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Vorbereitung auf die Partnersuche

Bin ich für eine Partnerschaft bereit?

Dieses Kapitel soll Ihnen eine Entscheidungsgrundlage für die Beantwortung der Frage geben, ob Sie eine partnerschaftliche Beziehung tatsächlich wollen.

Gesellschaftliche Zwänge zu partnerschaftlichen Beziehungen gibt es nicht mehr. Auch ohne Partnerschaft ist ein glückliches Leben möglich. Alternative Lebensformen als Single ohne Einsamkeit, Isolation oder gesellschaftliche Stigmatisierung sind längst zu einer realen Möglichkeit geworden. Zudem ist Partnerschaft immer ein Geben und ein Nehmen, ein Gewinn, aber auch ein Verlust.

Überlegen Sie daher gut, ob für Ihre Person, Ihre Lebenskonstellation und Ihre Lebensziele eine Partnerschaft eine Bereicherung wäre oder nicht.

Haben Sie den Mut, sich für eine Beziehung, aber auch gegen eine Beziehung zu entscheiden, wenn Sie zu der Ansicht gelangen, dass dies die bessere Lebenskonstellation für Sie ist. Lassen Sie sich nicht zum Beispiel durch normative gesellschaftliche Erwartungen, die über Ihren Freundeskreis oder Ihre Familie an Sie herangetragen werden mögen, zu einer Beziehung drängen.

Machen Sie sich klar, dass es völlig normal ist, Single zu sein, und dass eine Partnerschaft nur dann sinnvoll ist, wenn Sie sich diese wirklich wünschen.

Manchmal mag es auch der bessere Weg sein, die Entscheidung für oder gegen eine Partnerschaft noch offen zu lassen. So stehen Sie nicht unter Zeitdruck und brauchen Ihre Entscheidungen nicht zu übereilen.

Sie selbst wissen am besten, ob und wann für Sie der Zeitpunkt gekommen ist, dass Sie sich eine partnerschaftliche Beziehung wünschen und von daher mit der Partnersuche beginnen können.

Ja, für die meisten Menschen ist Partnerschaft nach wie vor einer der wichtigsten Faktoren in ihrem Leben. Aber zunehmend gibt es eben ebenfalls Menschen, die als Single glücklich sind und die sich bewusst für ein Single-Leben entscheiden.

Was an partnerschaftlicher Intimität und Sicherheit als Single verloren geht, kann an Freiheit und Unabhängigkeit gewonnen werden. Dabei können zum Beispiel innige Freundschaften wichtige soziale Funktionen von traditionellen Partnerschaften übernehmen und teilweise ersetzen.

Wenn Sie keine Partnerschaft möchten, können Sie sich stattdessen überlegen, nach einer besten Freundin oder einem besten Freund zu suchen. Auch Gemeinschaften, in denen nicht verpartnerte Personen zusammenwohnen, sind eine Alternative zur Partnerschaft. Es macht Sinn, über solche Alternativen nachzudenken, um den für Sie besten Lebensweg zu finden.

Früher ging man eine Partnerschaft nicht selten aus gesellschaftlichem Zwang ein. Oft hatten die beteiligten Personen sogar gar kein oder nur ein begrenztes Mitspracherecht bei der Partnerwahl. Die wesentlichen Entscheidungen wurden von den Eltern getroffen. Wenn man so will, hatten Eltern früher die Rolle der heutigen Online-Partnervermittlungen inne – freilich mit dem Unterschied, dass die Eltern nicht nur Partnervorschläge offerierten, sondern auch über deren Ablehnung oder Annahme entschieden. Tatsächlich gibt es solche Praktiken nach wie vor in einigen Teilen der Welt.

Heute können aber in vielen Ländern der Welt Menschen selbst entscheiden, ob und wie sie partnerschaftlich gebunden sein möchten. Auch dienen, anders als früher, Partnerschaft und Kinder typischerweise nicht mehr der Absicherung im Alter. Heute stehen andere soziale Netzwerke wie Seniorenresidenzen oder ambulante Pflegedienste zur Verfügung, die diese Funktion übernehmen können.

Hieraus ergibt sich ein Freiheitszuwachs, bei dem Menschen keine Familie mehr begründen müssen, um sich gegenüber Pflege und Versorgung im Alter abzusichern.

An die Stelle traditioneller Matchmaker wie der Eltern ist heute die Online-Partnersuche getreten. Sie ermöglicht es, Menschen kennenzulernen, die man ansonsten niemals auf dem eigenen Radar gehabt hätte. Hieraus ergeben sich neue Chancen und Möglichkeiten, was sich auch darin zeigt, dass immer mehr Menschen online eine Partnerschaft finden. Sichere Zahlen gibt es nicht, geschätzt wird aber, dass aktuell jede dritte neue Beziehung online entsteht.

Sinn macht eine Online-Partnersuche jedoch nur, wenn Sie sich ganz sicher sind, dass Sie eine Partnerschaft möchten. Sie sollten sich daher ganz am Anfang und vor dem Beginn der Partnersuche zunächst ernsthaft mit dieser Frage auseinandersetzen.

