv anzugehen, dabei Chancen zu erkennen und Risiken zu vermeiden:

Nehmen Sie jeden Vorschlag ernst

Sehen Sie in jedem Vorschlag die Möglichkeit Ihres künftigen Liebesglücks. Vermeiden Sie ein Konsumverhalten, bei dem Sie die Vorschläge wie Kleidungsstücke beim Shopping anschauen.

Beim Online-Dating kann solch ein Konsumverhalten schnell entstehen und echte Begegnung und Beziehung verhindern. So springen Menschen von Vorschlag zu Vorschlag, wollen sich nicht festlegen und hoffen immer, noch ein besseres Schnäppchen zu finden.

Viele, die diesem Konsumverhalten unterliegen, bleiben am Ende bei der Online-Partnersuche partnerlos. Gehen Sie daher mit ernsthaftem Interesse an jedes Profil heran und geben Sie damit sich und dem dahinterstehenden Menschen eine faire Chance, sich kennenzulernen.

Lassen Sie sich auf Profile ohne Bild ein

Grundsätzlich gilt der Rat, beim Online-Dating von Anfang an ein Profilbild oder besser sogar mehrere Bilder der eigenen Person in natürlicher Umgebung in ein Profil einzustellen. Sachlage ist aber – wie bereits dargestellt -, dass es gute Gründe geben kann, zunächst kein Foto einzustellen:

Die Sorge, erkannt zu werden und den Schutz der Anonymität zu verlieren, ist ein häufiger Grund. Manche Menschen legen aber auch aus grundsätzlichen Gründen Wert darauf, erst textlich miteinander zu kommunizieren, bevor Bilder ausgetauscht werden. Dies betrifft gerade solche Personen, die sehr ernsthaft suchen, aber die Oberflächlichkeit einer stark auf Fotos und visuelle Reize bezogenen Dating-Aktivität ablehnen.

Hinter einem bilderlosen Profil kann die Person stehen, mit der Sie eine glückliche Beziehung begründen können. Lehnen Sie Profile aber vorschnell aufgrund eines fehlenden Fotos ab, geht diese Chance verloren.

Wenig sinnvoll ist es, sofort in der Erstnachricht um ein Foto zu bitten. Dies kann als Druck erlebt werden, als ob jemand mit der Tür ins Haus fällt. Aber wenn die erste Antwort eingegangen und der Kontakt bereits entstanden ist, ist die Frage nach einem Bild ohne Weiteres möglich und es wird ihr auch meistens entsprochen. Die große Mehrheit derjenigen, die keine Fotos in Online-Dating Profilen einstellen, ist im Verlauf der Kommunikation zu einem Bilderaustausch bereit.

Ganz wenige Teilnehmende beim Online-Dating tauschen selbst im Verlauf einer Kommunikation keine Fotos aus und wollen ihr Äußeres erst bei einem Treffen zeigen. Es ist Ihre Entscheidung, ob Sie so ein Wagnis eingehen möchten oder nicht. Ist der textliche Austausch tiefgründig, mag der Versuch sich durchaus lohnen.

Betrachten Sie ein Profil ganzheitlich

Viele Menschen entscheiden in Sekunden auf der Basis eines Fotos, ob jemand für sie in Frage kommt oder nicht. Bei den Dating-Apps ist dies sogar der allgemeine Standard. Tun Sie dies, entsteht jedoch die Gefahr, dass Sie unpassende Menschen als passend und passende Menschen als unpassend betrachten.

So können Kontakte entstehen, die sich als nicht tragfähig zeigen, während mögliche tragfähige Kontaktoptionen verloren gehen.

Lassen Sie sich daher durch den ersten Blick nicht zu schnell beeinflussen. Lesen Sie das gesamte Profil und insbesondere auch den freien Text. Erlauben Sie sich einen zweiten Blick.

Machen Sie sich klar, dass auch ästhetische Eindrücke und Präferenzen sich ändern können, wenn zwei Menschen aufgrund ihrer inneren Werte gut zueinander passen.

Schreiben Sie die Erstnachricht

Seien Sie nicht zu stolz, um selbst die erste Nachricht zu schreiben. Wenn beide warten, warten beide umsonst.

Viele machen es sich bei der Partnersuche im Internet zur Angewohnheit, abzuwarten, bis die andere Person den ersten Schritt tut. Diese Haltung schädigt aber die Erfolgsaussichten der eigenen Partnersuche, führt zumindest zu einem erheblichen Zeitverlust. Demgegenüber gelangen diejenigen am häufigsten und am schnellsten zum Erfolg, die es sich zur Angewohnheit machen, selbst den ersten Schritt zu tun.

Ein häufiger Irrtum ist es, zu glauben, die andere Person sei nicht interessiert, weil sie sich nicht von sich aus melde. Möglicherweise denkt die andere Person das Gleiche.

Teilweise sind es Geschlechterrollen-Erwartungen, die gerade Frauen eine abwartende Rolle einnehmen lassen. Es gibt sie eben doch noch, die Vorstellung, der Mann solle um die Frau werben und sie erobern.

Während Männer bei den Dating-Apps oder auch bei Erotik-Portalen diese Rolle tatsächlich oft erfüllen, ist dies bei Partnervermittlungen anders. Hier gibt es ebenso Frauen wie Männer, die die abwartende Rolle einnehmen, bis sie kontaktiert werden. Umso wichtiger ist es für Ihren Erfolg, dass Sie selbst die Initiative ergreifen und aus der abwartenden Rolle herausgehen.

Es gilt daher die Empfehlung, den Erstkontakt selbst aufzunehmen, und zwar bei allen Vorschlägen, bei denen keine unüberwindlichen Bedenken bestehen.

Erst im Verlauf der Kommunikation wird sich zeigen, ob von einer weiteren Begegnung Abstand genommen werden soll oder ein vertieftes Kennenlernen möglich ist. Oft können erst durch den Nachrichten-Austausch bestehende Übereinstimmungen festgestellt werden. Ihre Erstnachricht erhöht die Aussicht, dass so ein Austausch entsteht und sich womöglich aus ihm eine Beziehung entwickelt.

Erstnachrichten, die Wirkung zeigen

Blockieren Sie sich nicht mit dem Wunsch, die perfekte Erstnachricht zu schreiben. Perfektion gibt es nicht und Partnersuche ist kein Schreibwettbewerb.

Ausführliche Erstnachrichten kommen gut an, aber die Erstnachricht braucht dennoch kein Roman zu sein. Wenn die Erstnachricht persönlich und interessiert wirkt, kann auch ein knapper Text positive Resonanz erzeugen.

Gerade wenn Ihnen das Schreiben etwas schwerer fällt, kann es daher hilfreich sein, sich zunächst eher knapp zu halten.

Fällt Ihnen das Schreiben aber leicht, brauchen Sie sich keine Zwänge anzulegen und können gerne auch einen längeren Text schicken. Unbedingt sollte die Erstnachricht individuell sein.

Menschen, denen das spontane Schreiben schwerfällt, können sich eine allgemeine Struktur für eine Erstnachricht zurechtlegen, die aber für jede Person, die angeschrieben wird, individualisiert werden sollte. Die Erstnachricht darf nicht wie ein einfach kopierter Standard-Text wirken, sondern sie soll ein persönliches Interesse an der Person zum Ausdruck bringen, die angeschrieben wird.

Deshalb ist es wichtig, auf Ihnen bedeutsam erscheinende Aspekte des Profils der anderen Person einzugehen, Gemeinsamkeiten zu benennen, Gründe für Ihr Interesse zu geben und auch ein paar Sätze zur eigenen Person zu schreiben.

Als Zeichen Ihres individuellen Interesses ist ein Bezug auf den freien Text der anderen Person sinnvoll. Auch auf ungewöhnliche, herausstechende oder seltene Merkmale der anderen Person können Sie eingehen, insbesondere dann, wenn Sie diese teilen.

Es geht nicht um eine vollständige Auflistung. Greifen Sie einzelne Aspekte heraus, die eine gute Grundlage geben, um an sie anzuknüpfen.

Fragen laden zur Antwort ein. Scheuen Sie sich also nicht, in Ihrer Erstnachricht Fragen zu stellen. Beenden Sie die Erstnachricht mit Ihrem Wunsch, von dem anderen möglichst bald zu hören.

Welche Inhalte oder Merkmale von Erstnachrichten kommen gut an und was ist für eine Erstnachricht ein No-Go?

Eine Umfrage unter Gleichklang-Mitgliedern erbrachte hierzu folgende Ergebnisse:

Welche Inhalte oder Merkmale von Erstnachrichten kommen gut an und was ist für eine Erstnachricht ein No-Go?

Von einer großen Mehrheit als positiv bewertet wurden Erstnachrichten, die auf Gemeinsamkeiten eingehen, ein echtes Interesse an einem Kennenlernen vermitteln, den eigenen Eindruck von der angeschriebenen Person schildern und eine Einladung beinhalten, miteinander in Kontakt zu treten.

Sehr interessierten sich die meisten Befragten auch, zu erfahren, warum die andere Person den Kontakt zu ihnen suchte.

Verschiedene Textformen können einen positiven Eindruck hinterlassen. Insbesondere humorvolle Texte, informative Texte und auch Texte, die einen positiven Ausblick und Hoffnung vermitteln, kamen bei einer großen Mehrheit der Befragten gut an. Persönlich wirkende Texte, ein Eingehen auf die eigenen Hobbys und Interessen sowie Komplimente stießen ebenfalls bei der großen Mehrheit der Befragten auf positive Resonanz.

Beliebt waren außerdem tiefsinnige Texte, die Darstellung der eigenen Lebensphilosophie, die Verdeutlichung der eigenen Beziehungsbereitschaft und das Eingehen auf eigene Gefühle.

Auch ungewöhnliche Texte und ausführliche Texte wurden meistens positiv bewertet.

Negativ bewertete Inhalte und Merkmale

Das absolute No-Go ist eine Nachricht, die nur aus einem „Hallo“ besteht. Solche Nachrichten wurden von fast allen Befragten abgelehnt.

Anders mag dies freilich bei Dating-Apps sein, wo oftmals hochfrequent kurze Nachrichten und Grüße mit minimalem inhaltlichem Bezug ausgetauscht werden. Bei einer Partnervermittlung oder auch einer Singlebörse, wo nicht gechattet wird, sondern echte Nachrichten geschrieben werden, sind solche Hallo-Nachrichten aber unangebracht und werden meistens auf Ablehnung stoßen.

Ebenfalls negativ bewertet wurden von einer großen Mehrheit der Befragten Erstnachrichten, die sich mit Finanzen, Dating-Erfahrungen oder den Gründen des eigenen Single-Daseins beschäftigten.

Auch traurige Nachrichten, politische Inhalte und schwer verständliche Texte stießen mehrheitlich auf Ablehnung.

Eher unbeliebt waren ebenfalls sexuelle Inhalte, kontroverse oder negative Texte, Kritik an der angeschriebenen Person.