Partnerschaft ist eben nicht nur Glück und Romantik, sondern erfordert Veränderungsbereitschaft, Kompromiss und Arbeit. Partnerschaft ist zudem nicht nur mit positiven Gefühlen verbunden. Sie bedeutet immer auch Enttäuschung und Konflikt.

Tatsächlich kann eine glückliche Partnerschaft nicht nur einer der wichtigsten Faktoren für das Lebensglück sein, eine unglückliche Beziehung kann auch zu immensem Leid führen. Im Extremfall zeigen Morde und Selbstmorde aus Liebeskummer beziehungsweise Unglück in der Beziehung, wie stark der seelische Schmerz werden kann.

Menschen, die in und an ihrer Beziehung leiden, wären besser beraten gewesen, auf diese Partnerschaft zu verzichten oder sich rechtzeitig zu trennen. Offenbar fehlte ihnen die notwendige innere Abgrenzungsfähigkeit und es war ihnen nicht möglich, rechtzeitig aus einer destruktiven Beziehungskonstellation auszusteigen. Als Single oder mit einer anderen Partnerschaft wären sie glücklicher geworden.

Und ja, grundsätzlich weisen Menschen in Partnerschaften im Durchschnitt eine höhere seelische und körperliche Gesundheit auf als Singles. Mit einem verlässlichen Menschen an der Seite lassen sich Probleme und Lebenskrisen besser bewältigen. Hilflosigkeit und Einsamkeit treten zurück und gemeinsame Aktivitäten und Ziele bringen Sinn in den Alltag und das eigene Leben.

Aber dieses helle Bild von Partnerschaft beleuchtet eben nur eine Seite. Ein genauerer Blick zeigt, dass Partnerschaft auch unglücklich machen kann. So gelangten Pieh et al. (2020) in einer Studie zum Einfluss von Partnerschaften auf das seelische Wohlbefinden während der Covid-19-Pandemie zu folgenden Beobachtungen:

  • Menschen in Beziehungen mit hoher Beziehungsqualität wiesen die beste seelische Gesundheit auf.

  • Am geringsten war die seelische Gesundheit von Menschen, die sich in destruktiven Beziehungen befanden.

  • Die seelische Gesundheit von Singles bewegte sich im Mittelfeld zwischen Menschen in glücklichen und in unglücklichen Beziehungen.

Die positiven Auswirkungen partnerschaftlicher Beziehungen gelten also nur unter der Voraussetzung einer zufriedenstellenden Beziehung mit guter Beziehungsqualität. Singles stehen im Durchschnitt zwar schlechter da als Menschen in glücklichen Beziehungen, aber sie sind deutlich glücklicher als Menschen, die in destruktiven Beziehungen leben.

Bitte nicht falsch verstehen: Dieser Ratgeber möchte nicht das positive Bild von Liebe und Partnerschaft in Frage stellen, das viele haben, oder Sie gar von der Partnersuche abhalten. Es geht mir aber darum, Partnerschaften realistisch zu sehen.

Es ist wichtig, nicht naiv zu sein, sondern alle Seiten zu betrachten. So können Sie die Frage, ob für Sie der Zeitpunkt für die Partnersuche gekommen ist, auf einer guten Grundlage beantworten.

Prüfung der eigenen Beziehungs-Bereitschaft

Prüfen Sie anhand der folgenden drei Fragen, ob Sie gegenwärtig zu einer Partnerschaft bereit sind:

  • Möchten Sie Ihr Leben verändern?

  • Möchten Sie sich auf einen anderen Menschen wirklich einlassen?

  • Wollen Sie sich binden?

Möchten Sie Ihr Leben verändern?

Ein neuer Mensch bringt Neues in den Alltag. Das Leben kann nicht einfach so fortgesetzt werden, wenn eine neue Liebe beginnt. Vieles mag bewahrt und beibehalten werden können, anderes wird aber zu verändern sein. Beziehungspartner:innen sind nicht lediglich Beiwerk.

Selbst bei hoher Passung werden doch Aspekte in Ihr Leben treten, die Veränderungen erforderlich machen. Sie werden Ihren Alltag nicht genauso fortführen können, wie Sie es derzeit als Single tun.

Nur wenn Sie zu solcher Veränderung bereit sind, mag der Zeitpunkt für eine neue Beziehung gekommen sein.

Möchten Sie sich auf einen anderen Menschen wirklich einlassen?

Die Liebe kann etwas Wunderschönes sein, aber sie verlangt auch einiges, und nicht alles, was sie an Schönem bringen kann, tritt automatisch ein.

Voraussetzung für die Liebe ist die Bereitschaft, einen anderen Menschen kennenzulernen, mit ihm vertieft zu kommunizieren, sich auf den anderen Menschen einzustellen und immer wieder an der Beziehung zu arbeiten.

Bei Beziehung geht es nicht nur um Freude, Leidenschaft und Glück.