Auch eine ausführliche Darlegung der eigenen Lebensgeschichte in einer Erstnachricht wurde von der Mehrheit der Befragten nicht erwünscht.

Zusammenfassend lautet die Empfehlung, einen persönlichen Text zu schreiben, der auf Gemeinsamkeiten eingeht, das Interesse an einem Kennenlernen verdeutlicht und zu weiterem Kontakt einlädt.

Der Text kann humorvoll, informativ, auch ungewöhnlich und ausführlich sein. Es ist sinnvoll, die eigene Beziehungsbereitschaft zu unterstreichen. Auch eine Schilderung der eigenen Lebensphilosophie, Hobbys und Interessen ist durchaus empfehlenswert.

Demgegenüber sollten in einer Erstnachricht Kritik, kontroverse Inhalte, Schilderungen vorheriger Dating-Erfahrungen oder ein ausführlicher Rückgriff auf die eigene Lebensgeschichte eher vermieden werden.

Sexuelle Inhalte sind meistens fehl am Platz. Aber auch politische Inhalte werden in einer Erstnachricht typischerweise nicht erwünscht.

Gerade der Befund zu den politischen Inhalten, aber auch zu den sexuellen Inhalten, macht andererseits deutlich, dass es auf den Einzelfall ankommt:

  • Ergibt sich aus einem Profil ein starkes politisches Interesse oder wird auf einem Profil bereits über Sexualität gesprochen, mag es sehr wohl im Einzelfall sinnvoll sein, hierauf in einer Erstnachricht einzugehen. In der Regel wird dies jedoch nicht der Fall sein.

Gehen Sie auf die oben erwähnten, meistens negativ bewerteten Themen also in Ihrer Erstnachricht nur dann ein, wenn Sie dem Profil der angeschriebenen Person entnehmen können, dass sich eine Person gerade für diese Inhalte besonders interessiert.

Ergeben sich aus einem Profil keine solchen Hinweise, ist es ratsam, typische kritische Inhalte in einer Erstnachricht wegzulassen.

Lassen Sie sich aber auch von den als positiv bewerteten Merkmalen eines Textes, wie Ausführlichkeit, Humor oder Ungewöhnlichkeit, nicht verschrecken. Wenn Sie auf die wichtigsten Empfehlungen eingehen, kann ein knapper Text völlig ausreichend sein.

Hier ein Beispiel einer kurzen, aber effektiven Erstnachricht:

  • Lieber Norbert, mit großem Interesse habe ich Dein Profil gelesen. Sofort fiel mir auf, dass Du Dich ebenso wie ich für Permakultur interessierst. Ich glaube, dies ist eine wichtige Gemeinsamkeit, an die wir anknüpfen können. Außerdem gehe ich genauso gerne in die Natur wie Du. Was denkst Du? Ich bin hier auf der Suche nach dem Partner für ein gemeinsames Leben. Ob Du es sein könntest? Wollen wir es herausfinden? Ich finde Dein Profil jedenfalls ansprechend. Über eine Nachricht von Dir würde ich mich sehr freuen! Liebe Grüße, Deine Karin.

Bei ausbleibender Antwort nachfragen

Geben Sie nicht sofort auf, wenn Sie keine Antwort erhalten. Scheuen Sie sich nicht, noch einmal nachzufragen.

In der Hektik des Alltags passiert es leider allzu oft, dass Antworten aufgeschoben und dann vergessen werden. Dies bedeutet nicht, dass ein Kontakt bereits chancenlos ist. Sind Sie weiterhin interessiert, lassen Sie dies Ihr Gegenüber noch einmal wissen.

Beispieltext für eine Nachfrage:

  • Noch habe ich nichts von Dir gehört, aber nach wie vor bin ich auf Deine Antwort gespannt!

Statistisch ist es übrigens beim Online-Dating völlig normal, wenn eine Erstnachricht nicht beantwortet wird. So kam eine Datenauswertung der Antwortrate auf Erstnachrichten bei der Dating-Plattform AYI.com zu dem Ergebnis, dass Männer – je nach Altersdifferenz zu einer angeschriebenen Frau – nur in minimal 1 % bis maximal 9 % der Fälle einer Antwort erhielten. Bei Frauen schwankte diese Rate zwischen 12 % und 22 %.

Sicherlich kommt es auch auf die gewählte Dating-Plattform an, wie hoch die Antwortraten sein werden. Lassen Sie sich aber durch ausbleibende Antworten nicht verunsichern, sondern fragen Sie nach.

Natürlich kann es sein, dass eine Person tatsächlich nicht an Ihnen interessiert ist und deshalb nicht antwortet.

Es mag auch nicht an Ihrer Person an sich liegen, sondern an Ihrem Profil oder der Art Ihrer Erstnachricht. Haben Sie alle Ratschläge in diesem Buch befolgt, sollte dies allerdings meistens nicht die Erklärung sein.

Oft ist es so, dass einer fehlenden Antwort temporäre Gründe zugrunde liegen und gerade in diesem Fall kann eine Nachfrage aussichtsreich sein.

Gründe für ausbleibende Antworten

Dies sind nach einer Gleichklang-Umfrage die sechs Hauptursachen für ausbleibende Antworten, wobei noch viele weitere Gründe denkbar sind:

  • Profil oder Erstnachricht sind wenig aussagekräftig: Ein fehlender, sehr kurzer oder oberflächlicher freier Text, fehlende Fotos oder eine pauschale Copy-Paste-Erstnachricht ohne persönliche Bezüge kann die Motivation, zu antworten, reduzieren. Achten Sie daher darauf, dass Sie bei Ihrer Profilgestaltung und Ihren Erstnachrichten die in diesem Buch gegebenen Empfehlungen berücksichtigen. So werden Sie Antworten, die aus diesem Grund nicht gegeben werden, vermeiden können.