Es geht um Verstehen und Akzeptanz, die Person mit ihren Fehlern so zu nehmen, wie sie ist. Es geht um Fürsorglichkeit, Kompromisse, Problemlösung und Beziehungsarbeit.

Verliebtheit ist ein bisschen wie Verrücktheit. Alles löst sich auf und Sie schweben auf Wolke 7. Da mögen viel Irrationalität, Illusionen, ja sogar Besessenheit hinzukommen. Die Wichtigkeit der Person, in die man verliebt ist, steigt und die Wichtigkeit anderer Dinge sinkt.

Dies kann durchaus ein gutes Zeichen sein, wenn es auch jenseits der Euphorie eine Passung gibt und ein gemeinsamer Weg gefunden werden kann.

Aber selbst im besten Fall werden bald die Ecken und Kanten der neuen Person sichtbar werden. Probleme, Konflikte und Enttäuschungen bleiben in der Liebe nicht aus. Im besten Fall lassen sich Konflikte lösen und die positiven Erfahrungen überwiegen die negativen Erfahrungen. So bleiben Beziehungen erhalten und können sogar an Tiefe zunehmen, selbst wenn die Leidenschaft abnimmt.

Hierfür müssen Sie aber bereit sein, an Verstehen, Kompromissen und Akzeptanz zu arbeiten.

Manchmal nehmen Konflikte trotzdem destruktive Formen an und toxische Beziehungen entstehen. Hier ist es wichtig, sich rechtzeitig abzugrenzen und eine Beziehung gegebenenfalls auch zu beenden.

Nur wenn Ihnen all diese Erfordernisse und natürlich auch Möglichkeiten bewusst sind und Sie dennoch den Wunsch nach einer Beziehung bejahen, mag es für Sie sinnvoll sein, mit der Suche nach einem Partner zu beginnen.

Wollen Sie sich binden?

Partnerschaften können monogam oder nicht-monogam sein. Was das eine Paar eng sieht, sieht das andere locker und erweitert so die Erlebnismöglichkeiten. Viele Paare leben zusammen. Andere wählen das Modell der getrennten Wohnungen. Ebenso gibt es Fernbeziehungen und Wochenendbeziehungen. Manche Paare führen gar Interkontinental-Beziehungen über das Internet. Alle diese Beziehungen können glücklich werden.

Bei aller Vielgestaltigkeit gilt aber eine Grundregel für alle Beziehungsformen:

  • Ganz ohne Verbindlichkeit kann eine Beziehung nicht überleben. Wer beim ersten Hindernis schon aufgibt, wird nicht langfristig zusammenbleiben. Wer bei Konflikten sofort die Segel streicht, braucht sie gar nicht erst zu hissen.

Für eine dauerhafte Beziehung sind Bindung, Verlässlichkeit, Einsatz und Fürsorge unverzichtbar. Dies unterscheidet eine Beziehung von lockeren Bekanntschaften oder unverbindlichen Erotik-Kontakten.

Bindung beinhaltet die Bereitschaft, auch schwierige Zeiten gemeinsam durchzustehen. Bei Problemen, Krisen oder Krankheiten von Beziehungspartner:innen mögen auch Hingabe und Aufopferung notwendig werden.

Nur wenn die Bereitschaft zur Bindung mit allen ihren Konsequenzen bei Ihnen vorhanden ist, ist eine partnerschaftliche Beziehung für Sie das richtige Lebensmodell.

Ihre Antworten

Gehen Sie jetzt die drei Fragen noch einmal durch und beantworten Sie sie mit »Ja« oder »Nein«.

Sie verneinen eine oder mehrere der drei Fragen?

  • Womöglich ist für Sie das Modell eines glücklichen Single-Daseins derzeit der bessere Weg.

  • Lockere Bekanntschaften und unverbindlichere erotische Kontakte sind möglich und können durchaus mit einer hohen Lebenszufriedenheit einhergehen.

  • An die Stelle von Partnerschaft mögen Freundschaft oder alternative Modelle von Wohnen und Gemeinschaft treten.

Bejahen Sie alle drei Fragen aus ganzem Herzen?

  • Partnerschaft ist für Sie das richtige Lebensmodell und dem Beginn der Partnersuche steht nichts im Weg.

Sie verspüren eine Unsicherheit und können bei einer oder mehreren der Fragen weder »Ja« noch »Nein« sagen?

  • Ein »Jein« ist keine gute Basis für Partnersuche und Beziehungsbeginn. Nutzen Sie aber die folgenden Kapitel, um im Anschluss noch einmal Ihre aktuelle Beziehungsbereitschaft zu prüfen.

Wer bin ich und wen suche ich?

Im vorherigen Kapitel haben Sie für sich geklärt, ob Sie tatsächlich derzeit zu einer Beziehung bereit sind oder nicht. In diesem Kapitel sollen Sie nun angeregt werden, über sich selbst, Ihre partnerbezogenen und beziehungsbezogenen Wünsche nachzudenken und diese zu reflektieren.