  • Kein Interesse: Sie können und brauchen nicht jedem zu gefallen. Vielleicht hat die entsprechende Person wirklich kein Interesse und möchte Ihnen keine Absage senden. Trotzdem schadet eine Nachfrage nicht, auf die Sie entweder erneut keine Antwort oder aber eine Absage erhalten werden.

  • Eigene Hemmungen: Manche Menschen fühlen sich gehemmt, wenn sie eine Zuschrift beantworten wollen. Die Ursachen können Befürchtungen, dem Anspruch nicht zu genügen, oder Schreibschwierigkeiten sein. Sie werden das Problem der anderen Person nicht lösen können. Aber eine Nachfrage Ihrerseits mag Anlass sein, dass die Person sich doch zu einer Antwort aufrafft.

  • Temporär verhindert: Menschen sind im Urlaub, erkranken oder werden durch andere Umstände in ihrem Alltag davon abgelenkt, Nachrichten zu lesen oder sich die Zeit zu nehmen, um auf diese zu antworten. Auch hier kann eine freundliche Nachfrage einen Anreiz zur prompten Antwort geben, wenn die temporären Umstände sich wieder geändert haben.

  • Aufschieben und vergessen: Oft schieben wir Dinge auf, die wir dann doch sein lassen oder sogar vergessen. Gründe hierfür können sein, dass jemand in diesem Moment keine Zeit hat, abgelenkt ist oder sich mehr Zeit für eine aussagekräftige Antwort nehmen möchte. Hier kann eine Erinnerung oft Wunder wirken.

Erwarten Sie also nicht, dass alle Ihre Erstnachrichten unmittelbar beantwortet werden. Lassen Sie sich durch ausbleibende Erstnachrichten nicht in Selbstzweifel treiben.

Prüfen Sie aber dennoch, ob Ihr Profil und Ihre Erstnachrichten den Empfehlungen für eine aussagekräftige Vorstellung und die Vermittlung eines ernsthaften Kontaktinteresses entsprechen. Ist dies nicht der Fall, können Sie jederzeit Optimierungen vornehmen. Partnersuche kann so auch ein Lernprozess sein.

Nicht selten wird jedoch eine einfache freundliche Nachfrage das Problem lösen. Dennoch wird es immer eine mehr oder weniger große Anzahl an Erstnachrichten geben, auf die Sie niemals eine Antwort erhalten.

Psychologische Befunde zeigen, dass implizite, unterschwellige Ablehnung durch Ignorieren oft schmerzvoller erlebt wird als explizite, ausdrückliche Ablehnung durch eine klare Absage:

  • So zeigte eine Studie von Alba (2021), dass Menschen auf implizite Ablehnung häufiger mit Zweifeln an ihrem eigenen Profil und der Intention, dieses zu verändern, reagieren als auf direkte Absagen, wobei dieser Effekt aber nur bei Personen mit geringem Selbstwert zu beobachten war.

Dieser Beobachtungen sind psychologisch gut erklärbar:

  • Als Menschen haben wir ein Bedürfnis nach Klarheit und Sicherheit. Dieses Bedürfnis lässt sich evolutionspsychologisch leicht damit herleiten, dass in unsicheren Situationen Gefahren lauern können. Das Bedürfnis nach Klärung hatte so in unserer Entwicklung einen Überlebensvorteil und ist bis heute erhalten geblieben und handlungssteuernd.

  • Erfolgt keine Antwort auf eine Erstnachricht, geraten wir in einen unklareren Zustand, als wenn wir eine explizite Absage erhalten. Unser Bedürfnis nach Klarheit lässt uns so in einen Klärungsprozess eintreten, in dessen Verlauf wir nach Antworten auf die Frage nach dem »Warum?« suchen.

  • Je schwächer unser Selbstwert ist, desto eher neigen wir dazu, Fehler und negative Eigenschaften bei der eigenen Person zu sehen. Insofern ist es nachvollziehbar, dass Menschen mit geringem Selbstwert auf die Unsicherheit mit der Suche nach Gründen innerhalb der eigenen Person und mit Selbstzweifeln reagieren.

Dies bedeutet freilich nicht, dass diese Suche nach Fehlern in der eigenen Person immer falsch sein muss. Womöglich übersehen Menschen mit hohem Selbstvertrauen, die keine Antworten auf ihre Erstnachrichten erhalten, Defizite in ihrem eigenen Profil oder ihrer Erstnachricht.

Es ist daher durchaus sinnvoll, nach Optimierungsmöglichkeiten zu schauen. Wichtig ist es aber, jede Katastrophisierung zu vermeiden und die Tatsache akzeptieren zu lernen, dass beim Online-Dating Erstnachrichten durchaus nicht selten oder sogar je nach Plattform mehrheitlich nicht beantwortet werden.

Der Fokus sollte nicht auf dem Ärger oder der Verunsicherung durch nicht erfolgende Antworten, sondern auf der Klärung liegen. Hierzu können die Prüfung und gegebenenfalls Veränderung des eigenen Profils oder der eigenen Erstnachrichten sowie eine freundliche Nachfrage an die Betreffenden gehören.

Was wir nicht ändern können, müssen wir akzeptieren, um nicht unglücklich zu werden. Dies gilt nicht nur für das Online-Dating, sondern für das ganze Leben.