Sie sollen verschiedene Möglichkeiten von Liebe und Beziehungsgestaltung entdecken, um womöglich Ihren Horizont zu erweitern und so für sich das richtige Beziehungsmodell zu finden.

Im Sinne von Realismus und Machbarkeit wird es bei der Partnerwahl auch darum gehen, das Unverzichtbare von Verhandelbarem zu trennen. Ziel ist es, für die Partnersuche Kriterien herauszuarbeiten, die zu Ihrer eigenen Person passen und realitätsgerecht sind.

Womöglich werden Sie dabei feststellen, dass verschiedene Beziehungsmodelle für Sie denkbar sind, wodurch Ihre Suchflexibilität wächst.

Sich selbst zu kennen, ist eine große Hilfe, um die Merkmale zu verstehen, auf die Sie achten sollten, während Sie einen anderen Menschen kennenlernen. Über sich selbst nachzudenken, wird Ihnen helfen, die passende Person besser finden und sich für sie entscheiden zu können.

Über sich selbst nachzudenken kann Ihnen auch Dinge zeigen, die Sie bei sich selbst und in Ihrem Lebensstil verändern möchten. Verfallen Sie nicht in das Muster, alles auf morgen zu verschieben, sondern beginnen Sie mit den Veränderungen in dem Moment, in dem Sie sie als wünschenswert erkannt haben. So kann eine neue Beziehung sogleich unter einem guten Stern starten.

Übereinstimmung als Basis des Beziehungsglücks

Im Volksmund heißt es »Gleich und gleich gesellt sich gerne«. Oder gilt doch »Gegensätze ziehen sich an«?

Aus psychologischer Sichtweise lässt sich diese Frage folgendermaßen beantworten:

  • Gegensätze können kurzfristig belebend sein, eine Übereinstimmung in zentralen Merkmalen hält aber zusammen. Gegensätze mögen zu einer gewissen Faszination führen, Übereinstimmungen führen jedoch zu langfristigen Beziehungen.

Woran liegt dies?

Eine Beziehung ist umso glücklicher und dauerhafter, je mehr Möglichkeiten es für gemeinsame positive Erlebnisse gibt. Sicher, die Faszination eines Gegensatzes kann belebend sein. Gibt es aber keine gemeinsamen Bezugspunkte, geht jeder seinen eigenen Weg. So entstehen Unzufriedenheit oder Konflikte. Am Ende steht nicht selten das Beziehungs-Aus.

Worin sollte Übereinstimmung bestehen, um gemeinsam in einer Beziehung glücklich werden zu können?

Nicht alle Unterschiede müssen problematisch sein, zudem ist eine Beziehung ohne Unterschiede kaum vorstellbar. Wenn jedoch unüberbrückbare Gegensätze in Bereichen bestehen, die für die alltägliche Lebensführung und die Beziehung bedeutsam sind, wird keine hohe Beziehungsqualität entstehen.

Umgekehrt sind Unterschiede in weniger zentralen oder nebensächlichen Merkmalen für die Beziehungszufriedenheit nicht problematisch.

Modelle der Beziehungsgestaltung

Zentral für eine Beziehung sind sicherlich die grundlegenden Beziehungsmodelle:

  • Soll eine Beziehung sexuell monogam sein?

  • Wird eine konsensuelle Nicht-Monogamie angestrebt? (Unter einer konsensuellen Nicht-Monogamie versteht man Vereinbarungen, die Sexualität mit dritten Personen außerhalb der Beziehung ermöglichen.)

  • Soll die Beziehung polyamorös gestaltet werden? (Bei polyamorösen Beziehungen handelt es sich um Liebesbeziehungen zwischen mehr als zwei Personen.)

  • Wird eine Beziehung ohne Sexualität gewollt?

Zu den Beziehungsmodellen gehört auch die Frage nach einer möglichen Familiengründung oder den Geschlechterrollenerwartungen:

  • Steht für eine Person die Familiengründung mit leiblichen Kindern als zentrales Ziel im Vordergrund, wird die Beziehungszufriedenheit gering sein, wenn die andere Person eine Familiengründung ablehnt.

  • Vertritt eine Person klassisch-traditionelle Geschlechterrollenerwartungen, während die andere Person für Gleichberechtigung und die Überwindung der Geschlechterrollen eintritt, werden sich ebenfalls mit erhöhter Wahrscheinlichkeit Konflikte ergeben.

Auch das Ausmaß von Gemeinsamkeit versus Eigenständigkeit, das in einer Beziehung gewünscht wird, fällt unter die Beziehungsmodelle:

  • Manche Menschen vertreten symbiotische Beziehungsmodelle, bei denen Beziehungspartner:innen alle Zeit, die möglich ist, miteinander verbringen. Andere präferieren Beziehungen, in denen besonders viele Möglichkeiten für Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der Beziehungspartner:innen vorgesehen sind.

  • Symbiotisch orientierte Personen werden den Wunsch nach Eigenständigkeit ihrer Beziehungspartner:innen als Zurückweisung erleben. Umgekehrt mag bei stark auf Eigenständigkeit ausgerichteten Personen mit symbiotischen Beziehungspartner:innen ein Gefühl der Einengung entstehen.