Aufpassen sollten Sie allerdings, dass Sie nicht vorschnell Probleme für nicht lösbar erklären, deren Lösung sehr wohl möglich wäre. Deshalb kann ein Blick in das eigene Profil und die geschriebene Erstnachricht sehr wohl lohnen. Es geht um das richtige Verhältnis von Selbstreflexion, Veränderung und Akzeptanz, wobei Gelassenheit hilfreich ist.

Ärgern Sie sich also nicht, wenn eine andere Person Ihnen nicht antwortet oder sogar Ihr Profil oder Ihre Erstnachricht nicht einmal anschaut. Es hilft weder, wütend auf die andere Person zu sein, noch in Selbstzweifel zu verfallen.

Nehmen Sie Optimierungen an Ihrem Profil und in Ihren Erstnachrichten vor, wenn diese möglich sind. Übertreiben Sie es aber nicht, sondern lernen Sie es, mit ausbleibenden Antworten beim Online-Dating gut umzugehen.

Fragen Sie freundlich nach, enthalten Sie sich dabei aller Anzeichen von Ungeduld, Ärger oder Vorwürfen. Denn solche werden das Interesse des Gegenübers höchstens reduzieren.

Lassen Sie die Angelegenheit auf sich beruhen, wenn auf Ihre Nachfrage keine Antwort erfolgt. Richten Sie Ihren Fokus in diesem Fall auf andere aktuelle oder künftige Kontakte.

Immer und zeitnah antworten

Gerade weil ausbleibende Antworten oft schmerzhaft sind, sollten Sie selbst alle eingehenden Nachrichten beantworten. Einzige Ausnahme ist, wenn der Inhalt übergriffig, beleidigend oder bedrohend ist. In diesem Fall können Sie das Profil blockieren und es je nach Schweregrad bei der Plattform melden.

Wichtig ist es ebenfalls, für die eigene Antwort nicht viel Zeit verstreichen zu lassen. Erfolgt die Antwort spät, mag die andere Person daraus schließen, dass Ihr Engagement gering ist. Vielleicht hat die Person nun auch bereits mit jemand anderem Kontakt. Stark verzögerte Antworten beeinträchtigen zudem den Fluss der Kommunikation.

Sollten Sie wirklich keine Zeit haben oder durch andere Ereignisse zu sehr abgelenkt sein, hilft eine kurze Nachricht, dass Sie gerade sehr im Stress oder abgelenkt sind, sich aber von sich aus melden und antworten werden. Dadurch wird wenigstens die Unsicherheit reduziert, die entsteht, wenn Antworten ausbleiben. Allerdings sollten Sie Ihr Versprechen auch später einlösen und sich bei der anderen Person melden, am besten stellen Sie eine Erinnerungsfunktion ein.

Mit zeitnahen Antworten erhöhen Sie die Aussichten, dass eine weiterführende Kommunikation eintritt und ein Kennenlernen Wirklichkeit wird. Durch zeitnahe Antworten verhindern Sie ebenfalls, dass Sie aus dem Fokus der Aufmerksamkeit der anderen Person herausfallen oder gar wegen mangelnder Resonanz gelöscht werden.

Sofern Ihnen das Antworten schwerfällt und Sie es deshalb verschieben, sollten Sie sich klarmachen, dass es nicht um Leistung geht. Antworten Sie spontan und legen Sie Ihre eigenen Gedanken und Empfindungen dar. Stellen Sie Fragen, um mehr über die andere Person zu erfahren.

Wie bereits beim freien Text und der Erstnachricht kommen ausführliche Texte oft durchaus positiv an, Sie können es aber ebenfalls knapper lassen, wenn aus Ihren Antworten weiterhin ein echtes Interesse an einer vertieften Kommunikation und einem Kennenlernen deutlich wird.

Neigen Sie dazu, Antworten aufzuschieben?

Aufschieben löst Ihre Schwierigkeiten nicht, sondern verhindert, dass Sie spontanes Schreiben einüben. So kommen Sie nicht in den Fluss.

Geben Sie daher einem möglichen Impuls, Antworten aufzuschieben, nicht nach. Je mehr Sie den Impuls zum Aufschieben verspüren, desto mehr sollten Sie es sich zur Gewohnheit machen, immer sofort zu antworten.

Manche Menschen haben mit Aufschieben ein echtes Problem. In der Psychologie wird hier von Prokrastination gesprochen, einer extremen Tendenz, notwendige Handlungen auf die Zukunft zu vertagen.

Mithilfe der im ersten Abschnitt geschilderten Selbststeuerungstechniken der Selbstbeobachtung (»ich will gerade wieder aufschieben«), Selbstinstruktion (»setz Dich jetzt hin und schreib die Antwort«), Selbstverstärkung (»ich bin stolz auf mich«) und Selbstbestrafung (»dafür gebe ich mir eine 6«) wird es Ihnen gelingen, dem Aufschieben ein Ende zu bereiten.

Im Verlauf des Online-Kennenlernens sind alle Fragen erlaubt, die Ihnen wichtig sind. Gehen Sie nicht strategisch vor, sondern fragen Sie sich selbst, was Sie gerne über die andere Person erfahren möchten.

Vorstellungen von Partnerschaft und Beziehung, Lebenseinstellungen und Lebensziele, die aktuelle Lebenssituation und mögliche Veränderungen, Beruf, Familie und Freunde, aber auch biografische Aspekte können im Verlauf der Online-Kommunikation miteinander besprochen werden. Dabei können auch kritische Themen und heiße Eisen durchaus bereits vor der ersten Begegnung angesprochen werden.