Besteht Übereinstimmung in den Beziehungsmodellen, wird es einfacher sein, die Vorstellungen der Beziehungspartner:innen harmonisch umzusetzen, sodass allen Beteiligten ein Maximum an Erfüllung möglich wird.

Stimmen demgegenüber die Beziehungsmodelle nicht überein, wird eine Seite zurückstecken müssen oder es entstehen wechselseitige Unzufriedenheit und Konflikte. Fremdgehen und Eifersucht mögen weitere Folgen sein.

Zentrale Überzeugungen

Ein weiterer zentraler Bereich ist der Bereich der ethisch-moralischen Überzeugungen und der mit ihnen verbundenen Lebenspraktiken:

  • Je stärker bestimmte alltagsprägende ethisch-moralische Überzeugungen vorliegen, desto mehr Spannung, Unzufriedenheit und Konflikt wird entstehen, wenn die Werthaltungen von Beziehungspartner:innen unvereinbar miteinander sind.

Ethische Überzeugungen sind bedeutsam, weil sie eng an unsere emotional-motivationalen Prozesse angebunden sind und weil sie wichtig für das Erleben von Sympathie sind. Grundsätzlich sind uns Menschen, die unsere moralischen Haltungen teilen, sympathischer als Menschen, die sich gegen unsere moralischen Prinzipien wenden. Was mit unseren ethisch-moralischen Überzeugungen übereinstimmt, wird als positiv und anziehend, was ihnen widerspricht, als negativ und abstoßend erlebt.

Moralische Überzeugungen sind tiefer in Prozesse der Sympathiebildung eingebettet als beispielsweise rein ästhetische Geschmacksurteile, wo ein Abweichen eher als vielleicht sogar unwichtig erlebt werden mag. Ob eine Person lieber Apfelsaft oder Orangensaft mag, ist letztlich für eine Beziehung unerheblich. Unterschiede brauchen hier nicht zu trennen. Die Volksweisheit »über Geschmack lässt sich nicht streiten«, macht die Relativierbarkeit von Geschmacksunterschieden gut deutlich. Für moralische Überzeugungen gilt dies jedoch nicht.

Politisch-gesellschaftliche Überzeugungen, religiöse Überzeugungen und immer mehr auch Ernährungsstile sind eng mit ethisch-moralischen Werturteilen verbunden, sodass es für eine partnerschaftliche Beziehung hilfreich ist, hier übereinzustimmen.

  • Ein Beispiel: Personen, die aus ethischer Überzeugung kein Fleisch essen oder vegan leben, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit Dissonanz in Beziehungen mit Menschen erleben, die sehr gerne Fleisch essen und daran auch festhalten wollen oder die gar in der Nutztierindustrie arbeiten.

Der Grund hierfür ist, dass sie das Verhalten ihrer Beziehungspartner:innen als moralisch falsch und verwerflich bewerten. Die Fleisch essenden Beziehungspartner:innen wiederum mögen grundsätzlich mit der veganen Ernährung ihrer veganen Beziehungspartner:innen keine Schwierigkeiten haben, da eine pflanzenbasierte Ernährung zwar ihren Gewohnheiten und ihrem Geschmack widersprechen mag, es sie aber nicht grundlegend stören muss, wenn ihr eigener Fleischkonsum nicht hinterfragt würde. Stören wird es sie allerdings, wenn die veganen Beziehungspartner:innen aufgrund ihrer moralischen Überzeugung den Fleischkonsum moralisch verurteilen oder auf einer Änderung bestehen, obgleich sie dies selbst nicht einsehen.

Wesentlich geringere Probleme wären demgegenüber zwischen veganen Personen und Fleischessern zu erwarten, wenn die sich vegan ernährenden Personen dies nur aus Fitnessgründen oder rein geschmacklichen Gründen tun würden. Zwar mögen sich auch hier Anpassungserfordernisse im Alltag ergeben, die aber einfacher zu bewältigen sein werden, weil es sich um keine tieferen ethischen Differenzen handelt.

Es gibt viele Möglichkeiten, Differenzen in Beziehungen zu bewältigen, wenn diese vorhanden sind. Bei ethisch-moralischen Differenzen werden sich aber, gerade wenn diese sich in der Alltagspraxis zeigen, Unzufriedenheit oder gar Konflikte nicht ganz vermeiden lassen.

Hierfür zeigten sich auch klare Hinweise in einer Umfrage des Portals vegan.eu unter 5173 vegan lebenden Personen:

  • Lediglich 21 % derjenigen Befragten, die aktuell oder in der Vergangenheit eine Beziehung mit einer Fleisch essenden Person hatten, bewerteten den Fleischkonsum der Beziehungspartner:innen für die Beziehung als unproblematisch. 45,6 % berichteten über Konflikte wegen des Fleischkonsums der Beziehungspartner:innen. 74,1 % gaben an, dass sie gehofft hätten oder weiterhin hofften, die Beziehungspartner:innen würden zur veganen Lebensweise wechseln. 