Der Vorteil der Online-Partnersuche ist, dass bereits vor der ersten tatsächlichen Begegnung ein beidseitig vertieftes Kennenlernen entstehen kann. Perspektivlose Kontakte können so von Anfang an vermieden werden, das erste Treffen startet auf einer besseren Basis.

Was für den freien Text gilt, gilt daher umso mehr für die weitere Online-Kommunikation in Ihren Nachrichten:

Geben Sie einen authentischen Einblick in Ihre eigene Person. Schildern Sie Ihre Wünsche, Interessen, Sehnsüchte und Träume. Scheuen Sie sich nicht, über Ihr Leben zu sprechen und deutlich zu machen, was Ihnen wichtig ist. Auch mögliche Hindernisse, Probleme und Barrieren können Sie im Verlauf des Online-Austauschs ansprechen.

Selbstöffnung fördert den Prozess des Kennenlernens und beginnt bereits online. Dadurch bleibt der Nachrichtenaustausch lebendig und es entsteht Motivation für weitere Begegnungen.

Zeigen Sie ebenso im gesamten Kommunikationsprozess Interesse an der anderen Person. Sprechen Sie nicht nur über sich selbst, sondern fragen Sie nach der anderen Person. Machen Sie Ihren Wunsch deutlich, von der anderen Person mehr zu erfahren. Je vertiefter Sie fragen, desto mehr werden Sie erfahren.

So werden Sie und Ihr Gegenüber bald spüren, ob der nächste Schritt getan werden und auf andere Kommunikationsmedien übergegangen werden soll oder sogar eine baldige Begegnung außerhalb des Internets stattfinden kann.

Orientieren Sie sich an dem Grundsatz, dass ein vertiefter Online-Austausch die Aussichten erhöht, dass es Ihnen bei den ersten Begegnungen außerhalb des Internets gelingen wird, an die bereits entstandene Begegnung anzuschließen und diese quasi ganz natürlich fortzusetzen.

Greifen Sie zu Telefonhörer oder Video-Chat

Hat ein schriftlicher Nachrichtenaustausch einen guten Verlauf genommen, ist der nächste Schritt das Telefon oder ein Video-Chat.

Gerade bei Video-Gesprächen gewinnen die beteiligten Personen auf eine sehr natürliche Art und Weise einen Eindruck vom wechselseitigen Aussehen, Auftreten und Habitus, was sich auf die erste Begegnung positiv auswirken kann.

Wie bei allen Empfehlungen gilt allerdings auch hier die Einschränkung, dass alles bei individuellen Personen auch wieder ganz unterschiedlich sein kann. So gibt es Menschen, die nur sehr ungern telefonieren oder Video-Chats völlig ablehnen und den schriftlichen Nachrichtenaustausch präferieren. In so einem Fall mag von vorherigen Telefonaten Abstand genommen und nach einem bisher positiven Kommunikationsverlauf direkt ein Treffen anberaumt werden.

Achten Sie auf Konsistenz von Gefühl und Verstand

Nehmen Sie es ernst, wenn sich im Online-Austausch Gefühle entwickeln. Achten Sie aber ebenso auf Ihren Verstand.

Können Sie sich mit der anderen Person ein gemeinsames Leben vorstellen oder gibt es unüberwindbare Barrieren? Sind die Partnermodelle von Ihnen und der anderen Person übereinstimmend oder gegensätzlich?

Nutzen Sie die Online-Kommunikation, aber auch Telefonate oder Video-Gespräche, um Antworten auf diese Fragen zu erhalten. Lautet die Antwort »Nein«, ist es das Beste, den Kontakt im Guten zu beenden.

Lautet die Antwort aber »Ja«, kann der Zeitpunkt für den nächsten Schritt gekommen sein und das erste direkte Treffen von Angesicht zu Angesicht braucht nicht weiter aufgeschoben zu werden.

Es kann Ihnen ebenfalls passieren, dass alles vom Verstand für einen Kontakt spricht, aber Sie sich emotional nicht zu der Person hingezogen fühlen. Passt eigentlich alles ansonsten gut zusammen, sollten Sie den Kontakt nicht vorschnell beenden, sondern ihm durch ein direktes Treffen eine weitere Chance geben. Schließlich entstehen Liebesgefühle oft nicht sofort und viele Liebesbeziehungen beginnen gerade im mittleren Alter eben nicht mit der großen Verliebtheit, sondern einer Sympathie, die sich erst im Verlauf zu Vertrautheit und Liebe vertieft.

Anders ist es jedoch, wenn Sie eine klare Antipathie spüren. In diesem Fall ist es ratsam, den Kontakt zu beenden.

Haben Sie keine Angst, sich zu verlieben!

Verliebt-Sein ist ähnlich wie Verrückt-Sein. Alles wird durch die rosa Brille gesehen. Die Gefühlslage ist euphorisch. Für eine künftige Partnerschaft kann das Verliebt-Sein ein gutes Zeichen sein. Mindestens aktuell stimmt die emotionale Basis und ist Anziehung vorhanden.

Menschen können sich bereits online verlieben. Zahlreiche Partnersuchende im Internet berichten, dass sie sich in das Profil ihres späteren Partners verliebten. Die Beschreibungen im Profil, der freie Text, die Bilder, vor allem aber auch der Nachrichtenaustausch, können intensive Gefühle aktivieren. Trauen Sie sich, sich zu verlieben, und nehmen Sie Ihr Verliebt-Sein als Hinweis, dass Ihr Online-Gegenüber möglicherweise bereits die geeignete Person für Ihr Partnerglück ist.