Es ist jedoch davon auszugehen, dass es vorwiegend bei zentralen Überzeugungen schwierig sein mag, entgegengesetzte Haltungen zu vereinbaren. Bei weniger wichtigen Überzeugungen dürften Gegensätze entsprechend weniger schwerwiegend sein. Wie sehr es zu Differenzen in Überzeugungen kommen mag, hängt also von dem individuellen Wert ab, den die Beziehungspartner:innen diesen Grundüberzeugungen zuweisen.

Zentrale Überzeugungen gehen nicht nur mit emotional-kognitiven Bewertungsprozessen und einer Entwicklung von Sympathie oder Antipathie einher, sondern greifen oft auch in den Alltag ein.

Gut lässt sich dies an religiösen Überzeugungen verdeutlichen:

  • Starke religiöse Überzeugungen werden oft dazu führen, an religiösen Praktiken und Ritualen teilhaben zu wollen. Ebenfalls wird meistens der Wunsch entstehen, mögliche gemeinsame Kinder nach den eigenen religiösen Prinzipien zu erziehen. Treffen nicht vereinbare religiöse Überzeugungen aufeinander, können sich hieraus Probleme ergeben.

Das Gleiche gilt für politische Überzeugungen:

  • Politische Überzeugungen mögen zu aktivem politischem Engagement führen, wobei dieses einen erheblichen Teil des Alltags einnehmen kann. Stimmen die politischen Einstellungen überein, kann es hierfür leichter Akzeptanz und Einigkeit geben, als wenn die politischen Einstellungen einander zuwiderlaufen.

Haben Überzeugungen einen starken Alltagsbezug, wirken sie sich auch oft prägend auf soziale Netzwerke und Freundschaften aus. Dies wiederum hat einen Einfluss darauf, wie gut Beziehungspartner:innen in bestehende eigene soziale Netzwerke und Freundeskreise integriert werden können oder wollen.

Umgang mit Unterschieden

Übereinstimmungen sind weniger wichtig in Lebensstilen oder Gewohnheiten, die sich nicht durch tiefgreifende moralische, religiöse oder politische Überzeugungen begründen.

Beispiele hierfür wären ein gesunder Lebensstil, Sport und Fitness, Reisen, musische oder künstlerische Interessen.

Bei solchen weniger zentralen Differenzen wird es einfacher sein, sich wechselseitig abzustimmen, als bei tiefgreifenden Gegensätzen in zentralen Überzeugungen. Dennoch können sich auch hieraus Herausforderungen ergeben, und zwar besonders dann, wenn diese Differenzen den Alltag deutlich prägen, beibehalten werden und gemeinsam ausgeübt werden sollen.

Aus diesen Überlegungen folgt auch, dass zum Beispiel unterschiedliche religiöse oder spirituelle Praktiken von Fall zu Fall durchaus leichter zu bewältigen sein mögen: Wenn etwa die Überzeugung besteht, dass jeder nach eigener Fasson selig werden kann. In diesem Fall brauchen religiöse Differenzen nicht hinderlich zu sein.

Besteht allerdings das Bedürfnis, gemeinsam an Ritualen teilzunehmen oder Spiritualität auf einer emotional-geistigen Ebene gemeinsam zu erleben, wäre eine Übereinstimmung sehr hilfreich, selbst wenn grundsätzlich jedem der eigene Weg zur Seligkeit zugestanden wird.

Auch rein äußerliche Faktoren, wie der Wohnort, können sich erleichternd oder erschwerend auf Beziehungen auswirken, vor allem wenn auf keiner Seite ein Interesse daran besteht, sich regional zu flexibilisieren oder über andere Beziehungsmodelle, wie eine Fernbeziehung, nachzudenken.

Gerade weil diese Schwierigkeiten nicht aus echten inneren Differenzen resultieren, lautet hier die Empfehlung, eine Flexibilisierung der eigenen Vorstellungen und Gewohnheiten zu erwägen, anstatt eine ansonsten womöglich tragfähige Beziehung von vornherein auszuschließen oder aufzugeben.

Übereinstimmungen zwischen Beziehungspartner:innen sind also nur bei den zentral bedeutsamen Dingen des Lebens erforderlich.

Dies veranschaulicht auch das folgende Beispiel:

  • Erika tanzt für ihr Leben gerne und kann sich ein Leben ohne Tanzen nicht vorstellen. Ihr Traum ist eine Beziehung mit einem ebenso tanzwütigen Partner, mit dem sie auch gerne andere tanzende Paare kennenlernen möchte. Bernd hat noch nie gerne getanzt und kann mit dem Hobby von Erika nichts anfangen. Er teilt aber mit Susanne ihr Interesse an Natur, Wandern und Waldspaziergängen. Susanne tanzt auch sehr gerne, der Aufenthalt in der Natur ist ihr aber viel wichtiger. Demgegenüber ist Mark ein Tanzfanatiker wie Erika, aber ein ziemlicher Naturmuffel.

Wer passt zu wem?