Machen Sie es aber umgekehrt nicht zur Voraussetzung, dass Sie verliebt sind, da Liebe auch erst viel später entstehen kann.

Treffen nicht allzu lange aufschieben

Dauert ein schriftlicher Nachrichtenaustausch längere Zeit an, kann es passieren, dass er einschläft. Dies ist eine Erfahrung, die beim Online-Dating recht oft gemacht wird.

Wieso schlafen Kontakte bei langem schriftlichem Nachrichtenaustausch eher ein?

Es kann der Punkt kommen, wo die Möglichkeiten des schriftlichen Austausches erschöpft sind, wo alles Wichtige bereits kommuniziert wurde und wo das weitere Schreiben, ohne dass eine Klärung durch ein Treffen erfolgt, als anstrengend erlebt werden mag.

Telefon und Video-Chat mögen dieser Entwicklung zwar entgegenwirken, aber selbst hier wird irgendwann die Zeit kommen, wo sich die Betreffenden ein direktes Kennenlernen wünschen, um einen weiteren Schritt zu tun.

Werden Verabredungen von einer Seite hinausgeschoben, mag zudem der Eindruck entstehen, dass diese womöglich die Partnerfindung nicht ernst nimmt, nicht bereit ist für die weiteren Schritte, kein Engagement zeigt beziehungsweise gleichzeitig mit anderen Personen kommuniziert, sich nicht entscheiden will oder kann und so ein Weitergehen nicht möglich ist.

Es ist daher ratsam, nicht zu lange bis zur ersten direkten Begegnung zu warten. Letztlich wird die erste Begegnung entscheidend dafür sein, ob ein Kontakt fortgesetzt oder abgebrochen wird. Möglich ist ebenfalls, dass sich aus der direkten Begegnung zwar keine Partnerschaft, aber eine Freundschaft entwickelt.

Allerdings kann es auch problematisch sein, den Weg des schriftlichen Austausches und der Kommunikation per Telefon oder Video-Chat zu überspringen und sich sofort zu treffen.

Zwar mögen sofortige Treffen als natürlich und spontan erscheinen, können aber dazu führen, dass sich Partnersuchende oft mit anderen Personen treffen, ohne dass sich hieraus jemals eine Beziehung entwickelt. Dies kann zum Muster werden, bei dem schließlich implizit die Treffen an sich als Ziel an die Stelle der Partnerfindung treten.

Sind schnelle und lockere Treffen erst zur Gewohnheit geworden, kann das Motiv der Auslotung und Wahrnehmung einer Beziehungschance zurücktreten, wobei dieser Motivwechsel von den Betreffenden nicht einmal bemerkt werden muss. Im Ergebnis mögen Menschen dauerhaft Dating mit schnellen, direkten Treffen als Freizeitbeschäftigung betreiben und dabei das Ziel der Partnerfindung aus den Augen verlieren.

Bei so einem Muster wird der Erfolg der Partnersuche dann an der Anzahl der direkten Treffen gemessen. Über solche Entwicklungen kann man beispielsweise auf Bewertungsseiten im Internet lesen, wo manche Bewertenden die Qualität einer Dating-Plattform von der Anzahl ihrer direkten Treffen abhängig machen.

Warum können sofortige Begegnungen zu einem oberflächlichem Dating-Verhalten führen?

Ein Grund liegt darin, dass es bei geringem vorherigem Austausch vermehrt zur Begegnung zwischen Personen kommt, die für eine Beziehung miteinander nicht infrage kommen. Tritt dies mehrfach ein, werden sich Erwartungen ändern und es kann ein Dating-Modus entstehen, der sich nicht mehr auf die Partnerfindung, sondern auf die Wahrnehmung von Verabredungen ausrichtet.

Beides, sowohl direkte Begegnungen lange hinauszuschieben, als auch sich sofort und schnell zu verabreden, ist also mit möglichen Nachteilen verbunden. Meistens dürfte der beste Weg in der goldenen Mitte liegen.

Was tun, wenn ein zeitnahes Treffen nicht möglich ist?

Die Corona-Pandemie hat gewohnte Muster von Kommunikation und Begegnung unterbrochen. Dies wirkte sich auch auf das Online-Dating aus. So mussten direkte Treffen oft monatelang verschoben werden.

Es bleibt abzuwarten, wie sehr Veränderungen, die sich daraus beim Dating-Verhalten ergeben, dauerhafte Spuren hinterlassen.

Es gibt auch andere Situationen außer einer Pandemie, die einem zeitnahen direkten Treffen im Weg stehen können:

  • Zwischen manchen Partnersuchenden liegen temporär oder dauerhaft weite Entfernungen. Über das Online-Dating können sich schließlich Menschen kennenlernen, die in unterschiedlichen Ländern oder gar auf unterschiedlichen Kontinenten leben. Da ist ein zeitnahes direktes Treffen oftmals nicht möglich.

Machen Sie das Beste daraus, wenn Sie sich in einer Situation befinden, wo ein baldiges direktes Treffen nicht möglich ist. Nutzen Sie die Möglichkeit der Online-Kommunikation und der Video-Gespräche, um diese Zeit nicht nur zu überbrücken, sondern die Basis der beginnenden Beziehung weiter zu stärken.

Auf diese Weise kann eine Beziehung bereits online entstehen und sich später nach direkten Begegnungen in einem natürlichen Fluss fortsetzen.

Wird die Gefahr, dass ein Kontakt einschläft, umschifft, kann eine verlängerte Online-Kommunikation sogar hilfreich sein:

  • Je besser sich Personen bereits online kennen, je stärker sie einander mit modernen Mitteln der Kommunikation bereits in den Alltag integriert haben, desto seltener wird der Online-Kontakt nach der ersten direkten Begegnung in Desillusionierung oder Enttäuschung enden.

  • Bei intensiven, tiefsinnigen und multimedialen Online-Kontakten sind die Chancen gut, dass eine sich entwickelnde Beziehung später nach dem ersten direkten Treffen zwanglos fortgesetzt werden kann.

Während der Corona-Pandemie war eine solche Vertiefung der Online-Kommunikation klar erkennbar:

  • Begegnungen wurden vielfach auf Eis gelegt. Menschen kommunizierten in der Pandemie ausführlicher online miteinander, behandelten zentralere Themen, griffen stärker zu Telefongesprächen und Video-Begegnungen. Es verlängerten sich bei den Dating-Apps die Nachrichten – Tinder berichtete von einer durchschnittlichen Verlängerung um 32 %. Eine Studie aus Australien (Combe et al., 2021) zum Sexualverhalten während des Lockdowns ergab unter anderem eine Abnahme von unverbindlichen Erotik-Kontakten, eine Zunahme von Selbstbefriedigung, eine Abnahme der Nutzung von Dating-Apps insgesamt, aber eine Zunahme der Nutzung von Dating-Apps für reine Textnachrichten und virtuelle Verabredungen. In Israel beobachteten Shilo und Mor (2020) während der durch die Pandemie bedingten Einschränkungen bei homosexuellen und bisexuellen Männern eine Abnahme von riskantem Sexualverhalten, eine Zunahme der in Dating-Apps verbrachten Zeit sowie eine Zunahme von Telefonsex und Sexualität über Video-Chats. In Deutschland fand eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom heraus, dass 38 % der Singles während der Pandemie Video-Chats nutzten und sich sogar jeder siebte Single auf diese Weise verliebte. Drei von vier Befragten gaben zudem an, dass sie diese Art der Kommunikation auch nach der Pandemie weiterhin nutzen möchten.

Tatsächlich können sich Menschen mithilfe von verlängertem Nachrichtenaustausch, Telefongesprächen und Video-Begegnungen in den verschiedensten Situationen und Perspektiven erleben und sich so vor dem ersten Treffen besser kennenlernen.

Das Phänomen der sogenannten Love-Scammer ist ein, wenn auch tragischer, Beweis, mit wie starken Gefühlen Online-Begegnungen und Telefonate verbunden sein können:

  • Love-Scammer erschleichen sich das Vertrauen von Partnersuchenden, indem sie ihnen Liebe und eine romantische Zukunft vorspielen. Ist erst Verliebtheit entstanden, werden Geldforderungen gestellt.

  • Zahlreiche Geschädigte solcher Love-Scammer schildern, dass es sich für sie wie eine echte Liebesbeziehung angefühlt habe, der sie sogar oft nach Aufdeckung des Betruges und sogar nach Erleichterung um tausende oder zehntausende Euro weiterhin nachtrauern.

Dennoch macht dieses Negativbeispiel deutlich, dass eine langfristige Online-Kommunikation zu tiefer emotionaler Verbundenheit führen kann. Im Fall der Love-Scammer ist dies schädlich. Wenn aber alle Beteiligten ernsthaft nach einer Beziehung suchen, ist das Ergebnis für alle positiv und hilfreich.

Sie können Ihre Partnersuche also flexibel angehen:

Typischerweise ist es sinnvoll, zunächst intensiver online zu kommunizieren, dann zu Telefon und Video-Gesprächen überzugehen und sich irgendwann relativ zeitnah zu treffen.

Stehen einem baldigen Treffen objektive Gründe entgegen (räumliche Distanz, Pandemie etc.), können Sie trotzdem viel dazu beitragen, dass ein Kontakt nicht einschläft. Mit der Bereitschaft zu länger andauernder Online-Kommunikation und dem Einbeziehen verschiedener Medien kann es Ihnen gelingen, die Zwischenzeit zu überbrücken und sogar bereits mit einer Beziehung zu beginnen.

Gefühle können online entstehen, wechselseitige Unterstützung kann online und multimedial gegeben werden, eine Teilhabe am Alltag und an Alltagsentscheidungen ist möglich und auch Sexualität kann online und per Video-Begegnung gelebt werden.

Gerade bei einem langfristigen Online-Kontakt ohne baldige direkte Treffen sollten Sie aber darauf achten, vertrauenswürdige Informationen auszutauschen, die eine wechselseitige Identifizierung der Beteiligten erlaubt. So kann eine Basis für Vertrauen und Intimität entstehen und Sie können gleichzeitig verhindern, dass Sie zum Opfer von Love-Scammern oder Catfishing werden, wo eine Person mit einem völlig fiktiven Profil mit Ihnen kommuniziert.

Entsteht bei einem längeren Online-Kontakt nicht das Vertrauen, die eigene Identität nachprüfbar offenzulegen, ist eine Fortsetzung des Kontaktes als sinnlos zu bewerten – es sei denn, Sie haben Interesse an einer rein fiktiven Online-Beziehung, die sich nie in der Wirklichkeit fortsetzen wird. Auch solche virtuellen Beziehungen sind übrigens möglich und werden von manchen als Bereicherung erlebt. Im Interesse aller Beteiligten sollte hierüber aber vorab Transparenz geschaffen werden.

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