  • Erika und Mark passen zueinander, weil das Tanzen zu ihrem zentralen Lebensinhalt gehört. Ebenso passen Bernd und Susanne zueinander, weil der Aufenthalt in der Natur zentrale Bedeutsamkeit für sie hat. Zwar tanzt Susanne sehr gerne und Bernd überhaupt nicht. Dies ändert aber nichts an ihrer Passung, weil Tanzen für Susanne weitaus weniger zentral ist als Unternehmungen in der Natur.

Das Beispiel greift ein Interesse (Tanzen) heraus. Interessen und Hobbys sind manchmal sehr wichtig, aber oft kann man sie auch ändern oder sie sind, anders als im Beispielfall, meistens nicht so zentral. Beziehungen können durchaus glücklich werden, wenn die Beziehungspartner:innen ihren Hobbys getrennt nachgehen, sofern andere Aspekte sie miteinander verbinden.

Haben Sie also keine Angst vor einer Beziehung, in der sich die wechselseitigen Hobbys unterscheiden. Meistens ist dies unproblematisch und es wird im Verlauf einer Beziehung gelingen, zusätzlich gemeinsame Hobbys zu finden.

Zentraler als Interessen sind, wie schon gesagt, Werthaltungen, wie auch das nächste Beispiel noch einmal verdeutlicht:

  • Sascha lebt vegan und der Schutz der Tiere vor Ausbeutung, Schmerz und Tötung liegt ihm am Herzen. Er möchte sein Leben nach diesen Grundsätzen ausrichten. Besonders gerne isst er indische Gerichte, wobei er Milch durch Sojasahne ersetzt. Rafael isst ebenfalls sehr gerne indisch, aber vor allem Fleisch. Mit der veganen Lebensweise hat er nichts am Hut und die Tötung von Tieren gehört für ihn eben dazu. Sergio kann mit indischem Essen gar nichts anfangen. Er liebt aber Tiere und isst kein Fleisch.

Wer passt zu wem?

  • Als Partner sind Sascha und Rafael nicht füreinander geeignet. Die tiefgreifende Inkompatibilität der Werthaltungen kann durch die gemeinsame Begeisterung für indisches Essen nicht einmal im Ansatz ausgeglichen werden. Sascha und Sergio passen dagegen zueinander. Der unterschiedliche Geschmack spielt als oberflächliches Merkmal keine Rolle, die Haltung zu Tieren verbindet. Zwar lebt Sergio noch nicht vegan, sondern erst vegetarisch, die gemeinsame Grundeinstellung ist aber bereits vorhanden und aller Wahrscheinlichkeit nach wird er gerne zur veganen Lebensweise wechseln.

Noch einmal zusammengefasst:

Unterschiede sind für eine Beziehung an sich kein Problem. Sie brauchen nicht nach einer identischen Person zu suchen, die es ohnehin nicht gibt.

Anders ist dies jedoch bei zentralen Merkmalen. In zentralen Merkmalen, die Ihnen sehr wichtig sind und die für Ihren Lebenswandel und Ihre Zufriedenheit unverzichtbar sind, sollte eine Übereinstimmung bestehen, damit eine Beziehung glücklich wird:

  • Der strikt vegane Sascha, der Tiere schützen möchte, wird mit dem begeisterten Fleischesser Raffael, für den das Töten von Tieren normal ist, nicht glücklich werden. Der Unterschied ist zentral und steht einer ausgeglichenen Beziehung daher fundamental entgegen.

  • Bei Sergio und Sascha wird dagegen die gemeinsame Wertschätzung für das Leben von Tieren und der Verzicht auf Fleisch beide miteinander verbinden, während die Geschmacksdifferenzen als oberflächliche Unterschiede keine Rolle spielen werden.

Machen Sie dies zu Ihren Merkgrundsätzen:

  • Unterschiede in nicht-zentralen, oberflächlichen Merkmalen stehen einer gemeinsamen Beziehung nicht im Wege.

  • Bei zentralen Merkmalen, die für Ihre Lebensführung unverzichtbar sind, ist Übereinstimmung aber eine gute Voraussetzung für eine ausgeglichene Beziehung.

Für die Beantwortung der Frage »Wer bin ich und wen suche ich?« geht es vor allem um diese zentralen Merkmale, während weniger wichtige Aspekte höchstens eine Nebenrolle spielen sollten.

Aber wird es nicht langweilig, wenn Beziehungspartner:innen einander zu ähnlich sind?

Die Angst vor Langeweile ist unbegründet. Übereinstimmung bedeutet, gemeinsam Dinge unternehmen zu können und so die Langeweile zu vertreiben. Im Übrigen bedeutet ähnlich nicht identisch. Menschen sind niemals in allen Merkmalen gleich. Es bleiben genug Unterschiedlichkeiten bestehen, die immer wieder ein gemeinsames Aushandeln der Lebensgestaltung nötig machen werden.

Machen Sie sich Ihre zentralen Werte, Überzeugungen, Beziehungsmodelle und Lebensziele bewusst, damit Sie einen Menschen suchen können, der zu Ihnen passt.

Übertreiben Sie es aber nicht und suchen Sie keine Kopie von sich selbst, die es nicht gibt. Setzen Sie bei der Partnersuche Anforderungen, setzen Sie diese Anforderungen aber nicht zu hoch, sondern konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche.

Brainstorming für Ihre Partnersuche

Brainstorming ist ein Prozess, bei dem Sie frei assoziativ verschiedene Gedanken zulassen und sammeln, ohne sie dabei sofort zu bewerten. Oft sind wir nämlich schon im Vorhinein festgelegt und übersehen daher die vielen Alternativen, die sich uns im Leben bieten. Brainstorming kann uns dabei helfen, diese verdrängten Alternativen sichtbar zu machen.

Um zu wissen, welche Art von Beziehungsgestaltung Sie suchen, ist es zunächst einmal notwendig, Klarheit darüber zu gewinnen, wer Sie selbst sind und was Ihnen wichtig ist. Im Anschluss können Sie auf dieser Basis darüber nachdenken, welche Person Sie suchen und welche Art von Beziehung Sie führen möchten.

Es gibt keine Selbstverständlichkeiten und es macht daher Sinn, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen.

Brainstorming: Was ist Ihnen wichtig im Leben?

Schreiben Sie in Stichpunkten alles auf, was Ihnen wichtig ist. Betrachten Sie Ihr gesamtes Leben und machen Sie keine Abstriche. Aber schreiben Sie nur auf, was wirklich zentral ist.

Ihre Stichpunkte sollten also alles umfassen, was Sie als bedeutsam erleben, von Religion, Musik, Sport, Ernährung und Gesundheit bis hin zu Sexualität, Arbeit und Beruf, Finanzen, Wohnsituation und Lebensziele. Alles, was Ihnen nicht oder weniger wichtig ist, können Sie auslassen.

Lassen Sie Ihre Stichworte jetzt einfach liegen, wir werden später auf sie zurückkommen.

Brainstorming: Wie stellen Sie sich die zu Ihnen passende Person vor?

Lassen Sie Ihren Gedanken erneut freien Lauf. Ihre Stichpunkte können alles umfassen, was Sie gerne bei Beziehungspartner:innen sehen möchten: Alter, Aussehen, Einkommen und Beruf, Wohnort, Persönlichkeit, Sexualität, Religion, politische Überzeugungen, Humor, Hobbys, Ernährung, Beziehungsmodell, Kommunikation und Lebensziele.

Nutzen Sie gegebenenfalls nicht nur »und«, sondern auch »oder«, falls Sie sich verschiedene Alternativen vorstellen können.

Lassen Sie Ihre Stichworte erneut liegen, bis wir später noch einmal auf sie zurückkommen werden.

Brainstorming: Was ist Ihr Beziehungsmodell?

Viele wünschen sich eine traditionelle Zweierbeziehung mit sexueller Treue. Andere träumen von einer offenen Beziehung oder einer polyamorösen Liebe, die erotische und liebesbezogene Erlebnisse mit mehreren Personen erlaubt.

Viele Liebende leben zusammen in einer Wohnung oder einem Haus. Andere entscheiden sich für getrennte Wohnungen am gleichen Ort. Manche Liebende führen Fernbeziehungen, die sogar die Grenzen der Kontinente überschreiten.

Viele Paare haben einen Kinderwunsch, andere möchten kinderlos glücklich werden oder der Kinderwunsch ist beispielsweise aus Altersgründen nicht mehr aktuell. Adoptivkinder oder Pflegekinder sind eine weitere Möglichkeit.

Eine Reihe von Personen verbringen in Beziehungen einen großen oder sogar den größten Teil ihres Alltags zusammen. Manche arbeiten sogar zusammen. Andere legen Wert auf Freiräume und unternehmen vieles getrennt und nur manches zusammen.

Oft legen Paare Wert auf Konstanz, bauen beispielsweise ihr eigenes Haus, in dem sie jahrzehntelang leben und welches sie womöglich an ihre Kinder vererben. Andere setzen auf Abenteuer, Veränderungen, wandern in ferne Länder aus.

Für manche sind Sexualität und Erotik zentral, andere wünschen sich umgekehrt eine platonische oder asexuelle Beziehung.

Viele Menschen wollen mit ihren Beziehungen gesellschaftlich integriert und anerkannt sein. Hierzu mag die Heirat ein wichtiger Schritt sein. Andere wollen aussteigen und gesellschaftliche Begrenzungen hinter sich lassen.

Diese Vorrede sollte Ihnen Denkanstöße für Ihr Brainstorming geben. Denn oft sind unsere Beziehungsmodelle sehr eingefahren und traditionell, ohne dass wir über sie weiter nachdenken.

Schreiben Sie jetzt in Stichworten alles auf zum Thema »So soll meine Beziehung sein!«.

Lassen Sie die Stichpunkte erneut zunächst ruhen, bis wir auf sie zurückkommen.

Anmerkungen

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